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Deutschland: Privater Konsum rettet Konjunktur im dritten Quartal
Der Inflationsraten-Rekord betrug im Oktober 10,4 Prozent in Deutschland.Foto: Istock

Deutschland: Privater Konsum rettet Konjunktur im dritten Quartal

Epoch Times21. November 2022
Das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal ergab überraschenderweise ein Wachstum von 0,3 Prozent. Für das Jahr 2023 ist trotz staatlicher Hilfen und eigener Rücklagen jedoch ein Einbruch der Kaufkraft vorprogrammiert, sagen Ökonomen.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Wirtschaftsleistung im 3. Quartal vor allem von privaten Konsumausgaben getragen worden. Ersten Schätzungen zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem 2. Quartal um 0,3 Prozent gestiegen. Trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen während der Corona-Pandemie, gestörter Lieferketten, steigender Preise und dem Krieg in der Ukraine behauptet sich die deutsche Wirtschaft damit weiterhin.

Das Marktforschungsinstitut sowie der Handelsverband hatten im Sommer noch einen großen Einbruch vorprognostiziert. Dennoch stieg der private Konsum nach einem leichten Anstieg im zweiten Quartal 2022 (plus 0,1 Prozent) weiter an.

Privater Konsum trägt fast zur Hälfte zum BIP bei

Wie sich zeigte, war nicht etwa der Außenhandel das wichtigste Standbein der deutschen Volkswirtschaft, sondern der private Konsum. Im Jahr 2021 summierten sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte laut Statistischem Bundesamt auf 1,7 Billionen Euro, während die Exporte lediglich knapp 1,4 Billionen Euro betrugen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kommt im letzten Jahr auf 3,6 Billionen Euro. Somit trägt der private Konsum fast zur Hälfte zur Gesamtleistung bei.

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sei die Analyse normalerweise recht einfach: Brummt der Arbeitsmarkt, so steigen die Löhne. Da die Sparquote meist recht konstant sei, steige der private Konsum meist stetig an, wenn das Einkommen größer werde.

Im wiedervereinigten Deutschland habe es bislang nur zwei Jahre gegeben, in denen der private Konsum gesunken war, 2002 und 2020, so die Zeitung weiter. Betrachte man die reale – also inflationsbereinigte Entwicklung – kämen noch die Jahre 1993 und 2007 hinzu.

Rückgang der Kaufkraft für 2023 vorausgesagt

Unstrittig ist, dass die sehr hohe Inflation von zuletzt 10,4 Prozent die reale Kaufkraft vernichtet. Das betraf rund ein Zehntel der Konsumausgaben des vergangenen Jahres – circa 170 Milliarden Euro. Für das Jahr 2023 erwarten führende Ökonomen deshalb einen Rückgang des privaten Konsums um 0,6 Prozent, die Regierung rechnet sogar mit einem Minus von 0,9 Prozent.

Seit Juli 2021 befindet sich die Inflation in Deutschland auf Rekordniveau. Verantwortlich dafür sind zum einen Basiseffekte, die noch auf die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte 2020 und den damit einhergehenden sinkenden Preisen bei vielen Gütern zurückzuführen sind. Zum anderen sind im Vergleich zum Vorjahr die Preise für Mineralölprodukte und andere energieerzeugende Rohstoffe stark gestiegen.

Um die Bürger vor dem Verlust ihres Wohlstands etwas abzuschirmen, hat die Regierung bislang drei Entlastungspakete beschlossen. Das Volumen beziffert das ifo-Institut auf insgesamt rund 135 Milliarden Euro. Hinzu kommen Gas- und Strompreisbremse, deren Entlastungsvolumen jeweils etwa 33 Milliarden Euro betragen könnte. Unter dem Strich verbleiben Kaufkraftverluste von rund 70 Milliarden Euro – immerhin vier Prozent des privaten Konsums. Ein Einbruch scheint damit programmiert.

Wie das „Handelsblatt“ weiter berichtet, stehen privaten Haushalten allerdings noch ein Großteil von rund 200 Milliarden Euro Ersparnis zur Verfügung, die während der Corona-Lockdowns eher unfreiwillig gebildet worden seien. Das aktuelle HDE-Konsumbarometer signalisiere zudem, dass Verbraucher bereit sind, Ersparnisse aufzulösen, um ihr gewohntes Konsumniveau aufrechtzuerhalten. Würde darüber hinaus die Sparquote, die im langjährigen Mittel bei gut zehn Prozent liegt, um zwei Punkte sinken, stünden weitere 40 Milliarden Euro für Konsumzwecke zur Verfügung.

Weitere Details werden vom Statistischen Bundesamt Ende November veröffentlicht. (il)



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