UPDATE: Absage der AfD-Lichterkette zum Hamburger „Alster-Mord“ an 16-Jährigem – Hier die Begründung

Epoch Times23. Oktober 2016 Aktualisiert: 24. Oktober 2016 7:54
Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 16-Jährigen in Hamburg hatte die dortige AfD zu einer mahnenden Lichterkette aufgerufen. +++ Diese wurde kurzfristig abgesagt. +++ Die AfD will zunächst mit der Opferfamilie Kontakt aufnehmen, damit es nicht heiße, sie schlachte den Vorfall "populistisch" aus. +++ Der Schüler und seine 15-jährige Freundin waren am vergangenen Sonntag unter der Kennedy-Brücke von einem jungen Mann mit „südländischer Erscheinung“ hinterrücks attackiert worden.

+++ UPDATE: Die Hamburger AfD-Politikerin, welche eine Mahnwache wegen des Alster-Mords organisieren wollte, hat diese abgesagt. +++

„Nach Rücksprache mit unserem Innenpolitischen-Sprecher Dirk Nockemann, der auch bereits im Jahre 2001 nach diversen Morden in Hamburg Mahnwachen durchgeführt hat, möchte ich aus dringenden Gründen die heutige Veranstaltung verlegen“, schrieb Nicole Jordan. Eine Kontaktaufnahme mit der Opferfamilie sei vorteilhaft. Sonst bestehe die Gefahr, „dass die Medien bzw. die Altparteien uns vorwerfen, diesen schrecklichen Mordfall populistisch für uns auszuschlachten.“ Nockemann habe angeregt die Aktion „in einem größeren Innen- und Justizpolitischen Rahmen zu setzen und auch das Urteil des Gerichts in Sachen Gruppenvergewaltigung mit anzugehen“.

Original-Artikel vom 23.Oktober, 13:05 Uhr:

Zum Gedenken an das 16-Jährige Alster-Mordopfer von vergangenem Sonntag hat die Hamburger AfD zu einer Lichterkette aufgerufen. Diese soll am morgigen Sonntag, dem 23. Oktober, ab 18:00 Uhr, unter der Kennedy-Brücke stattfinden, wo der Mord geschehen war.

Laut „Bild“-Informationen war das Opfer ein „in Hamburg lebender Deutscher ohne Verbindungen zu den Gruppen, die seit Monaten an der Binnenalster Straftaten begehen.“ Ebenso soll er nichts mit der Obdachlosenszene unter der Brücke zu tun gehabt haben. Der Täter hatte laut Polizei den 16-Jährigen hinterrücks mit mehreren Messerstichen niedergestochen und das Mädchen in die Alster gestoßen. Sie konnte sich selbst aus dem Fluss retten.

AfD-Frau kritisiert Medien

In einer Rundmail erhebt Nicole Jordan vom AfD Bezirksverband Hamburg-Mitte schwere Vorwürfe gegen die Medien. Sie kritisierte, dass das Fernsehen überhaupt nicht berichtete und kein Phantombild des Täters veröffentlicht wurde. Sie schreibt:

Einen Tag lang berichteten die Hamburger Medien über diese hinterhältige, mit äußerster Brutalität verübten Tat (…). Dann war die Meldung verschwunden.“ Nicole Jordan, AfD Hamburg

„Einen Tag lang berichteten die Hamburger Medien über diese hinterhältige, mit äußerster Brutalität verübten Tat (…). Dann war die Meldung verschwunden. Keines der Medien verfolgte den Fall. Und obwohl es eine ‚gute Täterbeschreibung durch das überlebende Opfer gab‘, so der Polizeisprecher, wurde kein Phantombild veröffentlicht. Der Mörder ist noch immer nicht gefasst.“

„Verschweigen und Ablenkung“

„Das Erschreckende an diesem Geschehen ist aber, dass das Fernsehen über diesen Fall überhaupt nicht berichtete“, so Jordan. „Das ZDF meint dazu nur: „Über ‚Einzelfälle‘ berichten wir nicht.“ Über einen Attentäter aber, welcher sich im Gefängnis umgebracht hat, wird heute noch medial über Konsequenzen diskutiert“, merkt Jordan in Anspielung an den Leipziger Terrorverdächtigen al-Bakr an. Die AfD-Frau weiter: „Das bedeutet Verschweigen und Ablenkung. Was muss noch passieren, damit die Presse ihrer Sorgfaltspflicht nachkommt, nämlich die Bevölkerung zu informieren und zu schützen? Eine solche Tat kann jeden von uns treffen!“

Sie fragt außerdem: „Wo bleibt der Aufschrei der Alt-Parteien (…) die linken Protestler, die sonst sofort zu Lichterketten oder zu ähnlichem aufrufen. Und wo bleibt der Aufschrei aus der Bevölkerung, wo bleibt die Lichterkette der Gutmenschen? Ach ja, stimmt, es war ja nur ein Kind, ein Jugendlicher, der von einem ‚Südländer‘ angegriffen und später an seinen Verletzungen verstorben ist. Das sind die Kollateralschäden.“

An die Medien gerichtet fragt Jordan: „Wann haben die Journalisten endlich den Mut, sich aus ihrer ‚Politischen-Korrektheit- Backform‘ zu erheben, um wieder selbstständig zu denken und zu handeln?“

Jordan forderte zu Mut auf „Trauer und Anteilnahme öffentlich zu zeigen“. Jedes verlorene Menschenleben sei eines zuviel, schloss sie.

Linksextremer Gegenprotest erwartet

Da der Aufruf zu der Lichterkette von einer AfD-Politikerin kam, wird mit Gegenprotest von Linksextremen gerechnet. Hamburgs Polizei wird vor Ort sein, um die Mahnwache zu schützen.

Fahndung nach dem Täter

Die Polizei verteilte am Freitag rund um den Tatort in der Hamburger Innenstadt Handzettel an die Bürger und brachten diese an Bäumen und Laternen an. Darin wird die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. „Insgesamt wurden 100 Handzettel ausgedruckt“, sagt eine Polizeisprecherin laut „Hamburger Abendblatt“.

Die Polizei bittet Zeugen, die Verbindungsstelle des LKA unter der Nummer 040 / 4286-56789 anzurufen.

Personenbeschreibung:

Alter: 23 bis 25 Jahre

Statur: 1,80 bis 1,90 Meter

Aussehen: kurze, dunkle Haare, Dreitagebart, südländische Erscheinung

Bekleidung: brauner Pullover, blaue Jeans

Siehe auch:

Hamburg: Jugendlicher (16) stirbt nach Messer-Angriff – Polizei sucht „südländischen“ Mann

 


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