Strahlende Siegerin: Giorgia Meloni, Vorsitzende von Fratelli d'Italia, hält ein Schild mit der Aufschrift «Grazie Italia» («Danke Italien»). Das Bündnis um die rechtsradikale Partei kommt Hochrechnungen zufolge bei der Wahl auf eine klare Mehrheit im Parlament.
Die Vorsitzende der italienischen Partei „Fratelli d'Italia“ (Brüder Italiens), Giorgia Meloni, in der Wahlnacht zum 26. September 2022 in Rom.Foto: Oliver Weiken/dpa

Giorgia Meloni: „Wir wollen keine Nummern sein“

Von 1. Oktober 2022
Italien ist auf dem Weg zu einer neuen Regierung. Die neue Regierungschefin Giorgia Meloni will „keine Nummern sein“.

Angeführt von Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia, FDI) hat das Mitte-rechts-Bündnis aus FDI (25,99 Prozent), Matteo Salvinis Lega (8,77 Prozent), Silvio Berlusconis Forza Italia (8,11 Prozent) bei den Wahlen 2022 in Italien die absolute Mehrheit in beiden Parlamentskammern erreicht. Es wird erwartet, dass Giorgia Meloni somit als Italiens erste Ministerpräsidentin in die Geschichte eingehen wird.

Wie sich die politische Zukunft Italiens gestalten könnte, hat somit auch unmittelbar mit Giorgia Meloni zu tun und welche Positionen und Ansichten sie vertritt. Was bietet sich zur Erforschung dessen besser an, als in eine Zeit zurückzugehen, in der die Fratelli d’Italia und Giorgia Meloni noch bei unter fünf Prozent lagen.

2019 teilte Giorgia Meloni auf dem konservativen Weltkongress der Familien in Verona, Italien, ihre Ansichten in einer sehr emotionalen Rede mit dem Publikum. Warum sie für so manche ideologische Strömung ein Dorn im Auge ist, wird in Melonis 15-minütiger Rede deutlich.

„Sie haben uns gesagt, dass wir rückständig sind, dass wir Verlierer sind, dass wir peinlich sind (…) Sie sagten, es sei ein Skandal, wenn Menschen die natürliche, auf der Ehe beruhende Familie verteidigen. (…) Diejenigen, die in die Vergangenheit zurückgehen wollen, sind jene, die versuchen, die Zensur wieder zurückzubringen. (…) Die Peinlichen sind nicht wir. Die Peinlichen sind jene, die Praktiken unterstützen, wie ‚Gebärmutter zur Miete‘, Abtreibung mit neun Monaten und Blockierung der Entwicklung von Kindern mit Drogen im Alter von elf Jahren.“

In ihrer Rede kam Meloni zu einem äußerst sensiblen Punkt, den sie mit einer rhetorischen Fragestellung einleitete: „Warum ist die Familie ein Feind? Warum ist die Familie so beängstigend? Es gibt eine einzige Antwort auf all diese Fragen: Weil sie uns definiert, weil sie unsere Identität ist. Weil alles, was uns definiert, jetzt ein Feind ist. Für diejenigen, die wollen, dass wir keine Identität mehr haben und einfach ein perfekter Konsumentensklave sind. Und darum attackieren sie die nationale Identität, sie attackieren die religiöse Identität, sie attackieren die geschlechtliche Identität, sie attackieren die familiäre Identität.“

An dieser Stelle spricht Giorgia Meloni aus eigener Sicht: „Ich kann mich nicht als Italienerin definieren, als Christin, Frau, Mutter. Nein. Ich muss Bürgerin X sein, Geschlecht X, Elternteil 1, Elternteil 2. Ich muss eine Nummer sein. Denn wenn ich nur eine Nummer bin, wenn ich nicht länger eine Identität oder Wurzeln habe, dann werde ich der perfekte Sklave sein, der den Finanzspekulanten ausgeliefert ist. Der perfekte Konsument. Das ist es, warum wir so viel Angst einflößen. (…) Weil wir keine Nummern sein wollen. Wir werden den Wert des Menschen verteidigen. Jedes einzelnen Menschen. Weil jeder von uns einen einzigartigen genetischen Code hat, der nicht reproduzierbar ist (…) – das ist heilig. Wir werden es verteidigen. Wir werden Gott, Land und Familie verteidigen.“

An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion