Elektroautos oder konventionell betriebene Autos – wer tankt günstiger?

Geringere Förderung, höherer Strompreis – die Vorteile der Elektroautos scheinen kleiner zu werden. Wie sind derzeit die aktuellen Unterhaltskosten? Wir machen den Preisvergleich.
Elektroautos
Eine Frau lädt ihr Elektroauto zu Hause auf.Foto: iStock
Von 2. Februar 2023

Die staatliche Förderprämie beim Kauf eines Elektroautos ging zum 1. Januar 2023 deutlich zurück. Für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis bis zu 40.000 Euro gibt es nun nur noch 4.500 Euro, statt wie bisher 6.000 Euro. Auch für gebrauchte Elektroautos, die nicht älter als 12 Monate alt und maximal 15.000 km gefahren sind, gibt es entsprechend geringere Prämien.

Obwohl die Anschaffung für den Käufer dadurch jetzt teurer wurde, überlegen sich viele dennoch auf ein Elektroauto umzusteigen. Doch inwieweit rechnet sich ein elektrischer Antrieb im Vergleich zu einem konventionellen wie Benzin oder Diesel?

Die deutlich gestiegenen Strompreise könnten den Vorteil der einst geringeren Unterhaltskosten infrage stellen. In der Regel gilt: Das Auto zu Hause an der Steckdose aufzuladen ist günstiger als an einer öffentlichen Ladesäule. Hier sind die verschiedenen Tarife der unterschiedlichen Anbieter zu beachten. Dabei ist das Laden an langsameren AC-Ladesäulen etwas günstiger als an den schnelleren DC- oder HPC-Ladesäulen.

Laut einer Auflistung von „Inside-digital“ beginnen die Preise an AC-Ladesäulen bei rund 45 Cent/kWh und können – je nach Anbieter – auch bei über 80 Cent/kWh liegen. An den Schnellladesäulen tankt man für 59 bis 85 Cent/kWh. Darüber hinaus können jeweils Zusatzgebühren anfallen.

Wie teuer sind 100 km?

Der ADAC testete jüngst mehrere Elektrofahrzeuge unter Alltagsbedingungen und ermittelte ihren Stromverbrauch. Bei den kleinen Modellen begann dieser bei 16,7 kWh/100 km, die größten Modelle verbrauchten rund 30 kWh/100 km.

Derzeit liegt der heimische Strompreis bei 48,20 Cent/kWh (Stand: Januar 2023), wie das Portal „Vergleich.de“ berichtete. Lädt man nun beispielsweise seinen elektrisch betriebenen Audi Q4 (Verbrauch: 20,4 kWh/100 km) zu Hause auf, ergeben sich für die 100 km Kosten von 9,83 Euro.

Ein Auto mit konventionellem Antrieb käme derzeit auf dieselben Treibstoffkosten pro 100 km bei einem Verbrauch von 5,5 Liter/100 km (Super E10) und 5,3 Liter/100 km (Diesel).

Teurer wird die Stromladung, wenn sie an einer Ladestation gezapft werden muss. Dann könnten die Kosten für Stromer auch schnell doppelt so hoch liegen.

Vor allem beim HPC-Schnellladen sind Elektroautos längst teurer als vergleichbare Verbrenner, berichtet „AutoBild“. So könnten die Stromkosten für 100 Kilometer im Fall des VW ID.3 Pro S beim Laden am Tesla Supercharger schon mal sieben Euro höher liegen. Die Höhe der Betriebskosten eines E-Autos ist somit abhängig von der Wahl des Ladepunkts.

Der Golf mit und ohne E-Antrieb

Zum Vergleich: Ein VW Golf 1.5 TSI mit 150 PS, gebaut seit 2019, hat einen Durchschnittsverbrauch von etwa 6,5 Liter Super E10 auf 100 km. Beim aktuellen Spritpreis wären das rund 11,10 Euro.

Ein nahezu gleich großer VW ID.3 Pro S mit 204 PS verbraucht etwa 21,3 Kilowattstunden auf 100 km. Legt man den oben genannten heimischen Strompreis zugrunde, kostet diese Distanz im kompakten Elektro-VW 10,27 Euro. Damit ist er 7,5 Prozent günstiger als der Verbrenner.

Befindet sich der VW nun allerdings auf weiter Reise und ist auf Ladesäulen angewiesen, sieht es ganz anders aus. Beim High-Power-Charger Ionity mit 350 kW kosten die 100 km im ID.3 dann schon 16,83 Euro – ein Plus von 51,6 Prozent im Vergleich zum Benziner. Shell berechnet für die Schnellladung 13,98 Euro, bei Allego sind es 15,98 Euro, bei Tesla ab 13,63 Euro.

Die Stromkosten stellen natürlich nur einen Teil der gesamten Kosten des Fahrzeugs dar. Auch Kaufpreis, Steuern, Versicherungsprämien, Parkgebühren und Instandhaltungskosten gehören zu den Aufwendungen, die Autofahrer tragen müssen.

Kfz-Steuer und Versicherung

Bei der Kfz-Steuer haben E-Auto-Besitzer laut „AutoBild“ einen klaren Vorteil: Reine Elektroautos sind bis zu zehn Jahre lang von dieser Abgabe befreit (bei Neuzulassung bis Ende 2025, Befreiung maximal bis Ende 2030). Das schließt Leasingfahrzeuge mit ein und gilt auch beim Weiterverkauf des Fahrzeugs.

Ab dem elften Jahr nach Erstzulassung wird die Steuer für E-Autos nach dem zulässigen Gesamtgewicht berechnet. Plug-in-Hybride werden in dieser Hinsicht nicht begünstigt.

Bei der Besteuerung von Pkw mit Verbrennungsmotor wird seit 2021 neben dem Hubraum der CO₂-Ausstoß stärker gewichtet.

Die Kfz-Versicherung für Elektroautos unterscheidet sich kaum von derjenigen für Verbrennern. Die Kosten richten sich vor allem nach Typ-, Regional- und Schadenfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, sprich dem Unfallrisiko. Aufgrund des höheren Anschaffungspreises ist es ratsam, ein neues Elektroauto Vollkasko zu versichern. Dabei sollte unbedingt der teure Akku sowie das Abschleppen und der Schaden durch einen möglichen Kurzschluss der Batterie eingeschlossen sein.

Insgesamt hatten im Jahr 2022 mit 49,6 Prozent nahezu die Hälfte aller Pkw-Neuzulassungen einen alternativen Antrieb (Elektro, Hybrid, Plug-in, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff). Das sind 15,6 Prozent mehr als im Vorjahr.



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion