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Legionellen-Kultur.Foto: Nicolas Maeterlinck/Getty Images

Bakterien oder Energiesparen?

Von 12. November 2022
Die kommende Heizperiode und Engpässe in der Energieversorgung bringen ein neues Problem hervor: Bakterien. Das Umweltbundesamt schreibt nicht umsonst eine Mindesttemperatur von 55 Grad beim Warmwasser vor.

Im Rahmen der angespannten Energieversorgung sollen Bürger die Wassertemperatur senken und eine temporäre nächtliche Abschaltung der Warmwasserzirkultation in Betracht ziehen. Dies entnimmt man dem Abschlussbericht der Gaskomission vom 31. Oktober 2022.

Diese Empfehlung steht allerdings im Widerspruch zur Auskunft des Umweltbundesamtes: „Sorgen Sie dafür, dass das warme Wasser überall im Leitungssystem immer eine Temperatur von mindestens 55 °C hat. Nur so kann Legionellenwachstum sicher vermieden werden. Gesundheitlich riskant wäre es, hier Energie zu sparen.“ Auch weitere Fachleute bestätigen diese Herangehensweise, wie zum Beispiel das deutsche Unternehmen Viega, welches weltweit seine Installationstechnik im Rahmen der Wasseraufbereitung vertreibt.

Bakterielle Überbelastung

Konkret kann das Bakterium Legionella pneumophila gefährlich werden, da es schwere Lungenentzündungen auslösen kann. Die optimalen Lebensbedingungen findet es in stehenden Gewässern mit Temperaturen zwischen 25 °C und 55 °C und somit auch in Wasserleitungen und Trinkwasserinstallationen.

Die Absenkung der Warmwassertemperatur könnte dementsprechend eine erhöhte Keim- und auch Gesundheitsbelastung mit sich bringen, die so nicht kommuniziert wird.

Viele Eigenheimbesitzer scheinen sich dieser Problematik nicht bewusst zu sein. Eine von der Viega in Auftrag gegebene Studie mit über 2.000 Teilnehmern zeigt, dass bereits 45 Prozent der befragten Eigenheimbesitzer die Temperatur ihrer Warmwasserspeicher gesenkt haben. München berichtet bereits über erste ausgeprägte Legionellenbefunde in Warmwassersystemen verschiedener Wohngebäude, welche aufgrund vorangegangener Energiesparmaßnahmen entstanden sind.

Hintergrund

Legionellen wurden erstmals 1976 in Philadelphia (USA) entdeckt. Während eines Treffens von Kriegsveteranen erkrankten 182 Teilnehmer an einer schweren Lungenentzündung, 29 von ihnen starben. Sie hatten den Wasserdampf (Aerosole) des benachbarten Kühlwerks eingeatmet. Seither sind diese Bakterien Gegenstand der Wissenschaft und Forschung.

Das Robert Koch-Institut berichtet in seinem Epidemiologischen Bulletin von 555 Todesfällen zwischen 2010 und 2020. Andere Quellen wie das Legionellen Zentrum gehen jedoch von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da nicht jede Lungenkrankheit auf Legionellenbakterien hin untersucht werde.

Der Hautkontakt mit keimbelastetem Wasser löst normalerweise keine Infektion aus, auch das Trinken dessen stellt für immunstarke Personen kein Problem dar. Entscheidend ist das Vordringen in die Lunge mittels der Aerosole, der Dämpfe, wie es zum Beispiel beim Duschen oder durch die Nutzung verschiedener Klimageräte passiert.

Regelmäßige, vom Gesetzgeber festgesetzte Trinkwasseruntersuchungen tragen zur Risikoabwehr für die Bürger bei.

Nützliche Tipps

Die Temperatur des Brauchwassers ist stets entscheidend für die Vermehrung der Legionellen und anderer krankheitserregender Bakterien. Die Temperaturanpassung sollte allerdings nicht am Wasserhahn, sondern an der Heizungsanlage geregelt werden. Minimum hier: 60 °C.

Wenn eine Wasserzufuhr lange nicht getätigt wurde (zum Beispiel durch längere Abwesenheit), kann das Wasser mit maximal hoher Temperatur einige Minuten lang laufen gelassen werden – das tötet mögliche Bakterien ab. Gefahrenquellen wie Luftbefeuchter oder Klimaanlagen sollten regelmäßig gereinigt und gewartet werden.



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