Integration mit Hindernissen: Flüchtling mit vier Ehefrauen und 23 Kindern bei Koblenz untergebracht

Von 14. September 2016 Aktualisiert: 15. September 2016 19:22
Die Integration einer syrischen Großfamilie bestehend aus Vater, vier Müttern und 23 Kindern stellt Anwohner und Behörden in Montabaur bei Koblenz vor echte Herausforderungen.

Bislang lebten der Vater, die vier Frauen und 23 Kinder in Syrien auf mehrere Städte verteilt, so die „Rhein-Zeitung“. Es wird nicht berichtet, ob die Familienverhältnisse unter diesen Umständen waren. Jedoch konnte es sich der Vater als vermögender Geschäftsmann leisten, jeder Frau ein eigenes Haus inklusive Bediensteten zur Verfügung zu stellen. Nach islamischer Rechtsauffassung erlaubt der Koran einem Mann die Ehe mit bis zu vier Frauen und weitere Geliebte.

Unterbringung in Gemeinde läuft schief

Nun leben zwei Frauen mit ihren Kindern in der Nähe von Koblenz. Der Mann, die beiden anderen Frauen und die Hälfte der Kinder wurden im 30 Kilometer entfernten Montabaur untergebracht. Dort wurde die Familie auf mehrere Wohnungen verteilt, wo es über den Sommer immer wieder zu Streit kam. Vor allem in der Gemeinde Welschneudorf.

Laut Informationen der Zeitung gab es mit einem 16-jährigen Jungen immer wieder Probleme. Bürger aus Welschneudorf fühlten sich von ihm bedroht. Der junge Mann soll in der Wohnung sogar Mitarbeiter der Verwaltung körperlich angegriffen haben. Mehrmals sollen Einrichtungsgegenstände durch männliche Jugendliche zerstört worden sein.

Frauen bei Streit in Keller gesperrt

Zudem waren zwei der Frauen zunächst in einer Wohnung untergebracht, wo sie sich derart häufig gestritten hätten, dass sie schließlich getrennt werden mussten. Wie Zeugen berichteten, wurden die Frauen gelegentlich in den Keller gesperrt. Immer wieder beschwerten sich Nachbarn über nächtliche Ruhestörungen.

Inzwischen wurde die Familie an einem belebteren Ort untergebracht. Die kleine Gemeinde Welschneudorf sei sicher keine ideale Wahl gewesen, so der zuständige Fachbereichsleiter der Montabaurer Verbandsgemeindeverwaltung, Guido Göbel.

Ein derart drastischer Fall sei allerdings die Ausnahme, glaubt Göbel. Eine weitere Großfamilie mit vier Ehefrauen und mehr als 20 Kindern sei ihm zumindest im Westerwaldkreis nicht bekannt. Bei den meisten der rund 400 Flüchtlinge, die derzeit in der Verbandsgemeinde Montabaur leben, laufe die Betreuung weitgehend unproblematisch und geräuschlos, so Göbel.

Kleine Erfolge bei der Integration

Die Betreuung der Familie sei schwierig, dennoch wären auch kleinere Erfolge zu vermelden. So gelang es, die Schulpflicht für Mädchen und Jungen der Familie zu erläutern und durchzusetzen.

Vor allem die jüngeren Kinder lernten rasch, wie man in Deutschland lebt und wie die Kultur funktioniert, wenn sie frühzeitig eine Kindertagesstätte und später eine Schule besuchen, erläutert Göbel. Auch die Betreuung der Familie durch ehrenamtliche Helfer laufe “vorbildlich”.

Eine Rückkehr der Familie aber ist aus Sicht Göbels auf lange Zeit ausgeschlossen. Syrien werde voraussichtlich auf lange Zeit kein sicheres Herkunftsland sein.

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