Axel Retz: Wir haben Orwells 1984 schon längst überschritten

Von 6. January 2018 Aktualisiert: 8. Januar 2018 21:02
Alle Einwanderer in die Sozialsysteme aufzunehmen, das schafft kein Staat dieser Welt ohne erst die Sozialsysteme und dann den inneren Frieden an die Wand zu fahren. Eine Analyse zum Neuen Jahr von dem Journalisten und Finanzexperten Axel Retz.

Ein geflügeltes Wort beschreibt es sehr deutlich: Wer gegenüber allem offen ist, ist nicht ganz dicht – und  muss sich seit 2015 den Vorwurf gefallen lassen, ganz bewusst eine Migrationsagenda zu verfolgen wie etwa die der UN von 2000 (Replacement Migration), die einem Bevölkerungsaustausch das Wort redet, um den vorbelasteten Begriff der „Umvolkung“ zu vermeiden.

Gegen diese UN-Pläne gab und gibt es Widerstand. Sehr schön formuliert finden Sie es im nachstehenden Zitat. „Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken, nur weil wir im Zusammenhang mit der Zuwanderung auf die Gefahr von Parallelgesellschaften aufmerksam machen. Das, liebe Freunde, ist der Gipfel der Verlogenheit, und eine solche Scheinheiligkeit wird vor den Menschen wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Deshalb werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung fordern.“

Auf die hier genannte Gefahr der Bildung von Parallelgesellschaften hat am 27. Dezember auch der Verfassungsschutz von NRW hingewiesen, was selbst der Tagesschau der ARD einen objektiven Beitrag wert war: https://www.tagesschau.de/inland/salafistinnen-103.html

Um Sie nicht länger auf die Folter zu spannen, von wem denn das im vorletzten Absatz wiedergegebene Zitat stammt: Nicht von der AfD. Es stammt von Frau Dr. Angela Merkel. Vom Parteitag der CDU 2003 in Leipzig. Nachzulesen hier: http://www.zeit.de/reden/deutsche_innenpolitik/200349_merkelcduparteitag/seite-12

Werte geschäftsführende Frau Bundeskanzlerin: Was ist denn nun der Gipfel der Verlogenheit und welches Kartenhaus der Scheinheiligkeit wird vor den Menschen in sich zusammenbrechen? Das uns von Ihnen damals präsentierte oder doch lieber das heutige des elften Gebotes „Wir schaffen das“?

Und warum rücken Sie und Ihr Hofstaat heute genau diejenigen in die rechtsextreme Ecke, die ihren damaligen korrekten Erkenntnissen die Treue gehalten haben? Irgendwer leidet an Realitätsverlust und/oder ist eine gespaltene Persönlichkeit. Und ich bin mir sehr sicher, dass nicht ich das bin.

1984 reloaded

Eric Arthur Blair, gemeinhin besser bekannt als George Orwell, zählt für mich neben Franz Kafka, Max Frisch und Erich Kästner, der ja nicht nur Kinderbücher schrieb, zu den bedeutendsten Schriftstellern des vergangenen Jahrhunderts. Schon 1949 veröffentlicht, gehört sein Meisterwerk „1984“ heute vielleicht zu den unbedingten „must reads“ und vor allem in den Lesestoff jeder höheren Schule.

„Krieg ist Frieden“, Freiheit ist „Sklaverei“ und „Unwissenheit ist Stärke“ waren die wichtigsten Slogans der in diesem dystopischen Roman beschriebenen sozialistischen, alle Fakten nach Belieben verdrehenden Diktatur eines totalen Überwachungsstaats.

Nähern wir uns diesem Gesellschaftsbild, haben wir es schon erreicht oder eventuell gar überschritten? Ich denke, das Letztere ist der Fall. Jedes „like“, das Sie auf einer Internetseite anklicken, wird von Facebook und Konsorten gespeichert und ausgewertet. Registriert wird dort aber auch schon jeder Besuch einer Webseite, auf dem sich ein derartiger Button befindet, egal ob Sie ihn überhaupt zur Kenntnis nehmen, anklicken oder nicht.

„Smarte“ Spielzeuge horchen die Kinderzimmer ab und übertragen die dortige Kommunikation, Ihr Staubsauger-Roboter filmt Ihre Wohnung und leitet die Daten weiter, Ihr „smarter“ Stromzähler lässt erkennen, ob und wann Sie sich daheim befinden, Ihr TV-Gerät sieht und hört mehr von Ihnen als Sie in ihm, irgendwelche Bonuskarten im Supermarkt zeichnen auf, was Sie gekauft haben.

Und die „schöne“ Vision des selbstfahrenden Automobils ist der klebrige Wunschtraum aller Überwachungssüchtigen, fertigen sie doch ein perfektes Bewegungsprofil jedes Bürgers, was durch die Abschaffung des Bargeldes und letztlich die Implantation von RFID-Chips gekrönt werden würde.

Den Vogel abgeschossen hat nun eine über die Bildschirme flackernde Werbung von O2, die die in 1984 kolportierte Pervertierung der Werte perfekt in Szene gesetzt hat: http://www.horizont.net/marketing/nachrichten/freiheitist-O2-praesentiert-neuen-Markenauftritt-163126

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„Freiheit ist, wenn ihr nur noch in Euer Handy starrt […] wenn Ihr Euch ständig ablenken lasst […] wenn Du überall online sein willst […] wenn Du blind auf Dein Navi vertraust […] wenn Ihr Tag und Nacht erreichbar sein müsst“, heißt es dort.

Das Traurige ist, dass diese arbartige Art von Werbung bereits digital Hypnotisierte in ihrem Tun noch bestärkt und den noch nicht Gehirngewaschenen den Weg zum Online-Vollpfosten anpreist und dabei ausgerechnet mit den negativen Auswüchsen der immer rasanter ausufernden Smartphonitis zu trumpfen versucht.

„Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!“, waren wie erwähnt die drei Slogans der diktatorisch herrschenden Staatspartei in „1984“, die die Bürger einer allgegenwärtigen Überwachung und über die Staats-Medien einer permanenten Gehirnwäsche unterzog.

Wenn Sie jetzt überlegen, an was Sie das irgendwie erinnert, werden Sie rasch dahinterkommen! Die schöne neue Welt der „Digitalisierung“, deren Förderung ja den im Wahlkampfmodus steckengebliebenen Jamaika- und GroKo-Sondierer so sehr ans Herz gewachsen ist, stellt schon heute sicher, dass so gut wie jede Ihrer Aktivitäten im Internet, Ihre Telefonkontakte, Ihre E-Mails oder Skype-Konversationen und Ihre online-Kommunikation aufgezeichnet und ausgewertet werden.

Dass wir das heute wissen, haben wir dem immer noch in russischem Exil lebenden Whistleblower Edward Snowden zu verdanken, der wegen seines Einsatzes für die Freiheit so etwas wie der Staatsfeind Nr. 1 für die USA geworden ist. Was Bände spricht.

PRISM, Mainway, Marina und Nucleon lauten die Überwachungsprogramme der NSA, zusammengefasst unter dem Namen „Stellar Wind“. Zugearbeitet wird diesem digitale Schnüffelspuk laut Washington Post durch die großen Internetkonzerne Microsoft (u. a. mit Skype), Google (u. a. mit YouTube), Facebook, Yahoo, Apple, AOL und Paltalk. https://archive.is/20130615061900/http://www.washingtonpost.com/investigations/us-intelligence-mining-data-from-nine-us-internet-companies-in-broad-secret-program/2013/06/06/3a0c0da8-cebf-11e2-8845-d970ccb04497_story.html?hpid=z1

Der heutige Unterschied zu „1984“ besteht darin, dass sich die Menschen in George Orwells Dystopie der Überwachung zu entziehen versuchten, heute hingegen gilt es als Zeichen lobenswerter Fortschrittsaffinität, jeden neuen Hype mitmachen zu müssen.

Teilweise liegt das sicherlich daran, dass die Allermeisten noch gar nicht verstanden haben, wie gläsern sie sich mit eigenem Zutun gemacht haben. Oder daran, dass sie der Ansicht sind, nichts zu verbergen zu haben. Oder aber daran, dass sie sich noch nie Gedanken darüber gemacht haben, warum denn eigentlich Geheimdienste absolut alles über sie wissen wollen.

Die neuen Rechten

Sind Sie ein Terrorist? Ein Krimineller, ein Geldwäscher oder Steuerhinterzieher? Planen Sie einen Staatsstreich? Nein? Vielleicht aber sind Sie etwas noch viel Schlimmeres. Ein Demokrat beispielsweise. Oder ein Mensch, der seine verbrieften Grundrechte wahrnimmt. Oder jemand, der political correctness nicht für die allergrößte Errungenschaft hält.

Ungünstigstenfalls könnten Sie gar mit den Attributen „rechts“, „populistisch“ oder einer Kombination aus beiden belegt werden. Der rechten Gesinnung verdächtig ist heute jeder, der zu vielen politischen Themen die rechte Gesinnung hegt, wenn Sie wissen, was ich meine.

Un-recht bedeutet dabei aber keineswegs links. Unrecht bedeutet, dass im laut ökonomischer Daten wirtschaftlich prosperierendsten Deutschland aller Zeiten die Altersarmut den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht hat, Unrecht ist, dass immer mehr Menschen trotz vollschichtiger Arbeit so gut wie sicher im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werden, Unrecht ist, dass auch immer mehr Kinder von Armut betroffen sind und das Bildungsniveau an unseren Schulen in den Keller rauscht, Unrecht ist, dass Wohnen für eine zunehmende Zahl von Bürgern zum nicht mehr finanzierbaren Luxus wird.

Unrecht ist, dass Großunternehmen unter der schützenden Hand des Staates und der EU Steuerzahlungen umgehen, Unrecht ist, dass Deutschland und die EU mit Waffenexporten und Beteiligungen an nicht dem Verteidigungszweck dienenden NATO-Interventionen an Kriegsursachen und Flüchtlingsursachen mitwirken.

Unrecht ist, dass die EU mit Lebensmittelexporten zu Dumpingpreisen nach Afrika den dortigen Aufbau eines eigenen Marktes untergräbt. Unrecht ist, dass die EU so gut wie jeden Artikel der Maastricht-Verträge gebrochen hat und fortgesetzt weiter bricht.

Unrecht ist, wenn Regierungen in Wahlen zwar den Volkswillen abfragen, danach aber die Agenda nicht etwa der Wähler umsetzen, sondern eine eigene oder die Dritter.

Unrecht ist, wenn Regierungen die Massenmedien unterwandern, Unrecht ist, wenn sich Kirchen zum verlängerten Arm der Politik machen lassen und den Zeitgeist über den „heiligen Geist“ stellen. Unrecht ist auch, ein Land dem Zustrom aller Einreisewilligen zu öffnen, die Grenzsicherung auszusetzen und den Bürgern die Alimentation dieser Migranten aufs Auge zu drücken, ihnen die exorbitant hohe Kriminalität eines nicht unerheblichen Teils der angeblich Schutzsuchenden zuzumuten und von Zuwanderern begangene Straftaten zu vertuschen, zu bagatellisieren und nicht oder nur halbherzig zu ahnden.

Unrecht ist, die eigenen Bürger unter Antisemitismusverdacht zu stellen und gleichzeitig Hunderttausende Hardcore-Antisemiten ins Land zu laden. Unrecht ist es, den integren Ruf wirklich Schutzsuchender und Asylbedürftiger durch den unkontrollierten Zustrom eben auch von Wirtschaftsmigranten, Asylbetrügern, Identitäts- und Altersverschleierern, Gewalttätern, Islamisten und nicht integrationswilligen Menschen in die Sozialsysteme zu unterminieren.

Unrecht ist, nicht von den Neuankömmlingen, sondern von den Bürgern Integrationsleistungen einzufordern und aus einer Bringschuld eine Holschuld zu machen. Unrecht ist, Menschen wegen der Taten ihrer Vorfahren in der Vergangenheit das Recht auf eine selbstbestimmte Zukunft abzusprechen.

Und was sagt die Kanzlerin zu alldem? Sie kann nicht erkennen, was sie hätte anders machen müssen!

Und Unrecht ist vor allem, wenn diejenigen, die zu Recht kritisieren, dass alles das nicht mit rechten Dingen zugeht und vom Rechtsstaat die Rückkehr zum Recht einfordern, als rechts bezeichnet, diffamiert und verfolgt werden.

Emigs Ecke

Vor Monaten hatte Leser Emig nachgefragt, ob ich den Newsletter stets mit etwas Positivem ausklingen lassen könne. Aber gewiss doch: In den vergangenen Monaten haben immer mehr Menschen verstanden, dass nicht sie es sind, die gegen das Grundgesetz oder geltendes Recht verstoßen, dass nicht sie es sind, die radikale, menschenverachtende Politik betreiben, dass nicht sie es sind, die „Einigkeit und Recht und Freiheit“, die Demokratie, die soziale Marktwirtschaft , die innere Sicherheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und objektive Information bedrohen. Und unter denen, die das verstanden haben, sind Bürger aus wirklich allen Gesellschaftsgeschichten. Bürger, die für die politische Mitte stehen. Bürger wie auch der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts Kirchof, EX-BND-Chef Hanning oder vielleicht Sie.

2018 dürfte die Quote der Verstehenden zur Mehrheit werden!

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung der Epoch Times oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

 

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