SPD-Mann und Buchautor Thilo Sarrazin wurde vom Landtagsabgeordneten Oskar Helmerich, (früher AfD) eingeladen ohne Rücksprache durch den thüringischen Parteichef. Dies sorgt für Spannungen.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Bestseller Autor Sarrazin versetzt die SPD in Aufruhr

Epoch Times9. April 2019 Aktualisiert: 9. April 2019 19:48
In der SPD rumort es, wodurch die Differenzen innerhalb der Partei offen zum Vorschein kommen. Bei dem Streit geht es um eine Buchlesung von SPD-Mann Thilo Sarrazin.

Der Thüringer SPD-Politiker Oskar Helmerich hat den islamkritischen Bestsellerautor und SPD-Mann Thilo Sarrazin zu einer Lesung eingeladen. Sarrazin soll bei einer Veranstaltung zum Thema Islamisierung in Deutschland aus seinem Buch „Feindliche Übernahme“ lesen. Der von der AfD zu den Sozialdemokraten gewechselte Helmerich will mit der Veranstaltung am 22. Mai ehemalige Wähler der SPD zurückgewinnen. Doch der Vorstoß sorgt für Aufregung bei den Sozialisten.

Einige SPD-Genossen wollen Sarrazin sogar aus der Partei werfen. Bereits zum dritten Mal versuchen sie den kritischen Autor aus der SPD auszuschließen. Doch auch dieser Versuch Sarrazin mithilfe eines Parteiausschlussverfahrens aus der Partei auszuschließen, ist wohl zum Scheitern verurteilt.

Zum Scheitern deswegen verurteilt, weil dem Betreffenden ein parteischädigendes Verhalten nachgewiesen werden muss, um ausgeschlossen werden zu können. Parteischädigend verhält sich derjenige, der „das Gebot der innerparteilichen Solidarität außer Acht lässt oder sich einer ehrlosen Handlung schuldig macht“, so erklärt es die „Welt“.

Zudem muss das auszuschließende Parteimitglied „vorsätzlich“ gehandelt, „erheblich“ gegen die Grundsätze verstoßen und der Partei „schweren Schaden“ zugefügt haben. Diesen Tatbestand sah die zuständige Schiedskommission in Charlottenburg-Wilmersdorf bei Thilo Sarrazin in den letzten zwei Verfahren nicht als gegeben.

Sarrazins Bücher sind kein Grund für einen Rauswurf

Seine Bücher geben – so die Schiedskommission – keinen Grund für einen Rauswurf her. Dass dies nach Sarrazins neustem Buch anders ausfallen könnte, bezweifeln sogar SPD-Funktionäre, schreibt die „Welt“ und vermutet, dass die Berliner SPD den Paragrafen 35 des Parteistatuts nun verschärfen will. Im Dezember wird ein Beschluss der Berliner SPD zur Änderung des Parteistatuts dem SPD-Bundesparteitag vorgelegt.

Sarrazin erklärte gegenüber der „Welt am Sonntag“: „Ich fühle mich weder von der alten noch von der neuen Regelung betroffen, weil meine Äußerungen, Interviews und Bücher keine fremdenfeindlichen, rassistischen oder anderweitig herabsetzenden Bemerkungen enthalten.“ (er)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion