15. EIKE-Konferenz: Fachtagung mit geballtem Wissen – und Vandalismus

An der Klimadebatte erhitzen sich die Gemüter. Viele neue Erkenntnisse, aber auch einen unschönen Gegenschlag, erlebten die Tagungsgäste der EIKE-Konferenz in Sachsen-Anhalt.
15. EIKE-Konferenz: Fachtagung mit Fachwissen - und Vandalismus
Der Eingang zur Konferenz mit Beschmierungen.Foto: Epoch Times
Von 27. November 2022

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In einer ehemaligen Industriehalle in Braunsbedra in Sachsen-Anhalt fand am Freitag und Samstag (25. + 26.11.) die 15. Internationale Klima- und Energiekonferenz statt. Veranstalter war das Europäische Institut für Klima und Energie e.V., kurz EIKE. Rund 140 Wissenschaftler und Interessenten kamen zu der Konferenz zusammen, um sich auf verschiedenen Ebenen mit der derzeitigen Energiewende- und Klimadebatte auseinanderzusetzen.

Die insgesamt 16. Referenten präsentierten in 17 Vorträgen ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über verschiedene Energiequellen, ihren Beitrag zur Energieversorgung sowie weitere Einflussfaktoren auf das Weltklima. Teilweise griffen sie dabei auf ihre jahrzehntelange Erfahrung zurück – oder auf teils noch unveröffentlichte Forschungsergebnisse. Dabei hinterfragten sie, ob CO₂ tatsächlich der alleinige Antrieb eines menschengemachten Klimawandels sein könne. Auch analysierten sie, wie die momentane Klimaentwicklung im historischen Verlauf einzuordnen ist.

Widerstand und Angriffe

Zu Beginn der Konferenz sprach der EIKE-Präsident Dr. Holger Thuß über die Verteidigung von Diskurs und Wissenschaft. Dabei erwähnte er auch die Schwierigkeiten, die es im Vorfeld gegeben hätte. Viele seien nicht an einer offenen Debatte interessiert und bezeichnen die EIKE-Vertreter in verschiedenen Medien etwa als „Klimawandel-Leugner“ und das Jahr 2007 als ein besonders schlechtes Jahr für den Klimaschutz. Die Begründung: In dem Jahr wurde EIKE gegründet.

Ein unerfreuliches Hindernis gab es auch während der Konferenz. In der Nacht zum zweiten Konferenztag haben Unbekannte die Industriehalle mit Sprüchen wie „Klimaschutz heißt Antifa“ oder „EIKE haut ab“ beschmiert. Weder Veranstalter noch Mitarbeiter der Pfännerhall konnten die Halle betreten, da die Unbekannten auch alle Schlösser mit einem Kleber versiegelten. Eine Anzeige gegen unbekannt ging bei der Polizei ein. Um den zweiten Konferenztag planmäßig abhalten zu können, war man letztendlich gezwungen, an einer Seitentür eine Scheibe einzuschlagen, um überhaupt in die Halle zu gelangen.

Thuß bezeichnete den Vandalismus als einen Anschlag, der deutlich gegen die Fachtagung gerichtet sei. Darüber hinaus „ist es ein Anschlag auf das Projekt Pfännerhall, es ist ein Anschlag auf ein historisches Industriedenkmal“, stellte der EIKE-Präsident fest. Dahinter stecken laut Thuß linke Gruppen, „die Anschläge begehen auf die Arbeitskultur der Vergangenheit“. Früher hätten sich die linken Parteien noch dafür eingesetzt, dass es der arbeitenden Bevölkerung besser gehe. Heute hätten diese Organisationen überhaupt keinen Respekt mehr. Keinen Respekt für die Arbeitskultur der Menschen, die unseren Wohlstand geschaffen haben.

„Wir sind weiter motiviert, unsere Veranstaltung fortzuführen, in welcher Form auch immer. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir von der Gegenseite ernst genommen werden“, gab sich Thuß selbstbewusst.

Auch Dominique Görlitz, Kurator des ortsansässigen Museums zur Industrie- und Urgeschichte in der Region, verurteilte die Aktion. Zur Mittagspause ergänzte er, es sei goldrichtig, diese Veranstaltung durchzuführen und sie auch an diesem historischen Ort durchzuführen. Die vier Ausstellungen zeigen unter anderem einen im Rahmen des Braunkohleabbaus vor Ort gefundenen vier bis sechs Meter hohen Riesenelefanten. Diese Urzeitriesen entwickelten sich aufgrund der vorhandenen üppigen Vegetation, die ihrerseits von einer deutlich höheren CO₂-Konzentration profitierte.

Gegenveranstaltung

An beiden Konferenztagen protestierte zudem eine Gegenveranstaltung mit einem Infozelt friedlich nahe der Konferenzhalle. Die Gruppe bildete sich aus einer losen Vereinigung verschiedener Organisatoren und Personen wie etwa lokalen Grünen-Politikern, sozial-engagierten Bündnissen oder Fridays for Future Merseburg. In einem offenen Brief stellen sie die Wissenschaftlichkeit von EIKE infrage und unterstützen die Energiewende.

Wie eine Teilnehmerin gegenüber Epoch Times mitteilte, schenkten sie den 97 Prozent der Wissenschaftler ihren Glauben, die den Thesen des IPCC zustimmten. Ihr Ansinnen sei „die Welt unabhängig zu machen von ganz fiesen fossilen Diktatoren und Autokraten.“ Dass „97 Prozent der Klimawissenschaftler“ sich in Wahrheit alles andere als einig seien, erklärte Marcel Crok, einer der Referenten, bereits im Vorfeld der Konferenz in einem Interview mit der Epoch Times.

„Katastrophale Folgen“ ohne oder mit Klimamaßnahmen?

Einen für die Konferenz repräsentativen Vortrag hielt Prof. Dr. Wolfgang Merbach. Der Agrikultur-Chemiker hat in seiner Laufbahn über 350 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, von denen viele in internationalen Fachzeitschriften erschienen sind.

Prof. Merbach erwähnte in seinem Vortrag die gängige Hypothese des Weltklimarates IPCC, wonach die Erderwärmung ausschließlich vom Menschen erzeugten CO₂ ausgelöst werde und dadurch „katastrophale Folgen“ hätte. Er „teile diese Auffassung nicht“. Stattdessen bezeichnete Prof. Merbach CO₂ im Zusammenhang mit Wasser als Basis irdischen Lebens. Seiner Aussage nach sei es bisher nicht erwiesen, dass CO₂ eine hohe Einflussnahme auf unser Klima hätte.

Anders als ein Großteil der Bevölkerung und wichtige Entscheidungsträger hält Prof. Merbach wärmere Zeiten für gut. In der Erdgeschichte hätten diese bisher immer zu mehr Entwicklung sowohl bei Pflanzen als auch bei Menschen geführt.

Aufgrund dieser entgegengesetzten Auffassung sieht Prof. Merbach auch in den politischen Maßnahmen des IPCC viele Fehlentscheidungen. Neben dem Green Deal der EU bemängelte er die deutsche Energiewende. Deutschland setze „zu einseitig auf Wind und Fotovoltaik, raschen Doppelausstieg aus Kohle- und Kernenergie sowie russisches Erdgas als ‚Lückenfüller’“, schilderte der Professor.

Wir haben ganz bewusst unsere gesicherte Energie zurückgeführt und wir haben nicht geschaut, was stattdessen zur Kompensation kommen könnte“, stellte Prof. Merbach fest.

Welche Folgen hat die Energiewende wirklich?

Die komplette Energieversorgung Deutschlands ließe sich nach Merbach keinesfalls mit den erneuerbaren Energiequellen erreichen, wie es die Bundesregierung umsetzen will. Gleichzeitig stelle sich die Frage, ob die Maßnahmen überhaupt zur Erreichung der willkürlich festgelegten Klimaziele – der Reduzierung von CO₂ – beitragen.

Prof. Merbach beantwortet dies mit einem klaren Nein. Eine Grafik lässt die CO₂-Reduktionen in den USA, Europa und Deutschland von 2017 bis 2030 erkennen. Diese erscheinen jedoch als nahezu unbedeutend, wenn man dem die zunehmenden CO₂-Emissionen von Indien, China und weiteren Ländern im selben Zeitraum gegenüberstellt. Daher sei das CO₂-Minderungsabkommen laut Prof. Merbach in Wirklichkeit „ein CO₂-Erhöhungsabkommen“.

Wegen der Energiewende erlebe Deutschland nun die bekannte Verteuerung von Erzeugerpreisen und Produkten. Der Mittelstand erlebe daher Insolvenzen und eine Abwanderung von Unternehmen. Dazu nannte er mehrere Beispiele, wie etwa die Produktionsreduzierung des Chemiestandortes Leuna in unmittelbarer Nachbarschaft der Veranstaltung. Diese betrage nur noch 50 Prozent. Merbach nannte dazu im Weiteren die Initiative „Rettet unsere Industrie“, die auf die bereits stattfindende Deindustrialisierung in Deutschland hinweist.

CO₂ und andere Einflussfaktoren

Andere Wissenschaftler rückten Klima-Einflussfaktoren in den Fokus, die unabhängig von CO₂ wirken und mitunter viel stärker sind. So erörterte etwa Prof. Dr. Nir Shaviv aus Israel in seinem Redebeitrag die Sonne als entscheidenden Klimafaktor. Sie sei „der Elefant im (Nachbar-) Raum“, auf den man schauen solle, ergänzte sein Kollege Prof Dr. Nicola Scafetta aus Italien. Er führte weiter aus, dass wiederum die Planeten die Sonne beeinflussen. Ein Effekt, der in der Vergangenheit oft als „zu klein“ abgetan und ignoriert wurde.

Viele in der Klima-Gemeinde klammern den Faktor Sonne aus, weil sie keine astronomischen Kenntnisse haben. … [Aber] Ohne diese kann man das Erdklima nicht verstehen“, so Prof. Scafetta. Die Publikation seiner Ergebnisse sei in Vorbereitung.

Prof. Dr. Henrik Svensmark aus Dänemark präsentierte mit seinem Vortrag einen weiteren astronomischen Einflussfaktor – kosmische Strahlung. Das IPCC schätzt den Einfluss von kosmischer Strahlung als unwesentlich ein. Prof. Svensmarks gesammelte Daten widersprechen dem jedoch. Die kombinierten kosmischen und planetaren Einflüsse erklären die Temperaturentwicklung der vergangenen Jahrtausende und der Gegenwart dann auch deutlich besser als die Klimamodelle des IPCC.



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