Panama City.Foto: iStock

Furcht vor „Pandora Papers“ – „Der Schaden könnte nicht zu verwinden sein“

Epoch Times3. Oktober 2021 Aktualisiert: 3. Oktober 2021 17:14
Panama hat Angst vor einer für Sonntag geplanten Veröffentlichung eines internationalen Journalistenverbundes zur weltweiten Steuervermeidung. "Der Schaden könnte nicht zu verwinden sein", heißt es in einem Schreiben der panamaischen Regierung.

Panama hat Angst vor einer für Sonntag geplanten Veröffentlichung eines internationalen Journalistenverbundes zur weltweiten Steuervermeidung.

„Der Schaden könnte nicht zu verwinden sein“, heißt es in einem Schreiben der panamaischen Regierung an das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), das Medien in Panama veröffentlichten. Die Organisation hatte auf Twitter für Sonntag (18.30 Uhr MESZ) seine „bisher umfangreichste Enthüllung von Finanzgeheimnissen“ angekündigt.

Nach Angaben des Journlisten-Konsortiums basieren die sogenannten Pandora Papers auf 11,9 Millionen geleakten Dokumenten, „die jeden Winkel der Welt abdecken“. 600 Reporter in 117 Ländern haben demnach bei der Auswertung mitgearbeitet.

Die Regierung in Panama-Stadt befürchtet offenbar, das Land könnte erneut im Zentrum eines daraus entstehenden Finanzskandals stehen wie nach der Veröffentlichung der Panama Papers 2016. Damals hatte ein anonymer Whistleblower der „Süddeutschen Zeitung“ mehr als elf Millionen interne Dokumente der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca zugespielt. Eine Auswertung in Zusammenarbeit mit dem ICIJ enthüllte ein ausgeklügeltes System zur globalen Steuervermeidung.

Nach der Veröffentlichung mussten etliche Politiker – darunter der damalige isländische Regierungschef Sigmundur Gunnlaugsson und der pakistanische Premier Nawaz Sharif – von ihren Ämtern zurücktreten. Weltweit wurden tausende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das internationale Ansehen Panamas litt darunter erheblich.

Die Regierung warnte nun, dass „jede Veröffentlichung“, die „eine falsche Wahrnehmung“ des Landes als mögliche Steueroase verstärke, „verheerende Folgen für Panama und seine Bevölkerung haben wird“. Das Schreiben verweist auf verschiedene Gesetzesreformen in Panama seit 2016, etwa um die Bankenkontrollen zu verstärken und Steuerhinterziehung härter zu bestrafen. Das Panama von 2016 „ist nicht mit dem Panama von heute zu vergleichen“, erklärte die Regierung. (afp/oz)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion