Brandstifter von Nantes tötet katholischen Prister.Foto: SEBASTIEN SALOM-GOMIS/AFP via Getty Images

Katholischer Priester von Mann aus Ruanda getötet – Täter offenbar auch Brandstifter von Nantes

Epoch Times10. August 2021 Aktualisiert: 10. August 2021 8:41

Ein Jahr nach der Brandstiftung in der Kathedrale im westfranzösischen Nantes hat der mutmaßliche Täter aus dem afrikanischen Ruanda offenbar einen katholischen Priester getötet. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden meldete sich der Mann am Montagmorgen auf einer Polizeiwache und gestand, den Geistlichen in dem Ort Saint-Laurent-sur-Sèvre im Westen des Landes umgebracht zu haben. Am Abend hieß es, der Mann sei aus dem Polizeigewahrsam in eine Klinik verlegt worden.

Der Polizeigewahrsam sei wegen „Unvereinbarkeit mit seinem Gesundheitszustand“ aufgehoben worden, hieß es aus mit dem Fall vertrauten Kreisen. Der Sender BFM-TV hatte bereits zuvor von der Verlegung in eine Klinik berichtet. Laut Polizeiangaben war der mutmaßliche Täter erst vor wenigen Tagen aus der Psychiatrie entlassen worden. Die Ermittler schlossen einen terroristischen Hintergrund aus.

Der getötete Priester hatte den aus Ruanda stammenden Verdächtigen laut Polizeikreisen seit einigen Monaten beherbergt. Zuletzt sei der mutmaßliche Täter einen Monat lang in der Psychiatrie behandelt worden. Erst Ende Juli wurde er demnach aus der Psychiatrie entlassen.

Brandstifter auf freien Fuß gesetzt

Die Kathedrale von Nantes war im Juli 2020 bei einem Brand schwer beschädigt worden. Kurz darauf wurde ein damals 39-Jähriger freiwilliger Gemeindediener festgenommen und gestand, das Feuer gelegt zu haben. Er wurde zunächst in Untersuchungshaft genommen und später unter richterlicher Aufsicht freigelassen.

Die Leiche des Geistlichen wurde in den Gemeinschaftsräumen der Gemeinde entdeckt. Das Opfer wurde laut Polizeikreisen vor seinem Tod geschlagen. Eine Autopsie soll Aufschluss über die Todesursache geben.

Die mehrfache Präsidentschaftsbewerberin Marine Le Pen prangerte „ein vollständiges Versagen des Staates und von (Innenminister) Gérald Darmanin“ an. „In Frankreich kann man sich also illegal aufhalten, die Kathedrale von Nantes anzünden, nie abgeschoben werden und rückfällig werden, indem man einen Priester ermordet“, schrieb sie auf Twitter.

Der Innenminister warf der Politikerin vor, „zu polemisieren, ohne die Fakten zu kennen“. „Dieser Ausländer konnte trotz seiner Abschiebeanordnung nicht abgeschoben werden, solange seine richterliche Aufsicht nicht aufgehoben war“, erklärte er ebenfalls auf Twitter. Den Katholiken des Landes sicherte Darmanin seine Unterstützung zu.

„Tiefe Trauer“

Der stellvertretende Generalsekretär der französischen Bischofskonferenz, Vincent Neymon, äußerte „Sprachlosigkeit und tiefe Trauer“ angesichts des Vorfalls.

Der letzte tödliche Angriff auf einen katholischen Geistlichen in Frankreich liegt nur wenige Monate zurück. Im Oktober hatte ein 22-jähriger Tunesier in der Basilika Notre-Dame von Nizza drei Menschen mit einem Messer getötet. 2019 war in der Region Oise ein 90-jähriger Priester verprügelt und erstickt worden. Die Tat wurde mit einer jahrzehntealten Anzeige wegen „unangemessenen Verhaltens gegenüber einem Minderjährigen“ in Verbindung gebracht.

2016 bekannte sich die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) zu einem tödlichen Angriff auf einen Priester in Saint-Etienne-du-Rouvray. (afp/oz)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion