Gründerin Victoria Hamm verlässt „Widerstand 2020“: Corona-Protestpartei will sich neu aufstellen

Von 9. Mai 2020 Aktualisiert: 10. Mai 2020 9:09
Die Lehrter Psychologin und Mitgründerin der Partei „Widerstand 2020“ hat ihren Rücktritt erklärt. Während die verbliebenen Sprecher der Protestpartei gegen die Corona-Maßnahmen „öffentliche Anfeindungen“ als Grund benennen, spricht Hamm von innerparteilichen Motiven.

Die erst vor wenigen Wochen offiziell gegründete Partei „Widerstand 2020“ hat ihren ersten hochrangigen Abgang zu verkraften. Wie in mittlerweile wieder gelöschten Facebook-Beiträgen mitgeteilt wurde, wird sich die in Lehrte ansässige Mitgründerin und Psychologin Victoria Hamm zum 10. Mai aus dem Sprecherkomitee zurückziehen. Sie hatte zusammen mit dem Sinsheimer HNO-Arzt Dr. Bodo Schiffmann und dem Leipziger Anwalt Ralf Ludwig die Partei ins Leben gerufen, die sich gegen die Corona-bedingten Einschränkungen wendet und bereits eine sechsstellige Zahl an Interessenten ansprechen konnte.

Victoria Hamm: „Entscheidungen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann“

In der Mitteilung wurden „öffentliche Übergriffe und Anfeindungen“ als Gründe für den Rückzug der früheren Frontfrau genannt, die im zivilen Beruf unter anderem eine „Liebeskummer-Onlineberatung“ betreibt. Hamm selbst hingegen begründete ihren Schritt mit innerparteilichen Entwicklungen. „Es wurden Entscheidungen getroffen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann und auch nicht möchte“, schrieb sie in einem ebenfalls nicht mehr vorhandenen Beitrag auf ihrer Facebook-Seite.

Die verbliebenen Führungsmitglieder stellten für das Projekt „Widerstand 2020“ eine „gründlich durchdachte Neuaufstellung und Vermeidung alter Fehler“ in Aussicht. Die hohe Zahl an Mitgliedern, die von der Partei angegeben wird, ist bedingt durch die einfachen Beitrittsmodalitäten. Es reicht eine Anmeldung auf deren Internetseite, um als solches geführt zu werden. Die Seite ist jedoch in den vergangenen Tagen mehrfach nicht zu erreichen gewesen, die Partei spricht von Hackerangriffen.

„Widerstand 2020“ im „Querfront“-Verdacht

Das schnelle Wachstum der Anhängergemeinde von „Widerstand 2020“ gründet sich unter anderem auf öffentliche Aktionen wie die Kundgebung „Querdenken 711“ gegen die Corona-Maßnahmen in Stuttgart, bei der Ralf Ludwig als Redner auftrat. Bodo Schiffmann wiederum wurde durch YouTube-Videos bekannt, in denen er die Corona-Politik der Bundesregierung kritisierte und dieser vorwarf, die Bedrohung durch das Virus zu überzeichnen. Die Videos erreichten zum Teil mehr als 200.000 Klicks.

Mit dem Wachstum verschärfte sich jedoch auch die öffentliche Kritik an der Vereinigung und ihrem Auftreten. Ein Vorwurf lautete, dass der Aufruf, anonym an die Partei zu spenden, mit dem Parteiengesetz nicht vereinbar sei.

Aus dem linken und zentristischen Spektrum wird den Protagonisten vorgeworfen, einer „Querfront“ anzugehören und Verschwörungstheorien zu verbreiten. Als mediale Kanäle zur Herstellung von Öffentlichkeit nutzte Sprecher Bodo Schiffmann bis dato auch Kanäle wie „KenFM“, „NuoViso“, „MuslimMarkt“ oder „Rubikon“.

Der CDU-Innenexperte Armin Schuster hat zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit Corona-Protestgruppen wie „Widerstand 2020“ aufgerufen. „Diese Gruppen als Spinner abzutun, greift mir zu kurz“, sagte Schuster der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). „Wir müssen sie mit ihrem Unsinn politisch stellen und als Saboteure unseres weltweit beachteten Infektionsschutzerfolges entlarven.“

Will Bodo Schiffmann alle Afrikaner nach Deutschland holen?

Auf der Rechten wird Schiffmann vorgeworfen, eine maßlose Flüchtlingspolitik zu unterstützen und alle Bewohner des afrikanischen Kontinents nach Deutschland holen zu wollen. Tatsächlich hatte Schiffmann in einer Online-Fragestunde mit der Äußerung, es wäre möglich, alle Bewohner Afrikas auf der Fläche eines deutschen Bundeslandes unterzubringen, lediglich dem Mythos einer angeblichen „Überbevölkerung“ eine Absage erteilt. Eine Forderung dieser Art war damit jedoch nicht verbunden.

Der Arzt, der sich zu seiner christlichen Überzeugung bekannte, hat sich in weiterer Folge zwar für eine grundsätzliche Aufnahmebereitschaft gegenüber Flüchtlingen ausgesprochen, jedoch in weiterer Folge auch hinzugefügt, auf Hilfe in den Herkunftsländern setzen zu wollen. Dafür, so Schiffmann, könne man ja Mittel verwenden, die Bill Gates in diverse Projekte im Zusammenhang mit der Corona-Bewältigung stecken wolle.

(Mit Material von afp)

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