Weltbank manipuliert Länder-Ranking – China benutzt westliche Eliten als Handlanger

Von 23. September 2021 Aktualisiert: 23. September 2021 8:49

Dieser Gastbeitrag ist der Originaltext zum Video: „Weltbank manipuliert Länder-Ranking – China benutzt westliche Eliten als Handlanger“ vom YouTube-Kanal „Leas Einblick“

Wenn ein Unternehmen plant, im Ausland zu investieren, muss es sich zuerst darüber informieren, ob dieses Land auch unternehmensfreundlich ist. 

Der Doing-Business-Report der Weltbank ist dabei hoch angesehen. Viele Banken und Unternehmer orientieren sich an ihm, um herauszufinden, mit welchen Ländern sie Geschäfte tätigen sollen. Dieser Bericht mit seinen Analysen beeinflusst nicht nur die Entscheidungen von Investoren, sondern auch die von Politikern – und zwar weltweit. 

Seit 2002 erstellt die Weltbank jährlich eine Rangliste zur wirtschaftlichen Attraktivität von 189 Staaten.

Im kommenden Jahr wäre dieser Report 20 Jahre alt. Doch eine Feier zum 20-jährigen Jubiläum wird es nicht mehr geben. Die Weltbank hat sich entschieden, das Ranking einzustellen, weil sein Ruf nicht mehr zu reparieren ist. Der Grund: ein großer Skandal.

Ein Untersuchungsbericht zeigt, wie die Weltbank die Rangliste manipuliert hat, um China bessere Plätze im Länder-Ranking zu verschaffen.

Im Januar hat die US-Kanzlei WilmerHale einen Auftrag von der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung bekommen. Die Kanzlei sollte die internen Umstände bei der Weltbank überprüfen, denn man hatte Datenunregelmäßigkeiten im Doing-Business-Report 2018 und 2020 festgestellt. 

Dabei sollte herausgefunden werden:

  1. Wie unzulässige Änderungen an den Daten für China, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Aserbaidschan vorgenommen wurden.
  2. Wer bei der Bank die Änderungen der Daten veranlasst, umgesetzt oder von ihnen gewusst hatte. 
  3. Welche internen Umstände (politische, personelle oder kulturelle) die Änderungen ermöglicht haben.

Im Laufe der achtmonatigen Untersuchung hat die Kanzlei WilmerHale etwa fünf Millionen Dokumente von Mitarbeitern der Bank gesammelt. Davon wurden 80.000 überprüft, von denen man ausging, dass sie wahrscheinlich relevante Informationen enthalten. Darüber hinaus sind mehr als drei Dutzend derzeitige und ehemalige Mitarbeiter der Bank befragt worden.

Das Ergebnis ist schockierend. Die Weltbank hat das Länder-Ranking im Doing-Business-Report 2018 manipuliert, um China besser dastehen zu lassen. 

Die damalige Weltbank-Generaldirektorin Kristalina Georgieva soll sich persönlich darum gekümmert haben, Pekings Wunsch entgegenzukommen.

Neben Georgieva steht der damalige Weltbank-Präsident Jim Yong Kim auch im Zentrum der Anschuldigungen. Auf seine Anweisung hin haben Mitarbeiter aus seinem Büro „direkten und indirekten“ Druck auf das Doing-Business-Team ausgeübt, um die Methode zur Erstellung des Wirtschaftlichkeitsberichts zugunsten Chinas zu ändern. 

Der Bericht liest sich wie ein Krimi, der so viel Sprengstoff birgt, dass es Konsequenzen für die Weltbank geben muss. Auch der Internationale Währungsfonds ist von dem Skandal betroffen, denn Kristalina Georgieva ist seit 2019 die neue Chefin des IWF.

Die Weltbank wurde 1944 gegründet. Ursprünglich diente sie dem Zweck, den Wiederaufbau der vom Zweiten Weltkrieg verwüsteten Staaten zu finanzieren. 

Seit den 1960er-Jahren ist ihre Hauptaufgabe, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Sie vergibt Darlehen, gewährt technische Hilfe bei Entwicklungsprojekten und koordiniert Entwicklungshilfe und Zusammenarbeit mit anderen Entwicklungshilfeorganisationen. Größter Anteilshalter und das wichtigste Geberland für Kapitalaufstockungen sind die USA. Mit einigem Abstand folgen Japan und China.

2017 strebte die Weltbank eine Kapitalerhöhung an. Peking nutzte die Gelegenheit, um Einfluss auf die Doing-Business-Rankingliste der Weltbank zu nehmen.

Im Doing-Business-Report 2017 stand China auf dem 78. Platz. Dem Untersuchungsbericht der Kanzlei WilmerHale zufolge, war die chinesische Führung mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Die Fortschritte in China seien nicht angemessen gewürdigt worden, weswegen Chinas Beamte Druck auf die Weltbank ausübten. 

Im Entwurf des Berichts für 2018 rutschte China weiter ab – auf Platz 85. Der damalige Weltbank-Präsident Jim Yong Kim und Generaldirektorin Kristalina Georgieva wollten China nicht verprellen. Kim und seine Mitarbeiter diskutierten mit den Autoren des Reports Möglichkeiten, die Werte für Macau, Hongkong und gar für Taiwan einzubeziehen, um China in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Diese Methode erwies sich aber als wenig praktikabel. 

Ab diesem Zeitpunkt soll sich Georgieva direkt in die Diskussion eingeschaltet haben. Bei einem Treffen soll sie den damaligen Direktor für China-Angelegenheiten dafür gerügt haben, dass er die Bedeutung des Doing-Business-Berichts für China falsch eingeschätzt habe.

Dann wurde Georgievas Berater Simeon Djankow eingeschaltet. Djankow war einer der Mitbegründer des Doing-Business-Berichts und für einige Jahre bulgarischer Finanzminister. Er machte anscheinend den Vorschlag, den Wert für einige rechtliche Reformen höher anzusetzen als zuvor. Somit kletterte China von Rang 85 wieder auf Rang 78 wie im Vorjahr. 

Laut dem Untersuchungsbericht rief Georgieva einen involvierten Weltbank-Mitarbeiter in ihr Büro und dankte ihm für seinen „Beitrag zum Multilateralismus“ – offensichtlich eine Anspielung auf die positiven Auswirkungen, die ein besseres Ranking für China auf seine Beziehung zur Weltbank haben würde.

Georgieva hat die Erstellung des Doing-Business-Report 2018 zur Chefsache gemacht. Dem Untersuchungsbericht zufolge fuhr sie am Wochenende vor der Veröffentlichung des Berichts zum Haus einer Mitarbeiterin, um ein gedrucktes Exemplar abzuholen und sich zu vergewissern, dass alles tatsächlich in Ordnung war. Der Hausbesuch war absolut ungewöhnlich. 

Die Autoren des Doing-Business-Berichts wussten eigentlich, dass es nicht angemessen ist, den Bericht durch die Änderung der Methode zu manipulieren. Warum haben sie die Daten trotzdem geändert, statt die Datenunregelmäßigkeiten anderen leitenden Bankmanagern zu berichten?

Dem Untersuchungsbericht zufolge gibt es dafür zwei Hauptgründe:

Erstens gaben die Mitglieder des Doing-Business-Teams an, dass sie das Gefühl hatten, sie könnten sich in der Bank an niemanden wenden, der sie unterstützen würde. Den Mitarbeitern wurde gesagt, dass die Anweisungen zur Änderung der Daten zugunsten Chinas von den höchsten Rängen der Bankleitung kamen. Die Mitarbeiter hatten das Gefühl, dass sie eine Anweisung des Präsidenten oder CEO der Bank nicht anfechten konnten, ohne ihren Arbeitsplatz zu riskieren.

In Bezug auf Doing Business 2020 hatte Herr Djankov, Berater von CEO Georgiewa, in einer Teamsitzung öffentlich gedroht, dass er Verbindungen innerhalb der Weltbankgruppe habe und herausfinden würde, wenn sich jemand über ihn beschweren würde.

Zweitens: Die Mitarbeiter des Doing-Business-Teams hatten alle Angst vor Simeon Djankow. Sie bezeichnen Simeon Djankov als einen „Tyrannen“, der das Team „durch Terror und Einschüchterung“ führte und ein „vergiftetes Umfeld“ schuf.

Der Doing-Business-Bericht 2018 wurde im Oktober 2017 veröffentlicht. China stand auf Rang 78. Bei der Recherche habe ich gesehen, dass China im Doing-Business-Bericht 2019 schon auf dem 46. Rang stand.

Im Bericht 2020 stieg China weiter nach oben – auf Platz 31.

Wie China diesen rasanten Aufstieg geschafft hat, war nicht der Gegenstand der Untersuchung der Kanzlei WilmerHale. Nachdem die dunklen Geheimnisse im Zug der Erstellung des Doing-Business-Berichts 2018 ans Licht gebracht wurden, kann man sich ohne große Schwierigkeiten vorstellen, wie es hinter den Kulissen ablief.

Dieser Fall zeigt uns, wie Peking westliche Eliten als Handlanger benutzt, um starken Einfluss auf internationale Organisationen auszuüben. 

Die Weltbank steckt in einer Vertrauenskrise. Der jüngste Manipulationsskandal hinterlässt eine offene Frage: 

Wenn der Doing-Business-Bericht der Weltbank zugunsten Chinas manipuliert wurde, wie sollte man mit anderen Bewertungen und Prognosen der Weltbank in Bezug auf China umgehen? Ende Juni hat die Weltbank die Wachstumsprognose für China auf 8,5 Prozent angehoben. Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als bei einer vorangegangenen Analyse der Weltbank.

Kann man das noch glauben?



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