Protestierende Bürger gestern vor der Dresdener Frauenkirche.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Nach Bürgerprotest: Claudia Roth fordert „dauerhaft finanzierte Demokratie-Offensive in Sachsen“

Von 4. Oktober 2016 Aktualisiert: 4. Oktober 2016 21:12
Claudia Roth fordert eine „dauerhaft finanzierte und massiv organisierte Demokratie-Offensive in Sachsen“, nachdem sie gestern persönlich mit protestierenden Bürgern in Dresden konfrontiert war.

Die Bundestagsvizepräsidentin hatte sich gestern entsetzt über Bürgerproteste vor der Dresdener Frauenkirche gezeigt und bereits Protestierenden in die Handykamera gesagt, dass es „eine Schande“ sei, was sich hier abspiele und Sachsen „ein massives Problem“ habe.

„Offen gezeigter, brutaler Hass“

Gegenüber dem „Spiegel“ legte die Grünen-Politikerin dann nach. Sie sagte: „Dieser offen gezeigte, organisierte und brutale Hass machte vor keiner Obszönität mehr Halt, und es war nur ein kleiner Schritt bis hin zur physischen Gewalt. Heute in Dresden konnten alle sehen, dass wir ein echtes Demokratie-Problem in diesem Land haben. Es rächt sich nun, dass viele das jahrelang nicht wahrhaben wollten und immer wieder beschönigten.“ Der „Focus“ berichtete.

Roth forderte „eine ernst gemeinte, dauerhaft finanzierte und massiv organisierte Demokratie-Offensive in Sachsen und an allen anderen Orten, an denen sich dieser Hass zeigt oder ankündigt“, und fügte hinzu: „Es ist 5 vor 12.“

Roth sagte: „In Teilen unseres Landes kippt gerade etwas weg. Wenn die Politik das nicht endlich begreift, dann müssen wir um unser friedliches Zusammenleben ernsthaft fürchten.“

https://www.youtube.com/watch?v=inLBZlxzTTE

Der Dialog von Roth und den Bürgern

„Was sagen Sie hier zu dem Empfang in Dresden?“, wird Claudia Roth in diesem Video vom Filmenden gefragt. Sie antwortete: „Ja, ich finde das eine Schande. Aber das heißt, dass es hier eben ein wirkliches, massives Problem gibt und wenn überhaupt müsste man hier über Demokratie reden.“

Zuvor hatte sie die Unterhaltung eingeleitet mit dem Satz: „Es gibt im Saarland einen schönen Spruch: Oh Herr, schmeiß Hirn herunter“. Daraufhin entwickelte sich folgendes Gespräch:

A (ruhig): Wo fehlt das Hirn? Können Sie mir das bitte mal erklären?

Roth: Ich glaube es hat wenig Sinn, mit ihnen zu reden, oder? Sind sie überhaupt bereit zuzuhören?

A: Merken Sie doch grade.

B (eigentlich nicht an Gespräch beteiligt, wirft wütend ein): Wir haben Ihnen lange genug zugehört! Es reicht jetzt!

A: Sie haben doch gerade erst gesprochen und wir haben alle zugehört.

Roth: Warum sagen Sie zu mir „Hau ab“ und „Volksverräter“?

A (ruhig) : Weil Sie´ne Hetzerin sind.

Roth: Ich bin ´ne Hetzerin? Warum?

B (wütend): Weil Sie die Vernichtung des Deutschen Volkes vorantreiben!

Roth: Die Vernichtung des Deutschen Volkes?

B (laut): Ja, genau! Das ist ihr Ziel. Und „Deutschland verrecke“, schreien Sie!

Roth: Gut. Und Sie sind das Deutsche Volk … (deutet auf Demonstranten)

C: Wir sind alle immer gleich Nazis… Dresdener Nazis.

(Jetzt reden mehrere wild durcheinander)

Roth: (macht abwinkende Geste und geht)

B (ruft ihr hinterher): Wer schreit hier „Deutschland verrecke“?! Distanzieren Sie sich von „Deutschland verrecke“?

Rückblick 1990: Claudia Roth demonstrierte gegen Wiedervereinigung

EPOCH TIMES-Gastautor Heiko Schrang wies daraufhin, dass Claudia Roth im Mai 1990 zusammen mit anderen Grünen gegen die Wiedervereinigung Deutschlands demonstrierte. „Als die Mauer damals fiel, spiegelten sich in den Gesichtern und Kommentaren vieler Politiker Ratlosigkeit bis Entsetzen, von Freude war dort keine Spur“, schreibt Schrang. Aktuell erlebe der „Tag der Einheit“ seine Umdeutung zum „Tag der Vielfalt“. Hier seinen Hintergrund-Bericht lesen!

Siehe auch:

3. Oktober: Jetzt „Tag der Vielfalt“ und nicht mehr „Tag der Einheit“?


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