Sonderangebote in einem SupermarktFoto: über dts Nachrichtenagentur

Enteignung: Inflation in Deutschland auf über 2 Prozent steigern, um die Südländer der EU wettbewerbsfähig zu machen

Epoch Times16. Juni 2017 Aktualisiert: 16. Juni 2017 20:50
Enteignung der Sparer in Deutschland: Um die Südländer der EU wieder wettbewerbsfähig zu machen, soll Deutschland längere Zeit eine Inflationsrate von mehr als zwei Prozent akzeptieren.

Ökonomen rechnen mit deutlichen Preissteigerungen in den kommenden Jahren. „Eine Konvergenz der Eurozone und eine Rückkehr zur Preisstabilität der Europäischen Zentralbank (EZB) erfordern, dass Deutschland in Zukunft mehrere Jahre von Inflationsraten über zwei Prozent erleben wird“, sagte Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der „Welt“.

Eine Inflationsrate von etwas über zwei Prozent sei nicht schädlich für Deutschland.

„Politik, Gewerkschaften und die Bürger müssen sich an diese neue Realität gewöhnen“, sagte Fratzscher.

Damit stützt er die Forderung des Internationalen Währungsfonds (IWF), nach der Länder wie Deutschland längere Zeit eine Inflationsrate von mehr als zwei Prozent akzeptieren sollen.

Nur mit höherer Inflation in Deutschland kann sich die EU erholen

Ähnlich sieht dies der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Nur durch höhere Inflationsraten in Deutschland sei eine Erholung in der ganzen Währungsunion möglich. „Länder wie Griechenland, Spanien oder Portugal müssen wieder wettbewerbsfähig werden. Das können sie nur durch Reformen und niedrigere Preise“, sagte der Würzbürger Ökonom.

„Länder wie Deutschland mit einer gut ausgelasteten Wirtschaft müssen hingegen eine höhere Inflationsrate hinnehmen“, sagte Bofinger der „Welt“.

Hans-Werner Sinn ist kritisch

Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des Münchner Ifo-Instituts, fürchtet hingegen, dass die höheren Inflationsraten für Deutschland negative Auswirkungen haben könnten.

„Die Strategie der Europäischen Zentralbank und des IWF ist seit Langem, Deutschland durch eine Geldschwemme nachzuinflationieren, um die in der Euro-Kreditblase explodierten Preise Südeuropas zu kompensieren und diese Länder wieder wettbewerbsfähig zu machen“, sagte Sinn der „Welt“.

„Ich bin mir nicht sicher, ob diese Strategie funktionieren wird.“ So komme es möglicherweise allein zu einer realen Entlastung der Schuldner Südeuropas und im Gleichschritt zu einer Enteignung der deutschen Sparer, ohne dass die Wettbewerbsfähigkeit der Südländer verbessert wird. (dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion