Bagger beseitigen nach dem Hochwasser den Schutt auf den Straßen des Örtchens.Foto: Thomas Frey/dpa/dpa

DRK zieht erste Bilanz des Flut-Einsatzes – Ahrweiler noch immer ohne Wasser und Strom

Epoch Times22. Juli 2021 Aktualisiert: 22. Juli 2021 19:59
In den Katastrophengebieten sind auch Arztpraxen zerstört, es braucht mobile Pendants. Eine davon steht in Bad Neuenahr-Ahrweiler und bekommt nun Besuch von der Spitze des Deutschen Roten-Kreuzes.

Nach der Unwetterkatastrophe wird sich am heutigen Donnerstag die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein Bild von der Lage in Rheinland-Pfalz machen.

Gerda Hasselfeldt wird in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine ambulante Arztpraxis des DRK besuchen. Sie will zudem ein erstes Fazit des bisherigen Einsatzes ziehen, auf die kommenden Wochen blicken und sich dazu äußern, wie gut Deutschland auf solche Katastrophen vorbereitet ist. Kürzlich hatte Hasselfeldt bereits eine bessere Prävention gefordert und darauf verwiesen, dass Wetterextreme in den nächsten Jahren zunehmen werden.

Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen mindestens 172 Menschen ums Leben. Noch immer wurden Menschen vermisst – die meisten im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Teile der Region haben noch immer weder Wasser noch Strom.

Tausende Helfer im Einsatz

Auf dem Fuhrpark des Nürburgrings ist währenddessen das Basislager für den Einsatz von Technischem Hilfswerk, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Bundeswehr für das Hochwasserkatstrophengebiet im Ahrtal entstanden. Mit 4500 bis 4700 Helfern werde in der Nacht zum Donnerstag auf dem Gelände gerechnet, sagte Einsatzleiter Heinz Wolschendorf am Mittwochabend bei einem Besuch von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD).

Am Donnerstagmorgen fliegt außerdem die Bundeswehr mit einem Airbus tief über das Ahrtal. Das im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen stationierte Flugzeug soll mit Hilfe von Wärme- und Infrarotkameras neue Erkenntnisse und Daten über das Flussbett nach dem Hochwasser liefern. Die Luftwaffe hatte bereits am Mittwoch mit einem Spezialflugzeug bei einer genaueren Bewertung der Unwetterschäden im Westen Deutschlands geholfen.

In Nordrhein-Westfalen dürfen unterdessen viele Anwohner des von einem Erdrutsch betroffenen Ortsteils Erftstadt-Blessem am Donnerstag zeitweise in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Mit Bauzäunen richteten Einsatzkräfte bereits eine Sicherheitszone von 100 Metern rund um die Abbruchkante der Kiesgrube ein. Für die Straßenzüge außerhalb dieses Radius hatte die Stadt geplant, Bewohner einzeln und kurz in ihre Wohnungen zu lassen, um persönliche Gegenstände zu sichern. Aus Sicherheitsgründen sollten Einsatzkräfte die jeweiligen Anwohner aber begleiten.

Kabinett berät über Folgen und Soforthilfen

Das nordrhein-westfälische Kabinett berät an diesem Donnerstag (11.00 Uhr) über Folgen der Unwetterkatastrophe und Soforthilfen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte bereits angekündigt, dass NRW 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Opfer bereitstellen werde und eine schnelle Abwicklung der Auszahlungen zugesagt. Weitere Hilfen kommen vom Bund.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte mehr Unterstützung für ehrenamtliche Helfer bei den Rettungs- und Katastrophendiensten nach der Flutkatastrophe. Sowohl die Helfenden als auch das Ehrenamt an sich müssten „materiell und strukturell gestärkt werden“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). „Dafür braucht es akut einen unbürokratischen Sonderfonds für die Rettungs- und Katastrophendienste, wenn Ausrüstung im Einsatz verschleißt oder Material fehlt.“ Nach dieser Krise müsse „massiv in die Nachwuchsförderung investiert werden“, forderte sie unter anderem. (dpa)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion