Die Armee von Tadschikistan bei einer Übung.Foto: STR/AFP/GettyImages

Tadschikistan hält wegen Taliban-Vormarsch Großübung ab – Russland unterstützt das Land militärisch

Epoch Times28. Juli 2021 Aktualisiert: 28. Juli 2021 11:13

Tadschikistans Armee hat angesichts des Vormarschs der radikalislamischen Taliban im Nachbarland Afghanistan ein Großmanöver abgehalten. Die 230.000 Mitglieder der Sicherheitskräfte des zentralasiatischen Landes wurden auf Anweisung von Präsident Emomali Rachmon am frühen Donnerstagmorgen zu einer Übung für den Ernstfall gerufen. Die Regierung in Duschanbe verlegte zudem 20.000 Soldaten an die Grenze zu Afghanistan.

Es ist die erste derartige Militärübung in der 30-jährigen Geschichte des Landes seit seiner Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Dabei testeten die Bodentruppen und die Luftwaffe alle von der tadschikischen Armee verwendeten Waffen. Die im Staatsfernsehen übertragene Übung endete mit einer Militärparade und Führung des Präsidenten.

Parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderer Nato-Truppen aus Afghanistan hatten die Taliban in den vergangenen Monaten große Teile Afghanistans erobert. Beobachter befürchten, dass die Islamisten nach dem vollständigen Abzug der internationalen Truppen wieder die Macht am Hindukusch übernehmen könnten. Die Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung in Doha sind seit Monaten festgefahren.

„Die Situation in unserem Nachbarland – der Islamischen Republik Afghanistan – insbesondere in den nördlichen Regionen, die an unser Land grenzen, ist nach wie vor äußerst komplex und unsicher“, sagte Präsident Rachmon. Die Streitkräfte rief er auf, „bereit zu sein, den Frieden und die Stabilität“ in der Region zu verteidigen.

Angesichts der jüngsten Offensiven durch die radikalislamischen Taliban in Afghanistan will Russland seinen zentralasiatischen Verbündeten Tadschikistan mit Waffen und Ausrüstung unterstützen. Wie der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch bei einem Besuch in dem Land mitteilte, werden Russland, Tadschikistan und Usbekistan in der kommenden Woche zudem gemeinsame Militärübungen an der Grenze abhalten. Schoigu machte den „übereilten“ Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan für die Verschlechterung der Lage verantwortlich.

Parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderer Nato-Truppen aus Afghanistan hatten die Taliban in den vergangenen Monaten große Teile des Landes erobert. Mittlerweile kontrollieren sie rund die Hälfte der etwa 400 Bezirke Afghanistans. Beobachter befürchten, dass die Islamisten nach dem vollständigen Abzug der internationalen Truppen wieder die Macht am Hindukusch übernehmen könnten.

Am 1. Juli trafen sich US-Außenminister Antony J. Blinken und der tadschikische Außenminister Sirojiddin Muhriddin in Washington, D.C. Blinken bekräftigte dabei die Stärke und Bedeutung der bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Tadschikistan und würdigte die anhaltende Führungsrolle von Außenminister Muhriddin in regionalen Sicherheitsfragen.

Beide Außenminister bekräftigten, dass eine gerechte und dauerhafte Regelung in Afghanistan das regionale Wirtschaftswachstum und die Integration fördern würde. Blinken äußerte den Wunsch nach weiterer bilateraler Zusammenarbeit zur Förderung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie der wirtschaftlichen Entwicklung und bekräftigte das Engagement der USA für die Sicherheit, Stabilität und territoriale Integrität Tadschikistans. (afp/er)



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