EU
Ein Flüchtlingslager für Afghanen in Deutschland. Die Zahl der EU-Asylanträge ist 2022 deutlich gestiegen.Foto: Sascha Schuermann/Getty Images

Deutschland hatte 2022 die meisten Asylbewerber in der EU

Von 22. Januar 2023
Der neue „Situationsbericht zur Migration und Flüchtlingslage“ der EU-Kommission ist erschienen. Er belegt einen sprunghaften Anstieg der Asylanträge in der EU. Viele Asylanten kommen nach wie vor nach Deutschland.

Die Zahl der Asylanträge in der EU ist im vergangenen Jahr fast um die Hälfte gestiegen. Das berichtet die „Welt“ unter Berufung auf einen vertraulichen „Situationsbericht zur Migration und Flüchtlingslage“ der EU-Kommission.

Demnach betrug die Zahl der Asylanträge in den 27 EU-Ländern im vergangenen Jahr 923.991. Das entspricht einem Plus von 46,5 Prozent gegenüber 2021.

Deutschland: Spitzenreiter und höchster Wert seit 2016

Der „Situationsbericht“ der EU-Kommission bezieht sich dabei auf bisher unveröffentlichte Zahlen des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen vom 4. Januar 2023.

Laut diesem ist im vergangenen Jahr in Deutschland „die Zahl der Anträge um ein Drittel gegenüber 2021 auf den höchsten Wert seit 2016 gestiegen“. Insgesamt wurden im Jahr 2022 in Deutschland EU-weit mit Abstand die meisten Asylanträge gestellt: 226.467. Das sind 24,5 Prozent aller Asylanträge in der gesamten EU.

Es folgen Frankreich (154.597), Spanien (116.952) und Österreich (108.490). Schlusslichter sind Ungarn (46), die Slowakei (544) und Lettland (622).

Der größte absolute Anstieg wurde in Österreich verzeichnet, wo die Zahl der Anträge sich gegenüber 2021 fast verdreifachte.“

Jeder dritte Antragssteller in Deutschland kam aus Syrien, gefolgt von Afghanistan (17 Prozent), der Türkei (10,0 Prozent) und dem Irak (6,7 Prozent). Mit Blick auf die gesamte EU kamen die meisten Anträge von Syrern, gefolgt von Afghanen, Türken, Venezolanern und Kolumbianern.

„Die Anträge von türkischen Staatsbürgern haben sich (2022) mehr als verdoppelt gegenüber dem Vorjahr, während sich die Anträge von Personen aus Venezuela und Kolumbien nahezu verdreifachten“, erklären die Autoren.

Außerdem gerät offenbar Libyen als Transit- und Herkunftsland von Migranten wieder stärker in den Blick: „Libyen verzeichnete im Jahr 2022 mit 77.000 die höchste Zahl an Abfahrten (von Migranten; Anm. d. Red.) von seinen Küsten seit 2017. Im Jahr 2022 hat der Menschenschmuggel an der Westküste floriert, aber auch die Abfahrten von Kyrenaika [Gebiet im Osten Libyens; Anm. d. Red.] haben beträchtlich zugenommen.“

Rechnung der EU ignoriert Ukraine-Flüchtlinge

In dem EU-Dokument (Nummer 331 vom 11. Januar 2023) heißt es auch, „dass nahezu fünf Millionen Registrierungen für vorübergehenden Schutz von Personen, die aus der Ukraine geflohen sind, in der EU erfolgt sind.“ Wie lange „vorübergehend“ definiert wird, bleibt offen.

Die Flüchtlinge aus der Ukraine werden nicht in die neuen Zahlen zu den Asylanträgen eingerechnet, da sie nach einer EU-Entscheidung keinen Antrag auf Asyl stellen müssen.

Knapp eine Million der geflüchteten Ukrainer siedelten sich in Deutschland an. Die Direktorin des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen, Nina Gregori, erläuterte bereits Ende Dezember, dass die Reaktion auf den Ukraine-Krieg in diesem Jahr die größte Herausforderung gewesen sei. Die europäischen Aufnahmesysteme standen dabei „unter erheblichem Druck“.

(Mit Material von dts)



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