Afghanen warten darauf, eine biometrische Registrierung zu durchlaufen, um ihre Passanträge am 25. Juli 2021 in einem Büro in Kabul einzureichen.Foto: SAJJAD HUSSAIN / AFP über Getty Images

Afghanistan: 900 Ortskräfte in Deutschland angekommen – US-Luftwaffe unterstützt Regierungstruppen

Epoch Times26. Juli 2021 Aktualisiert: 26. Juli 2021 15:15

Nach der Rückkehr der letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan sind bereits 905 ehemalige Helfer und Familienangehörige nach Deutschland zurückgekehrt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Montag haben 491 ehemalige Ortskräfte, die in den vergangenen beiden Jahren für die Bundeswehr gearbeitet haben, eine Zusage zur Aufnahme in Deutschland erhalten. Hinzu kämen 1.991 Familienangehörige. Bislang seien 905 davon in Deutschland eingetroffen.

Das Auswärtige Amt hat nach eigenen Angaben 2.400 Visa für Ortskräfte und ihre Angehörigen ausgestellt. Damit sei allen Helfern und Familienangehörigen, die in Masar-i-Sharif einen entsprechenden Antrag gestellt haben, die Einreise erlaubt worden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Die Bundesregierung prüft derzeit Möglichkeiten, die Ortskräfte und ihre Angehörigen bei der Einreise nach Deutschland zu unterstützen. Es könnten Tickets für Linienflüge bezahlt oder Charterflüge bereitgestellt werden, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter.

Er verteidigte ausdrücklich die Entscheidung, den Betroffenen nur eine befristete Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen. Die Menschen kämen nach Deutschland, um hier Schutz zu erhalten. Wenn die Menschen wieder die Möglichkeit hätten, sicher in ihrem Land zu leben, könnten sie dorthin zurückkehren. Wenn die Situation nach Ablauf der Frist noch nicht besser sei, würden die Aufenthaltstitel hingegen verlängert.

USA wollen afghanische Streitkräfte weiter aus der Luft unterstützen

Ungeachtet ihres derzeit laufenden Truppenabzugs aus Afghanistan wollen die USA die einheimischen Regierungstruppen weiter aus der Luft unterstützen. „Die Vereinigten Staaten haben die Luftangriffe zur Unterstützung der afghanischen Streitkräfte in den vergangenen Tagen verstärkt, und wir sind bereit, diese verstärkte Unterstützung in den kommenden Wochen fortzusetzen“, sagte der Leiter des Zentralkommandos der US-Armee, Kenneth McKenzie, am Montag vor Journalisten in Kabul.

Er räumte ein, dass der afghanischen Regierung harte Tage bevorstünden. Ein Sieg der radikalislamischen Taliban sei jedoch „nicht unabwendbar“, betonte McKenzie. Das US-Militär werde die afghanische Luftwaffe auch nach dem 31. August, wenn alle ausländischen Truppen abgezogen sind, logistisch unterstützen.

In den kommenden Tagen und Wochen werde sich zeigen, ob die afghanische Regierung in der Lage sei, das Land gegen die Taliban zu verteidigen. „Ich glaube nicht, dass es ein einfacher Weg sein wird“, sagte McKenzie. Er glaube jedoch auch nicht, „dass es zwangsläufig zu einem Bürgerkrieg kommen wird“.

Die Taliban haben parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderer Nato-Truppen in den vergangenen Monaten große Teile des Landes erobert. Inzwischen kontrolliert die Miliz mehrere Grenzübergänge sowie dutzende Bezirke und hat mehrere Provinzhauptstädte eingekreist.

Angesichts der erwarteten Fluchtbewegungen wegen des Vormarschs der Taliban haben die USA hundert Millionen Dollar (rund 85 Millionen Euro) Unterstützung in den Bereichen Migration und Flucht zur Verfügung gestellt. Die Mittel seien für „unerwartete, dringende Bedürfnisse von Flüchtlingen und Migranten, Konflikt-Opfern und anderer wegen der Situation in Afghanistan gefährdeter Menschen“, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Das Geld soll auch ehemaligen Hilfskräften der US-Truppen vor Ort zugute kommen. (afp)



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