Freiburg: 30 AfD-Anhänger von 200 Linken eingekesselt – Vier Polizisten verletzt;  „Pfefferspray-Einsatz“

Von 5. Dezember 2016 Aktualisiert: 5. Dezember 2016 22:27
"Gegen die Merkelsche Politik" versammelten sich AfD-Anhänger am Sonntag in Freiburg zu einer spontanen Kundgebung. Es kam zu Streit mit Teilnehmern einer mehrfach größeren linken Gegendemo. Beide Aktivitäten stehen in Zusammenhang mit der Verhaftung eines 17-jährigen Flüchtlings. Er gilt als tatverdächtig im Fall der Ermordung der Freiburger Studentin Maria L.. Der Fall wird in Deutschland kontrovers diskutiert.

20-30 AfD-Anhänger trafen sich am Sonntagnachmittag in Freiburg auf dem Münsterplatz zu einer spontanen Kundgebung. Sie folgten einem Aufruf des Freiburger AfD-Kreisverbandes unter dem Motto: „Gegen die Merkelsche Politik“. Dies berichtete die Freiburger Polizei.

Ebenfalls vor Ort waren 200 junge linke Gegendemonstranten, wie die „Welt“ berichtet. Kundgebung und Gegendemonstration werden im Zusammenhang mit der Verhaftung eines 17-jährigen Tatverdächtigen im Mordfall der Freiburger Studentin Maria L. gesehen. Der Fall wird in konservativen Kreisen, wie der AfD, als direkte Konsequenz von Merkels Flüchtlingspolitik gesehen.

„Pfefferspray-Einsatz“: Vier Polizeibeamte leicht verletzt

Während der Kundgebung kam es zu Provokationen, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten, so die Polizei. Auf Facebook gab es Hinweise, die Kundgebung sei eingekesselt gewesen.

Schließlich musste die Polizei Pfefferspray einsetzen, um die Demonstranten voneinander zu trennen. Nach Ende der Kundgebung leiteten die Einsatzkräfte die Demonstranten getrennt voneinander aus der Stadt. Dabei kam es immer wieder zu Übergriffen, so die Polizei.

Im Verlauf des Nachmittags wurden vier Polizisten leicht verletzt. Über weitere Verletzte ist nichts Offizielles bekannt. Aufseiten der AfD-Kundgebung hieß es vom AfD-Kreisverband, alle seien „wohlbehalten nach Hause gekommen“.

Viele offene Fragen im Mordfall Maria L.

Die 19-jährige Maria L. war Mitte Oktober vergewaltigt worden, ihre Leiche wurde im Fluss Dreisam gefunden. Sie ertrank. Die Medizinstudentin war mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Uni-Party, als sie Opfer des Verbrechens wurde.

Der verhaftete 17-jährige Tatverdächtige aus Afghanistan sitzt derzeit in Untersuchungshaft und schweigt zu den Tatvorwürfen. Noch immer sind mehrere Fragen offen.

So ist nach wie vor nicht klar, ob sich Opfer und Täter kannten und ob die Tat geplant war, oder nicht? Es ist auch noch immer nicht geklärt, wem das herrenlose Fahrrad gehörte. Geheimnisumwittert ist vor allem, wie Maria L. starb und ob es eine Verbindung zur ermordeten Joggerin Carolin G. gibt?

Siehe auch:

Kannte sie ihren Mörder? Freiburger Studentin war Flüchtlingshelferin – Viele offene Fragen

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