USA: Neu enthülltes Videomaterial stellt offizielles Narrativ vom 6. Januar infrage

„Fox News“-Moderator Tucker Carlsons erste Sondersendung über das Filmmaterial vom Einbruch in das Kapitol stellt das vorherrschende Narrativ auf den Prüfstand. Folglich nehmen auch die Fragen in dieser Sache weiter zu. Eine Analyse.
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„Fox News“-Moderator Tucker Carlson und der ehemalige US-Kapitolpolizist Tarik Johnson bei der Show „Carlson Tonight“ in Florida am 3. März 2023.Foto: mit freundlicher Genehmigung von Tarik Johnson
Von 9. März 2023

41.000 Stunden an Videomaterial von Sicherheitskameras im US-Kapitol vom 6. Januar 2021 waren mehr als zwei Jahre lang vor der Öffentlichkeit verborgen. Die Offenlegung des Materials hat eine landesweite Diskussion darüber entfacht, wie viel wohl noch über den Einbruch in das Kapitol verheimlicht wird.

„Fox News“-Moderator Tucker Carlson erhielt vom Sprecher des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, exklusiven Zugang zu den Sicherheitsvideos des US-Kapitols und anderen Aufnahmen, von denen die meisten bisher der Öffentlichkeit vorenthalten wurden.

Carlsons erste Sondersendung über das Filmmaterial wurde am 6. März ausgestrahlt und stellt das vorherrschende Narrativ über den 6. Januar auf den Prüfstand. Folglich werden auch die drängenden Fragen in dieser Sache weiter zunehmen.

Vonseiten der Medien hatte die Öffentlichkeit bisher nur begrenzten Zugang zu den Videoaufnahmen von Sicherheitskameras, Bodycams der Polizei und Videos, die von Zehntausenden Demonstranten am 6. Januar aufgenommen wurden.

Eine gerichtliche Verfügung zum Schutz [der nationalen Sicherheit] hält viel Material unter Verschluss. Es ist unklar, ob der Kongress dem Justizministerium alle Videos vom 6. Januar zur Verfügung gestellt hat. Der Kongress verwahrt die Sicherheitsvideos der Kapitolpolizei. Die Staatsanwaltschaft verweist seit über einem Jahr auf die 14.000 Stunden an Videomaterial. Es soll demnach bei den Ermittlungen der mutmaßlichen Straftaten vom 6. Januar verwendet worden sein.

Regierung hielt Videobeweise unter Verschluss

Lange bevor Carlson seine Sondersendungen vom 6. und 7. März plante, beschwerte sich die Verteidigung mehrerer Angeklagter in den Strafverfahren zum 6. Januar, dass die Regierung Video- und andere Beweise nicht offenlege, wie es die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs verlangt. Das Material wäre für ihre Klienten von Vorteil gewesen, so die Verteidigung.

Mit Carlsons Enthüllungen über Jacob Chansley, dem sogenannten „QAnon-Schamanen“ und der mysteriösen Figur Ray Epps vom 6. Januar werden die Forderung der Verteidigung nach entlastenden Beweisen in den kommenden Wochen und Monaten wahrscheinlich zunehmen.

Da der 6. Januar das wohl am meisten fotografierte und gefilmte Ereignis in der Geschichte war, sollte die Wahrheit über diesen Tag leicht zu erkennen sein.

Allerdings wurde das umfangreiche digitale Beweismaterial streng überwacht – und sogar manipuliert –, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Sollte die Öffentlichkeit ungehinderten Zugang zu allen Videos erhalten, wenn er denn gewährt wird, wird das alte Mediennarrativ bröckeln und Amerika politisch tiefer gespalten.

Es folgt ein Überblick über die vielen Fragen, auf welche die 41.000 Stunden Video höchstwahrscheinlich Antwort geben können.

Versagen der Leitung bei der Evakuierung

Die Evakuierung des US-Senats und des US-Repräsentantenhauses am 6. Januar ist vielleicht das prägnanteste Beispiel dafür, wie wichtig Sicherheitsvideos sein können.

In Carlsons zweitem Kapitol-Videospecial am 7. März erzählt der „Fox“-Moderator die Geschichte von Kapitolpolizeikommissar Tarik Johnson. Dieser gab an, dass er am 6. Januar vom stellvertretenden Kapitol-Polizeichef Yogananda Pittman keine Anweisungen erhalten hatte.

Nachdem er über Funk um die Erlaubnis gebeten hatte, den Senat zu evakuieren, erhielt Johnson keine Antwort. Selbst nachdem der zuständige Disponent in der US-Kapitolpolizeibehörde Johnsons Bitte um Anweisungen wiederholt weitergab, herrschte Schweigen in der Kommandozentrale.

Johnson trieb die Evakuierung schließlich auf eigene Initiative voran und leitete auch die Evakuierung des Kongresses. Im Radio sagte er, dass er Disziplinarmaßnahmen für sein Handeln in Kauf nehmen würde.

Der Beitrag in der Sendung „Tucker Carlson Tonight“ stützt sich zum Teil auf einen Investigativbericht der Epoch Times, der im Januar zu Johnsons Fall erschien.

„Es gab keine Reaktion von irgendjemandem in der Kommandozentrale“, sagte Johnson damals der Epoch Times. „Noch bevor ich die Evakuierung einleitete, sagte ich ausdrücklich: ‚Wir müssen anfangen, darüber nachzudenken, wie wir die Leute rauskriegen, bevor wir keine Chance mehr dazu haben.'“

„Es gab keine Antwort. Dann bat ich um die Erlaubnis, zu evakuieren. Es gab wieder keine Antwort.“

Johnson sagte, dass durch das Schweigen der Kommandozentrale wertvolle Zeit verloren ging. Aus seiner Sicht hätte dadurch der Tod der Demonstrantin Ashli Babbitt am 6. Januar gegen 14:45 Uhr verhindern werden können.

Johnson wurde als Polizeikommissar durch sein leuchtend rotes „Make America Great Again“-Baseballcap bekannt, das er an diesem Tag aufhatte. Mit der Hilfe von ein paar „Oath Keepers“ [Vereinigung von Ex-Angehörigen der Polizei, Militär, Rettungssanitätern, Feuerwehr u. ä.] befreite er 16 Kapitolbeamte, die im Foyer hinter den massiven Columbus-Türen eingeschlossen waren.

Johnson wurde von der Kapitolpolizei suspendiert und später wegen Regelverstößen und unangemessenen Verhaltens angeklagt. Als Grund wurde das Tragen der Trump-Cappy angeführt sowie seine Zusammenarbeit mit einigen „Oath Keepers“ bei der Befreiung der Beamten. Johnson selbst glaubt nach eigenen Angaben, dass er in Wahrheit nur belangt wurde, weil sein blitzartiges Handeln bei der Evakuierung sowie die Maßnahme selbst Pittman in Verlegenheit brachten.

Fragwürdige Polizeieinsätze

Carlson strahlte ein Sicherheitsvideo des Kapitols aus, das zeigt, wie die Polizei den „QAnon-Schamanen“ durch das Gebäude führt und ihn in den US-Senat einlässt, wo er sich auf das Podium stellt und eine Rede hält.

Es gibt noch viele andere kritische Punkte im Hinblick auf die Polizeipräsenz und das Verhalten der Polizei am 6. Januar, die Fragen aufwerfen.

Das wohl anschaulichste Beispiel ist das des Beamten Daniel Thau der Metropolitan Police Department, der am Nachmittag des 6. Januar wie eine Ein-Mann-Armee an der Westseite des Kapitols stand.

Bodycam-Aufnahmen mehrerer Beamter des Metropolitan Police Department (MPD) zeigen, dass Thau mindestens vier Demonstranten mit einem Taser niederstreckte, unzählige Sprengkörper in die dicht gedrängte Menge warf, Pfefferspray trotz starken Gegenwinds einsetzte und ein 40-mm-Geschoss aus einem Munitionswerfer in die Menge schoss.

In Aufzeichnungen aus seiner eigenen Bodycam ist zu sehen, wie er zu einem anderen Beamten unter dem Gerüst der Einweihungsfeier eilt und ruft: „Wir brauchen mehr [Schimpfwort]-Munition!“

Nachdem er wahrscheinlich der engagierteste Beamte bei dem Einsatz sogenannter „Pain Compliance“-Maßnahmen [Verwendung eines Schmerzreizes zur Kontrolle von Personen] war, kam Thau zu dem Schluss, dass seine Strategie nicht aufging. Zu einem Kollegen sagte er, es sei wie das „Erschießen von Zombies“ und ergänzte: „Sie werden nur mehr, wenn wir auf sie schießen.“

Die Polizeigewalt wurde zumindest in der Öffentlichkeit heiß diskutiert. Die Metropolitan-Polizei erklärte am 6. Januar, dass alle von ihr eingesetzten Gewaltmittel gerechtfertigt gewesen seien.

Der Experte für Gewaltanwendung, Stan Kephart, der im Juli 2022 in der Epoch-Times-Dokumentation „The Real Story of Jan. 6“ zu Wort kam, war anderer Meinung. Kephart meinte, dass die Polizei die Gummigeschosse und Granaten zur Zerstreuung der Menge sowie Chemikalien missbräuchlich einsetzte.

Eine Gaspatrone, die der MPD-Polizist Rich Khoury auf Drängen von Thau abgefeuert hatte, schlug fehl und landete inmitten seiner Vorgesetzten und anderer Polizisten. Die Gaswolke schlug die Polizei in die Flucht und schwächte die Polizeipräsenz in dem Gebiet.

Fast zur gleichen Zeit warf der Beamte Anthony Alioto einen CS-Gas-Kanister von oben in die Menge. Ein Demonstrant warf den Kanister gerade noch rechtzeitig zurück, bevor sich das chemische Mittel auf die Menge entlud. Das trieb die Beamten ins Kapitol und führte dazu, dass die Menge die Treppe zur Lower West Terrace hinauf stürmte.

Demonstrant wird angeschossen und schwer verletzt

Ein Mann, der das nur zu gut kennt, ist Mark Griffin aus Canadensis, Pennsylvania. Er wurde am Nachmittag des 6. Januar aus nächster Nähe von einem 37-mm-Geschoss getroffen.

Griffin stand an den Polizeiabsperrungen an der Westfront und erklärte einem jungen MPD-Beamten, warum er und so viele andere nach Washington gekommen waren. Dann brachte ihn ein Geschoss zu Boden, das oberhalb seines linken Knies einschlug und seinen Oberschenkelknochen spaltete. Die nachfolgenden Operationen kosteten seinen Angaben nach 250.000 Dollar.

„Ich ging zu Boden, und einige Leute halfen mir auf“, sagte Griffin der Epoch Times. „Ich hatte keine Ahnung, wie schwer ich verletzt war.“

„Geschosse, die zur Kontrolle der Menschenmenge eingesetzt werden, sind in der Regel nicht für den Einsatz im Nahbereich geeignet“, so Kephart. „Sie sollten nie direkt auf eine Person abgefeuert werden.“ Das Abfeuern dieser Waffen in der Nähe von Menschen kann zu schweren Verletzungen oder zum Tod führen, warnen Hersteller.

Griffin hofft, dass die Veröffentlichung des CCTV-Sicherheitsvideos an der Außenfassade des Kapitols den Polizeibeamten identifizieren wird, der den Schuss abgab, der sein Bein zerschmetterte.

Derrick Vargo war am 6. Januar an der Außenseite der Balustrade der steinernen Treppe am Kapitol hinaufgeklettert, um dort seine Donald-Trump-Fahne aufzuhängen. Er wich den Schlagstockschlägen eines Polizisten aus, doch als er sich aufrichtete, wurde er von einem Motorradpolizisten der US-Kapitolpolizei hinunter geschubst.

„Er weiß genau, wo er auf dem Kapitol war“, sagte Vargo gegenüber der Epoch Times. „Er ist nicht nur ein Bürger. Er arbeitet dort. Er weiß, wie weit oben das ist. Er schubste mich nicht nur mit einem Arm, sondern mit beiden. Das heißt, er wollte mich loswerden. Es war absichtlich.“

Vargo erlitt einen Knöchelbruch und schwere Verletzungen am Mittelfuß, darunter einen sogenannten Lisfranc-Bruch, die mehrfach operiert werden mussten. Die Chirurgen setzten eine Schraube ein, um den gebrochenen Knöchel zusammenzuflicken. Seine Zehen und Mittelfußknochen wurden mit Platten und Schrauben stabilisiert.

Waren Bundesbeamte involviert?

Seit mehr als einem Jahr gibt es Spekulationen, dass verdeckte Ermittler und Polizeibeamte aktiv an den Ausschreitungen beteiligt waren und die Demonstranten sogar aufforderten, das Kapitol zu betreten.

Bobby Powell, ein Radiojournalist aus Michigan, filmte einen Mann, der eine große Hartglasscheibe aus einem Fenster im Innenhof in der Nähe der Columbus-Türen zog. Er hält ihn für einen Undercover-Agenten.

Der Mann war am Tag des Geschehens auf Powell zugegangen und hatte ihn gefragt, warum er das bereits eingeschlagene Fenster nicht nutze, um in das Kapitol einzudringen. Als Powell sich abwandte und wieder umdrehte, nahm er mit Kamera auf, wie der Mann das Glas herauszog und es auf den Boden fallen ließ.

Powell traf auch auf einen anderen Mann, der die Columbus-Türen mit einem langen Holzstab aufhielt und Menschen in das Foyer drängte, das zur Großen Rotunde führte.

Weder der Mann mit dem Glas noch der Türsteher tauchten jemals auf der FBI-Website der Meistgesuchten vom 6. Januar auf.

Powell verbrachte zwei frustrierende Jahre damit, das FBI und die Medien auf sein Video aufmerksam zu machen. Durch die seelische Belastung erlitt er in dem Zeitraum zwischen dem 6. Januar 2021 und dem 22. November 2022 vier Herzanfälle. In den drei nachfolgenden Monaten kam es zu drei weiteren Herzattacken.

Der wegen des 6.-Januar-Vorfalls Angeklagte William Pope aus Topeka, Kansas, entdeckte ein GoPro-Video, das drei Untercover-Polizisten des MPD auf der nordwestlichen Außentreppe des Kapitols zeigt. Einer der Männer kletterte auf eine Barrikade, drängte die Demonstranten die Treppe hinauf und forderte sie auf, sich zum Eingang des Kapitols zu begeben. Das schrieb Pope in einem Gerichtsantrag, mit dem er die Freigabe des unter Verschluss stehenden Videos fordert.

Die beiden anderen Beamten liefen hinter der später verstorbenen Babbitt her. Einer von ihnen sagte, er glaube, dass an diesem Tag jemand erschossen werden würde. Etwa eine Stunde später wurde Babbitt von dem Kapitolpolizeikommissar Michael Byrd erschossen, als sie durch ein zerbrochenes Fenster in die Speaker’s Lobby kletterte. 30 Minuten später wurde sie für tot erklärt.

Einbruch durch die Columbus-Türen

Strafverteidiger Brad Geyer forschte monatelang nach Informationen über 100 verdächtige Personen, die sich im Kapitol aufhielten. Geyer machte eine Kerngruppe aus, die an dem Einbruch durch Columbus-Türen beteiligt war und die Menschenmenge auf der Ostseite dazu anstiftete, in das Kapitol zu gehen.

Viele der Verdächtigten auf Geyers Liste stehen in Verbindung mit der christlichen Gruppe „Salt and Light Brigade“, die ihren Sitz in Ohio hat. In Gerichtsunterlagen schrieb Geyer, dass einige der „Salt and Light“-Mitglieder an der „spektakulären Verschwörung“ zum Angriff auf das Kapitol beteiligt waren, aber die meisten nicht angeklagt wurden. Einige Wochen nach dem Erscheinen eines Berichts über die Gruppe in der Epoch Times wurde ein Pastor aus Ohio namens William Dunfee, der mit der Gruppe in Verbindung steht, vom FBI verhaftet.

Es gibt noch andere verdächtige Akteure. Darunter ein Mann, der nur unter dem Hashtag #RedOnRedGlasses bekannt ist. Er ist auf einem Video zu sehen, wie er ein langes 2×4 [wahrscheinlich: inch]-Stück Holz durch ein Fenster des Kapitols wirft und später versucht, Bürotüren im Kapitol einzutreten. RedOnRed war auf dem Flur vor der Speaker’s Lobby, als auf Babbitt geschossen wurde. Er steht auf der FBI-Liste der meistgesuchten Personen unter der Nr. 300. Sein Name ist bisher öffentlich nicht angegeben.

Ein Video mit Ray Epps ging am 5. Januar 2020 viral. Darin fordert er die Demonstranten auf, am nächsten Tag in das Kapitol einzudringen. Nach Carlsons Spezialsendung vom 6. März kam es in diesem Zusammenhang erneut zu heftigen Spekulationen. Carlson behauptete, dass Epps die Ermittler des Sonderausschusses am 6. Januar über sein Verlassen des Geländes an dem besagten Tag belogen habe.

Epps schrieb seinem Neffen um 14:12 Uhr eine SMS mit der Nachricht, er habe den Protest „inszeniert“. Vor dem Ausschuss behauptete er, er sei nicht mehr auf dem Kapitolgelände gewesen, als er die SMS verschickt hatte. Carlson hingegen sagte, er habe ein Sicherheitsvideo gefunden, das Epps eine halbe Stunde später auf einer der Westterrassen zeigt.

Epps war am 6. Januar kurz vor 13 Uhr bei der ersten Durchbrechung einer Polizeisperre zu sehen. Er trat über eine umgestürzte Barrikade an der Westfassade und wurde im Laufe des Nachmittags mehrfach in der Menschenmenge gesichtet.

Epps wurde vom Sonderausschuss und zweimal vom FBI befragt, aber er wurde nie verhaftet oder wegen seiner Aktionen im Kapitol angeklagt. Und das, obwohl er gegenüber dem FBI zugab, dass er sich wahrscheinlich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht habe.

Epps sagte dem FBI, er habe seinem Sohn am 6. Januar gezeigt, wie man einen Druckverband anlegt, weil er einen Bombenanschlag in der Nähe des Kapitols erwartete.

„Ich hatte Angst, dass sie eine Explosion in einer der Seitenstraßen auslösen würden“, sagte Epps laut einer Aufzeichnung des Gesprächs, das der Epoch Times vorliegt. „Also versuchten wir, in der Mitte zu bleiben. Wir versuchten, früh dort zu sein und uns von den Seitenstraßen fernzuhalten. Und falls so etwas passiert wäre, hätte ich einen Erste-Hilfe-Kasten gehabt. Ich hätte helfen können.“

Die Verteidigung eines Angeklagten sucht eine mysteriöse, gut gekleidete Frau, die am 6. Januar eine rosa Baskenmütze trug. Anwältin Kira West will wissen, ob die Frau ihren Mandanten Darrell Neely ins Kapitol gelockt hat, damit man ihn anklagen konnte. Sie sagte, sie müsse herausfinden, wer die rosa Mütze ist, um ihren Mandanten in der Angelegenheit vom 6. Januar vollständig verteidigen zu können.

„Herr Neelys Eindringen in das Kapitol wurde von der rosa Mütze gelenkt“, behauptete West in einer Gerichtsakte. „Sie hatte an diesem Tag Kollegen im Gebäude und schien über Informationen zu verfügen, die weit über die eines normalen Bürgers hinausgingen, der dort protestieren wollte.“

„Herr Neely muss wissen, wer sie ist und warum sie dort war“, sagte West. „Er muss auch verstehen, ob er an diesem Tag von ihr ins Visier genommen wurde und zu welchem Zweck.“

Vorenthaltung von entlastenden Beweisen

Zahlreiche Verteidiger haben sich darüber beschwert, dass das Justizministerium nicht alle Beweise vorgelegt habe, wie es das Gesetz verlangt. Ex-Hilfssheriff Ronald Colton McAbee behauptete in Gerichtsakten, das Justizministerium habe ein Bodycam-Video ohne Ton vorgelegt.

Als ein Ermittler das gleiche Video mit Ton fand, zeigte die Datei, dass McAbee einen Beamten auf der Lower West Terrace nicht angriff, sondern ihn abschirmte und versuchte, ihm auf die Beine zu helfen, so die Gerichtsunterlagen. Trotz dieser Entdeckung und McAbees Antrag, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden, entschied der US-Bezirksrichter Emmet Sullivan, dass McAbee in Haft bleiben muss.

Sullivan hatte McAbee und andere Demonstranten vom 6. Januar während einer Gerichtsverhandlung als „Terroristen“ bezeichnet. Sullivan wurde inzwischen von dem Fall abgezogen.

Entlastendes Beweismaterial kam zu einem wichtigen Zeitpunkt in dem von Ende September bis Ende November 2022 andauernden Prozess wegen aufrührerischer Verschwörung gegen den Gründer der „Oath Keepers“, Elmer Stewart Rhodes III, und vier weitere Personen.

Richter Amit Mehta verweigerte der Verteidigung, einen pensionierten New Yorker Polizeiwachtmeister und Mitglied der „Oath Keepers“ namens Michael Nichols als Zeugen aufzurufen. Er hatte mit anderen „Oath Keepers“ dem US-Kapitolpolizeikommissar dabei geholfen, 16 Beamte, die im Foyer der Columbus Türen eingeschlossen waren, zu befreien.

Nichols aus King Ferry, New York, traf in der Nähe der Osttreppe des Kapitols auf Polizeikommissar Johnson, wo Johnson ihn um Hilfe bat, seine Kollegen zu befreien. Nichols führte Johnson und seinen Freund Steve Clayton die Treppe zum Foyer hinauf. Dann führten sie die Gruppe von Beamten die Treppe hinunter in Sicherheit. Die Aktion wurde von dem in Florida lebenden Videofilmer Rico La Starza auf Video festgehalten und ging viral.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: Newly Released Surveillance Footage Challenges Official Jan. 6 Narrative (deutsche Bearbeitung nh)



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