Helmut SchmidtFoto: über dts Nachrichtenagentur

Kreml hegte in den 1970ern Illusionen über Helmut Schmidt – hoffte auf ein Bündnis mit der BRD

Epoch Times9. Juni 2018 Aktualisiert: 9. Juni 2018 14:07
Die russische Regierung hatte in den Siebziger Jahren offenbar die Hoffnung, dass sich die Bundesrepublik unter Schmidt aus der Nato und der Europäischen Gemeinschaft (EG) löse und sich auf die Seite von Russland stellt.

Die russische Regierung hat sich offenbar in den 1970er Jahren Illusionen über den damaligen Bundeskanzler (1974 bis 1982) Helmut Schmidt gemacht. Der Kreml habe ernsthaft gehofft, er könne die Bundesrepublik unter Schmidt aus der Nato und der Europäischen Gemeinschaft (EG) lösen, schreibt der „Spiegel“ unter Berufung auf Notizen, die nun das National Security Archive in Washington veröffentlicht hat.

Kurz vor einem Besuch des sowjetischen Generalsekretärs Leonid Breschnew bei Schmidt in Bonn im Mai 1978 notierte Breschnews außenpolitischer Mitarbeiter Anatolij Tschernjajew, „das Hauptziel ist es, Westdeutschland zu uns zu ziehen, sodass es uns als Partner Nr. 1 wählt, und nicht die USA“.

Eine solche Entwicklung würde sich für Moskau ökonomisch lohnen, außerdem sei dann „ganz Osteuropa zwischen uns“. Offenbar erwog der Kreml, seine Vorherrschaft über Polen mit den Deutschen zu teilen. Eine Wiedervereinigung lehnte Tschernjajew allerdings ab. Dennoch glaubte er, die Westdeutschen fänden ein Bündnis mit Moskau attraktiv:

Sie verstehen, dass sie ihre Großmachtträume nur in einer Allianz mit uns verwirklichen können.“

Dabei war Schmidt überzeugter Atlantiker. Von seinem Besucher Breschnew wollte er vor allem eines: ein Ende der sowjetischen Hochrüstung. (dts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion