Portugal: Bundeswehr-Ärzte leisten Corona-Hilfe in von China geführter Luxusklinik

Von 1. März 2021 Aktualisiert: 1. März 2021 9:20
Seit Anfang Februar sind auch Sanitätsteams der Bundeswehr in Portugal, um bei der Eindämmung von Corona zu helfen. Ihr Einsatzort sorgt nun für Argwohn: Ärzte und Helfer sind in einem privaten Luxuskrankenhaus tätig, das von Chinas Fosun-Konzern aufgekauft wurde.

Der Einsatz eines Sanitätsteams der Deutschen Bundeswehr in einem Großkrankenhaus in Lissabon hat in Portugal kritische Nachfragen ausgelöst. Wie die „Deutsche Welle“ (DW) berichtet, sind derzeit 26 Ärzte, Pfleger und Hygieneexperten der Truppe im Hilfseinsatz in der Klinik Luz Saúde.

Bei dieser handelt es sich nicht um irgendein Krankenhaus, sondern um ein Prestigeprojekt wirtschaftlicher Einflussnahme des KP-Regimes Chinas in Europa: Seit zwei Jahren wird die Privatklinik vom Fosun-Konzern kontrolliert.

Bundeswehr hilft in Krankenhaus, das 2014 von Fosun erworben wurde

Das Luz Saúde ist nicht das einzige Krankenhaus in Portugal, das chinesische Konzerne im Laufe der vergangenen Jahre unter ihre Kontrolle bringen konnten. Wie Reuters bereits 2018 berichtete, haben chinesische Investoren wie Staatsfonds oder vom Regime kontrollierte Unternehmenskonglomerate wie Fosun die günstigen Preise nach dem Euro-Rettungsplan 2011-2014 genutzt, um massiv Anteile an portugiesischen Infrastruktur-Einrichtungen, aber auch Banken und Versicherungen aufzukaufen.

In diesem Zusammenhang sollen allein 460 Millionen Euro in den Erwerb des Luz Saúde geflossen sein – in dem nun deutsche Soldaten ihren Dienst verrichten. Von der Regierung selbst hat das Klinikum, wie Investigativjournalist Rui Barros enthüllte, allein in den ersten sieben Monaten der Corona-Pandemie Aufträge im Gegenwert von 40 Millionen Euro zur COVID-19-Bekämpfung erhalten.

China-nahe Konzerne erhalten Großaufträge

Er hält es für „schon interessant, dass die drei Unternehmen, die die meisten Gelder in dem Zusammenhang bekommen haben, allesamt enge Beziehungen nach China haben“, erklärt Barros gegenüber DW. Obwohl mangels EU-Zulassung der chinesische Impfstoff Coronavac noch nicht in Portugal im Einsatz ist, mehren sich auch Stimmen in der Politik, die dafür plädieren, notfalls auch auf diesen zurückzugreifen, um die Bevölkerung vor schweren Corona-Verläufen zu schützen.

Mittlerweile ist die Zahl der (Neu-)infektionen bzw. positiven PCR-Tests, die vor einem Monat noch bei bis zu knapp 16.500 pro Tag gelegen haben soll, in den Bereich zwischen 1.000 und 2.000 zurückgegangen. Europäische Partner, die das Land auf dem Höhepunkt seiner zweiten Welle um Hilfe ersucht hatten, sind jedoch immer noch vor Ort – unter anderem das Sanitätsteam der Bundeswehr.

Guangchang durch „Korruptionsermittlungen“ diszipliniert

Das Team soll sich unter anderem um Intensivpatienten kümmern – an der größten Privatklinik, die nun von einem chinesischen Konzern geleitet wird, über den das Pekinger Regime seine Kontrolle in den vergangenen Jahren weiter verstärkt hat.

Fosun-Gründer Guo Guangchang, der auch der „Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes“ angehört, war 2015 kurzfristig festgenommen worden. Nachdem der Milliardär gelobt hatte, an der Aufklärung gegen ihn gerichteter Korruptionsvorwürfe mitzuwirken, durfte er wieder an die Spitze des Konzerns zurückkehren, wobei die Führung ihm allerdings eine Reihe von Co-Vorsitzenden als „Aufpasser“ beigab.

Es wird davon ausgegangen, dass das Vorgehen des Regimes im Rahmen von Machthaber Xi Jinpings „Anti-Korruptions-Kampagne“ den Zweck verfolgte, Guangchang zu verdeutlichen, dass es in seinem eigenen Interesse läge, sich jederzeit konform zur Doktrin der kommunistischen Führung zu verhalten.

Portugal: Ineffizientes Gesundheitssystem macht Kliniken wie Luz Saúde noch attraktiver

Im Luz Saúde werden üblicherweise Prominente wie Fußballstar Cristiano Ronaldo behandelt. Das private Gesundheitssystem, das sich über teure Zusatzversicherungen finanziert, bietet einen deutliche besseren Komfort und eine qualitativ hochwertigere Ausstattung als übliche Kliniken für gesetzlich Versicherte.

Das chinesische Regime scheint in den Luxuskliniken, deren Erfolg auch ein Resultat eines höchst bürokratischen und ineffizienten öffentlichen Gesundheitssystems ist, eine auch künftig einträgliche Einnahmequelle zu sehen.

Bundeswehr-Ärztin Katja Thinnes erklärt gegenüber DW jedoch, dass man „natürlich Menschen aus dem ganz normalen Gesundheitssystem“ behandele. Die Privatklinik stelle nur die Infrastruktur für Behandlung von Corona-Patienten zur Verfügung und böte Unterstützungsleistungen an.


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Finanzmärkte, Handel, Medien, Ideologie, internationales Recht, Weltraum und vieles mehr sind potenzielle Krisenfelder, auf denen im übertragenen Sinn ein Krieg tobt. Für die KP China bedeutet es jedoch Krieg im wahrsten Sinne des Wortes. Diese Partei, die die Regierung Chinas stellt, vertritt den Grundgedanken der „uneingeschränkten Kriegsführung“.

Zu den Mitteln des Kampfes gehören das Hacken von IT-Systemen, Terrorismus, psychologische, biochemische, ökologische, atomare und elektronische Kriegsführung, die Verbreitung von Drogen, Schmuggel, Sanktionen und so weiter.

Der Schlüsselpunkt dazu sind nicht unbedingt die unter Waffen stehenden Streitkräfte, sondern die „Generalisierung von Krieg“ für jeden chinesischen Landesbürger. „Uneingeschränkte Kriegsführung“ meint, dass „alle Waffen und Technologien nach Belieben eingesetzt werden können; was bedeutet, dass alle Grenzen zwischen Krieg und Frieden, zwischen militärischer Welt und ziviler Welt aufgebrochen werden.“

Genau darum geht es im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ mit dem Titel „Chinas Griff nach der Weltherrschaft“. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion