Zu dick, krank oder kriminell – US-Armee leidet unter Nachwuchsmangel

Ein Fünftel der amerikanischen Soldaten ist stark übergewichtig. Auch der Bewerberpool sieht wenig versprechend aus. Die Gesundheitsorganisation CDC hält den Nachwuchsmangel bei der US-Armee für eine Bedrohung der nationalen Sicherheit.
US-Armee steht vor Rekrutierungsproblemen
Fast 80 Prozent der jungen Amerikaner sind nicht wehrdienstfähig.Foto: Scott Olson/Getty Images
Von 11. März 2023

Die US-Armee steht vor massiven Rekrutierungsproblemen. Fast 80 Prozent der Amerikaner im Alter von 17 bis 24 Jahren ist für den Wehrdienst körperlich nicht geeignet. Eine der größten Hürden: das Übergewicht.

Im Jahr 2020 galten rund 42 Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung als adipös. Sich gesund und fit zu halten, sei auch bei den Soldaten, die derzeit im Dienst sind, eine Herausforderung.

Fettleibigkeit als Sicherheitsbedrohung

Laut einer Studie der Zentren für Krankheitskontrolle (CDC) wurden im Jahr 2020 rund 19 Prozent der amerikanischen Soldaten als stark übergewichtig eingestuft. Das hat Folgen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Muskel-Skelett-Verletzungen bei dieser Personengruppe auftreten, sei 33 Prozent höher.

Die Personalprobleme bei der Armee, Marine und Air Force brachte die CDC dazu, Fettleibigkeit als eine Bedrohung der nationalen Sicherheit zu erklären. Anfang Oktober 2022 gab die US-Armee bekannt, dass sie ihr Einzugsziel für neue Rekruten um ganze 25 Prozent verfehlt hat.

Adipositas in der breiten Bevölkerung habe den Bewerberpool für die Armee erheblich eingeengt, erklärte Sicherheitsanalystin Irina Tsukerman gegenüber der Epoch Times. Aber nicht nur das. Man habe auch mit „sinkenden Intelligenz- und Bildungsstandards“ zu kämpfen. Wegen mangelnder Belastbarkeit und Flexibilität seien einige US-Soldaten den unterschiedlichen Herausforderungen nicht gewachsen.

Tsukerman fügte hinzu: Fitness habe man vor allem bei den Polizisten in den Städten beobachtet. „Jedes Jahr werden über 60 Millionen Dollar ausgegeben, um die mehr als 1.200 Soldaten zu ersetzen, die wegen Übergewicht entlassen werden müssen“, gab die Sicherheitsanalystin zu Bedenken.

Die Messlatte niedriger legen?

Generalleutnant Xavier Brunson hatte im vergangenen Jahr gegenüber der Tageszeitung „Spokeman-Review“ unverblümt erklärt, dass junge Amerikaner entweder zu dick, zu krank oder zu kriminell sind, um in der Armee zu dienen. Dieser „Zustand“ sei aber keineswegs nur ein „Problem des Militärs“. Man müsse sich heute auf nationaler Ebene fragen, „was mit der Jugend los ist“.

Um neue Rekruten zu gewinnen, hat die US-Armee nun ihre Fitnessstandards heruntergeschraubt. Dies gelte insbesondere für Positionen, die körperlich weniger anspruchsvoll sind.

Deutsche Rekruten dürfen länger schlafen

Auch die deutsche Bundeswehr ringt um Nachwuchs. Doch hierzulande hat man weniger mit Übergewicht zu kämpfen. Von 2016 bis 2020 gab es rund 1.400 Bewerber, die wegen Übergewicht als nicht wehrdiensttauglich eingestuft wurden. Dies entspreche einem Anteil von unter einem Prozent aller wehrmedizinischen Gutachten. Dies teilte die Bundesregierung im Jahr 2021 auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion mit.

Als Problem werden in Deutschland jedoch eher die hohen Abbrecherquoten gesehen. Ein Hauptgrund für die vorzeitigen Abbrüche sei die „subjektiv empfundene physische oder psychische Überforderung“. Dies geht aus einer internen Befragung der Bundeswehr hervor.

Gerade junge Rekruten tun sich mit der abrupten Alltagsumstellung schwer, so Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn. Der Unterricht fängt an den meisten Schulen erst um 8 Uhr an, während der Dienst bei der Bundeswehr in der Regel bereits um 7 Uhr beginnt. Das soll nun angepasst werden, um die Zahl der Abbrecher zu reduzieren. Die Rekruten bei den Fallschirmjägern dürfen künftig eine Stunde länger schlafen.

Mit Material von The Epoch Times.



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