Internes Leck bei Beamten – Geheime Daten der Polizei Brandenburg verraten

Epoch Times18. Februar 2018 Aktualisiert: 18. Februar 2018 15:34
Details über Mord, Unfällen von Politikern und den Übergriffen in Cottbus gelangten ungefiltert an die Öffentlichkeit – Die Polizei Brandenburg sperrte nun ihr Intranet für 5.000 Beamte, um weitere Veröffentlichungen zu vermeiden.

Die Polizei Brandenburg sperrte ihr Intranet, da Beamte interne Daten über Straftaten auf Facebook veröffentlichten und an Medien weiterleiteten. Diese Sperrung beträfe 5.000 Beamte, das seien zwei Drittel aller Polizeibeamten.

Das Landeskriminalamt wurde eingeschaltet, eine interne Revision prüfe den Fall, teilte Präsidiumssprecher Torsten Herbst der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (MAZ) mit.

Für zwei Tage wurde das System Web-View, indem alle Interna über Tatortarbeit mit Uhrzeiten, Handgriffen und Persönlichkeitsdaten von Opfern, Zeugen und Verdächtigen gespeichert werden, gesperrt. Jetzt wird neu geprüft, wer Einsicht bekommt und wer nicht.

Alle Beamten müssen eine Zugangserlaubnis einholen, eine präsidiumsinterne Arbeitsgruppe zur Klärung der Vorfälle sei bereits gebildet worden, so MAZ.

Vier brisante Fälle betroffen

Das Informationsleck betreffe speziell vier brisante Fälle. Zum einen der Fall eines 15-jährigen Syrers, der im Januar einen 16 Jahre alten Cottbuser mit einem Messer im Gesicht verletzte. Einige Passagen des Online-Logbuch tauchten bei Facebook auf. Darunter seien einige sensible Daten von Geschädigten, Angehörigen und Zeugen gewesen.

„Es waren persönliche Daten von Geschädigten darunter – Angehörige und Zeugen regen sich zu Recht auf“, sagte Herbst der MAZ.

Ebenso tauchten Details über Autounfälle von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in der Öffentlichkeit auf.

Doch als dann ein Boulevardblatt über den gewaltsamen Tod der Jägerin aus Mögelin, Havelland, am 10. Februar, berichtete, war das Maß voll. In dem Artikel kamen tatsächlich wichtige Details darüber vor, beispielsweise wie Beamte bei einem Mann die Hände auf Spuren untersuchten. Oder, dass Polizisten, Patronenhülsen hinter dem Auto der verstorbenen vorfanden. Laut Polizei konnte nur Beamte den Zugriff auf diese Informationen gehabt haben.

„Niemand muss wissen, wie wir Hände auf Spuren untersuchen“.

Weiter: „Wir werfen Journalisten nicht vor, dass sie Quellen nutzen, aber Polizisten machen sich strafbar, wenn sie solche sensiblen Informationen verbreiten“, so Präsidiumssprecher Herbst zu MAZ.

„Das Web-View ist die Bild-Zeitung der Polizei – jeder schaut, wo es etwas Interessantes gibt“, sagt Andreas Schuster, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Brandenburg, der MAZ.

Weiter heißt es, dass ab jetzt alle Direktionen neue Zugänge beantragen müssten, denn es müsse eine Beschränkung auf das Notwendige geben. (vm)

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