Wellenreiter geniessen die jährlich wiederkehrende Flutwelle auf dem Fluss Severn bei Gloucester.Foto: Matt Cardy/Getty Images

Großbritannien: Vom Flusssurfen und Käserennen

Von 29. November 2010 Aktualisiert: 29. November 2010 0:16

Gloucester, England: Die Flusswelle des Flusses Severn ist gerettet – zumindest im jetzigen Moment. Ab Frühling, wenn der Mond richtig steht, werde ich hoffentlich ihre mächtige Kraft erstmals selbst erleben dürfen.

Die sensationelle Flusswelle des Flusses Severn trägt die Wellenreiter kilometerweit mit sich, und zwar wegen einer Kombination aus dem Umstand, dass es die weltweit zweitgrößte Gezeitenwelle ist, und es sich beim Severn-Fluss um eine perfekte Tunnelform handelt.

Es ist eben diese Gezeitenwelle, die von einigen Planern als die Kraftquelle eines gigantischen Kraftwerkes vorgesehen war. Sie sollte fünf Prozent des britischen Elektrizitätsbedarfes abdecken und wäre das größte umweltverträgliche Energieprojekt der Welt geworden.

Aber aufgrund von Sorgen bis hin zu Umweltbedenken und Sparmaßnahmen seitens einer von der Krise geplagten Regierung wurde der Plan eines mehr als zehn Kilometer langen Dammes ad Akta gelegt.

Anwohner sorgten sich, dass ein Damm nicht nur für die Natur schädlich wäre, sondern auch ihre geliebte Flusswelle beeinträchtigen würde.

Als ich diese Nachricht vernahm, war ich ebenfalls erleichtert. Obwohl meine Heimatstadt Gloucester gute 50 Meilen von der Küste entfernt ist, ist hier doch der Endpunkt dieser außergewöhnlichen Welle.

Jedes Jahr im Frühling ist die Welle der Hauptgesprächsstoff der Stadt, wo der beste Platz und Zeitpunkt zum Beobachten ist, und natürlich auch die Angebereien über irgendwelche entfernten Verwandten, die die Welle einst bezwungen hatten.

Natürlich wird die Intention, die Welle tatsächlich anzuschauen, mit jeden Frühling schwerer umzusetzen sein. Wie so vieles, wenn man erwachsen wird.

Erst, als ich als junger Erwachsener die Stadt verlassen wollte, sollte mir klarwerden, dass diese Welle ein globales Phänomen ist – eine aus einer Handvoll surfbarer Wellen auf der Welt.

Auf einmal war ich besonders stolz geworden auf die gleiche Welle, die für mich als Teenager nichts anderes was als eine … naja Welle.

Als ich erstmals von den Plänen des Dammes hörte, fühlte ich mich schlecht, dass ich die Welle niemals gesehen hatte, so wie ich auch andere Schätze meiner Heimatstadt verpasst hatte.

Eine andere Sache, die mich mit ähnlichem Stolz erfüllt, ist der lokale Käseroll-Wettbewerb. Jetzt denken Sie vielleicht – so wie ich seinerzeit als Teenager – dass so was doch nicht mit einem global einzigartigen Naturphänomen wie einer surfbaren Flusswelle vergleichbar ist. Aber – genauso wie ich – liegen Sie hier falsch.

Aus meinem Kinderzimmerfenster, ungefähr drei Meilen entfernt, sieht man einen kahl ausschauenden Grashang – an einen recht unscheinbaren Hügel angrenzend.

Aber, geht man näher hin, sieht man, dass dieser Hang eigentlich ein 300 Yard [ca. 270 Meter] großer grüner Koloss ist, eine grüne, steil abfallende Klippe.

Bei den anstrengenden Wochenend-Familienausflügen durch die Büsche auf den Cooper Hill hinauf war ich es gewohnt, Geschichten von Leuten zu hören, die diesen Hang in halsbrecherischem Tempo hinunterstürzen, um den Käserollen bis zum Ende des 70-Grad-Hanges nachzujagen. Eine weitere lokale Sonderheit eben.

Es ist bizarr, genau wie die runden Double-Gloucester Käselaibe, die jedes Jahr um Naselängen vor den Nachjagenden den Hang herunter rasen. Dieses Rennen wurde in den letzten Jahren mehr und mehr im In- und Ausland bekannt und zog seither eine große Anzahl von Mitspielern an.

Die Welle und das Käserennen haben mittlerweile beide einen festen Platz im Nachrichtenkalender. Es wird Zeit, dass auch ich sie in meinem eintrage.

Artikel auf Englisch: Global Dispatches UK: Of River Surfing and Cheese Rolling

 

 



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion