Etliche tausend Windenergieanlagen sind in Zentraleuropa aktuell von einer Störung betroffen.Foto: Patrick Pleul/dpa

Satelliten-Störung schränkt Betrieb von Windkraftanlagen ein

Epoch Times28. Februar 2022 Aktualisiert: 28. Februar 2022 17:44
Rund 30.000 Satellitenterminals sind von der Störung betroffen. Ein Fernzugriff ist aktuell nicht möglich. Die genaue Ursache ist weiter unklar.


Eine Störung des Satelliten-Netzwerks KA-SAT schränkt den Betrieb von etlichen tausend Windenergieanlagen in Zentraleuropa ein.

Allein beim großen deutschen Windenergieanlagen-Hersteller Enercon seien rund 5.800 Anlagen betroffen, sagte ein Firmensprecher am Montag in Aurich. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Die Windkrafträder laufen zwar noch und liefern auch Strom, sie sind aber für eine Überwachung und Steuerung aus der Ferne nicht mehr erreichbar.

Betroffen sind demnach Anlagen mit einer Gesamtleistung von elf Gigawatt. Ob auch Anlagen weiterer Anbieter betroffen sind, war am Montagnachmittag noch unklar. Ein Sprecher des britischen Unternehmens Vestas, der auf Twitter auch als betroffener Hersteller genannt wurde, konnte den Vorfall nicht bestätigen.

BSI ist eingeschaltet

Weil die Anlagen zur kritischen Infrastruktur zählen, meldete Enercon den Vorfall an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Ein BSI-Sprecher bestätigte: „Wir sind informiert, stehen im Austausch mit der Bundesnetzagentur und versuchen das zu bewerten.“

Enercon betonte, die Anlagen könnten sich „grundsätzlich autark und selbstständig regulieren“. Der Zugriff aus der Ferne sei jedoch nicht mehr möglich. Daher müsste der Turbinenhersteller aus Aurich im Störfall sein Servicepersonal zur Prüfung zu den einzelnen Anlagen herausschicken.

Die genaue Ursache der Satellitenstörung, die am vergangenen Donnerstag auftrat, ist noch nicht bekannt. Die Kommunikationsdienste fielen aber nahezu zeitgleich mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine aus. Betroffen sind europaweit rund 30.000 Satellitenterminals, die von unterschiedlichen Branchen genutzt werden. (dpa/red)



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