Großangriff des Iran auf Israel: G7-Treffen am Nachmittag

Der „Iron Dome“ hat gehalten: Israel und die USA haben den Großangriff des Iran und der Hisbollah in der Nacht zum 14. April abgewehrt. Die meisten Raketen und Drohnen wurden abgefangen. Wie ist die Lage?
Das israelische Luftabwehrsystem «Iron Dome» feuert, um vom Iran abgefeuerte Raketen abzufangen.
Das israelische Luftabwehrsystem „Iron Dome“ feuert, um vom Iran abgefeuerte Raketen abzufangen.Foto: Tomer Neuberg/AP
Von 14. April 2024

Am Abend des 13. April 2024 griff der Iran mit über 200 Drohnen und Raketen Israel an, teilweise wird von 300 gesprochen. Die USA und Israel fingen die meisten Geschosse ab, bevor sie ihre Ziele erreichten. Nur eine kleine Anzahl von Raketen sei auf israelischem Gebiet eingeschlagen, erklärt der israelische Verteidigungsminister. Dabei sei ein Mädchen verletzt worden. Außerdem wurde eine Militärbasis im Süden des Landes getroffen und leicht beschädigt.

Kampfflugzeuge aus Israel fingen mehr als zehn iranische Marschflugkörper außerhalb des israelischen Staatsgebiets ab, ebenso Dutzende unbemannte Flugkörper. Syrien aktivierte deswegen seine Luftabwehr und versuchte seinerseits, israelische Raketen und Flugzeuge abzufangen, so die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London. Einen direkten israelischen Angriff auf Ziele in Syrien gab es nicht.

Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hat nach eigenen Angaben ebenfalls Raketen auf Israel abgefeuert. Ihr Ziel waren die Golanhöhlen. Man habe am späten Samstagabend israelische Kasernen in dem Gebiet mit Raketen vom Typ Katjuscha ins Visier genommen.

Auch im Nordirak kam es zu mehreren Explosionen. Augenzeugen und kurdischen Medien zufolge gingen rund 20 Raketen in der Provinz Erbil nieder. Dort befinden sich unter anderem ein US-Konsulat und eine US-Militärbasis. An dem Konsulat seien Sirenen zu hören gewesen. Über mögliche Schäden oder Opfer gab es zunächst keine Berichte.

Iran warnt vor Gegenangriffen

Der Iran stellte den Angriff auf Israel als angemessene Reaktion für die Attacke auf seine Botschaft in Syrien dar.

„Die Angelegenheit kann als abgeschlossen betrachtet werden. Sollte das israelische Regime jedoch einen weiteren Fehler begehen, wird die Reaktion Irans deutlich härter ausfallen“, teilte die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen am Samstag (Ortszeit) in New York auf der Plattform X mit.

Irans Botschaft betonte, dass die USA sich aus dem Konflikt heraushalten sollten.

Wie wird Israel antworten?

Kurz vor dem Angriff wandte sich Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu seines Landes. Israel sei stark, die Streitkräfte seien stark. Und sie wüssten es zu schätzen, dass die USA an der Seite Israels stünden, ebenso wie Großbritannien, Frankreich und viele andere Länder.

„Wir haben ein klares Prinzip: Wer uns schadet, dem schaden wir auch“, warnte er. „Gemeinsam werden wir standhalten und mit Gottes Hilfe alle unsere Feinde besiegen“, fügte Netanjahu hinzu. Bereits am Freitag warnte Verteidigungsminister Joav Galant, dass ein solcher Angriff nicht ohne Antwort bleiben werde. Nun wird auf höchster Ebene beraten, wie Israel auf den Großangriff des Iran reagieren wird.

Biden will Treffen der G7-Staaten

US-Präsident Joe Biden will angesichts des Überfalls am Sonntag ein Treffen der G7-Staaten einberufen. Ziel sei eine „einheitliche diplomatische Antwort“ auf den „dreisten“ iranischen Angriff. Das Treffen wird am Sonntagnachmittag stattfinden, gab die italienische G7-Präsidentschaft bekannt. Es sei eine Videokonferenz für den frühen Nachmittag einberufen worden.

In der Nacht telefonierten Joe Biden und Benjamin Netanjahu miteinander. Nach Angaben von Israel fand das Telefonat nach Beratungen mit seinem Sicherheitskabinett über den massiven fortlaufenden iranischen Angriff statt. Netanjahu rief Biden anschließend an.

Der US-Präsident sicherte Israel seine „unerschütterliche“ Unterstützung zu. Auch im Onlinedienst X äußerte Biden noch einmal: „Unsere Verpflichtung für Israels Sicherheit gegen Bedrohungen aus dem Iran und von dessen Stellvertretern ist unerschütterlich.“

Die USA unterhalten und nutzen seit Jahrzehnten Stützpunkte im Nahen Osten. Nach Pentagon-Angaben sind im Irak rund 2.400 US-Soldaten im Einsatz. In Syrien sind es demnach etwa 700, in Jordanien rund 4.000. Am Freitag hatte das Pentagon angekündigt, die Militärpräsenz und den Schutz der Truppen in der Region zu verstärken.

Biden hatte kurz vor dem Angriff seinen Wochenendaufenthalt im US-Bundesstaat Delaware abgebrochen, er kehrte nach Washington zurück und nahm an einer Dringlichkeitssitzung teil. Mit dabei waren auch Verteidigungsminister Lloyd Austin, Außenminister Antony Blinken und der Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns.

(Mit Material von Agenturen)

 



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