Ankerzentrum Deggendorf: Großeinsatz mit langen Stöcken – „Man weiß nie, was einen in der Unterkunft erwartet“

Der für die Abschiebehaft gesuchte Westafrikaner konnte weder am Vormittag noch am Nachmittag beim Großeinsatz angetroffen werden. Dafür machten zahlreiche andere Asylbewerber Theater.
Epoch Times25. Oktober 2018

Ein 25-jähriger Asylbewerber aus Sierra Leone, Westafrika, sollte am Mittwochvormittag, 24. Oktober, von der Polizei in Abschiebehaft genommen und im Rahmen von Dublin III nach Italien überführt werden.

Als der Mann von den Einsatzkräften in der Außenstelle des Ankerzentrums Deggendorf im Industriegebiet Plattling-Stephansposching nicht aufzufinden war, mischten sich mehrere Nigerianer in die Polizeiaktion ein und störten diese verbal.

29-jähriger Wortführer verhaftet

Ein 29-jähriger Wortführer schlug dabei mehrmals gegen Einrichtungsgegenstände, warf Stühle um und versuchte die Polizeibeamten körperlich zu bedrängen.

Trotz heftiger Gegenwehr wurde der Nigerianer von den Polizisten in Gewahrsam genommen und in ein Dienstfahrzeug verbracht, berichtet die „Passauer Neue Presse“. Daraufhin liefen zahlreich andere Asylbewerber zusammen und folgten den Beamten zu den Fahrzeugen.

Durch Verschiebung der Umzäunung versuchten sie die Abfahrt der Polizeifahrzeuge zu verhindern, sodass die Beamten die Strecke wieder frei machen mussten. Bei dieser Gelegenheit flüchtete der 29-jährige Nigerianer.

Großeinsatz am Nachmittag

Am Nachmittag kam die Polizei mit Hunderten Einsatzkräften als Verstärkung zur Außenstelle. Polizisten mit Helmen,  Protektoren und Hunden wurden beim Betreten der Asylunterkunft von Spezialkräften aus Nürnberg und Bamberg unterstützt.

Die Polizisten waren mit langen Stöcken ausgestattet, um mögliche Angreifer auf Distanz zu halten, wie Stefan Gaisbauer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern, der Zeitung erklärte.

Auf Nachfrage der „PNP“ beim Polizeipräsidium Niederbayern wurde der Großeinsatz damit begründet, dass man „Präsenz zeigen“ möchte. Zudem soll es Hinweise gegeben haben, wonach Bedrohungen mit Messern oder gefährlichen Gegenständen für möglich gehalten wurden.

Man weiß nie, was einen in der Unterkunft erwartet. Wenn man mit wenigen anrückt, ist die Gefahr unter Umständen größer für die eigenen Beamten und das wollen wir vermeiden.“

(Günther Tomaschko, Polizeisprecher)

Nach Angaben der „PNP“ wurde sogar die Autobahn A92 zwischen den Anschlussstellen Plattling-Nord und -West vollständig gesperrt, Polizisten hätten auf dem Standstreifen gestanden.

Landfriedensbruch und Abschiebehaft

Gegen 17.30 Uhr war alles wieder vorbei. Der gesuchte 29-jährige Nigerianer wurde im Umfeld der Einrichtung widerstandslos festgenommen. Der ursprünglich gesuchte Mann aus Sierra Leone blieb jedoch immer noch verschwunden.

Bei dem Großeinsatz überprüfte die Polizei die Personalien von 41 Personen. 14 Personen wurden vorläufig festgenommen. Zwei weitere waren bereits beim Einsatz am Vormittag festgenommen worden. Gegen sie wird wegen Verdachts auf Landfriedensbruch ermittelt.

Ebenfalls bereits am Vormittag war ein 23-jähriger Asylbewerber aus Nigeria verhaftet worden. Gegen ihn wurde von der Regierung von Niederbayern ein Abschiebehaftantrag beim Amtsgericht Deggendorf eingereicht. (sm)

An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.

 



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion