„Nicht integrierbar“ – Gambia verweigert Rücknahme von Migranten aus Deutschland

Epoch Times21. September 2021 Aktualisiert: 21. September 2021 15:52
Der Präsident von Gambia weigert sich, Bürger seines Landes, deren Asylbescheid in Deutschland abgelehnt wurde, zurückzunehmen. Der Grund: Sie seien nicht mehr integrierbar.

Päsident Adama Barrow verweigert die Rücknahme ausreisepflichtiger Gambier aus Deutschland. Angeblich würden sich diese in ihrer alten Heimat nicht mehr zurechtfinden, argumentiert Barrow seinen Entscheid gegenüber EU-Behörden.

Obwohl Gambia rein rechtlich verpflichtet ist, der Rücknahme seiner Bürger nachzukommen, hatte der Präsident bereits im August die Abschiebeflüge aus Deutschland und anderen EU-Ländern verhindert, indem er ihnen die Landeerlaubnis nicht erteilte.

Der Grund für sein Handeln ist nicht zuletzt die im Dezember stattfindende Präsidentschaftswahl in dem afrikanischen Land. Es wäre taktisch unklug für ihn, während des Wahlkampfes die Abschiebeflüge aus Europa landen zu lassen. Denn die im Ausland verstreut lebenden Gambier schicken einen Teil der Sozialhilfegelder und Löhne, die sie erwirtschaften, in ihr Heimatland zurück. Dies macht etwas mehr als 21 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und ist einer der Gründe, warum Rückkehrer nicht gerne gesehen werden.

An den überwiesenen Geldern hängen viele Existenzen, und Barrow möchte die Wähler nicht verärgern, in dem er seine Landsleute, die unter anderem auch in Deutschland abgelehnt wurden, zurück nach Hause lässt. Es heißt auch, die Rückkehrer könnten „soziale Unruhen“ verursachen, sagte ein Sprecher der Regierung. „Wir versuchen den Frieden, Stabilität und Demokratie in unserem Land zu konsolidieren“, so der Sprecher.

Die Familien erwarten von den Rückkehrern im Regelfall auch, dass sie Geldmittel mitbringen. Wer ohne Geld oder nur mit wenig Erspartem zurückkehrt, wird gesellschaftlich eher als Versager betrachtet. Diese Umstände können für manche Rückkehrer die Reintegration erschweren.

Von den rund 15.000 Gambiern in Deutschland sind mindestens 6.000 zur Ausreise verpflichtet. Im vergangenen Jahr kamen 644 weitere Migranten aus Gambia nach Deutschland und stellten Asylanträge. 85 Prozent der Anträge wurden abgelehnt.

Nicht nur in Deutschland – auch in den Herkunftsländern der meisten Migranten – wird mit dem Thema der Migration Politik gemacht. Um die Regierungen zur Rücknahme ihrer Bürger zu bewegen, haben die Migrationsländer wie Deutschland wenig Handhabe. Von Einschränkungen bei der Entwicklungshilfe wird normalerweise abgesehen, da diese überwiegend die ärmere Bevölkerung treffen würden und dem Ziel, die Fluchtursachen zu beheben, nicht zuträglich wäre. (nw)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion