Jan Josef Liefers: „In der DDR wäre ich für so ein Video wahrscheinlich in den Knast gekommen“

Epoch Times28. April 2021 Aktualisiert: 28. April 2021 19:52
Die Satire-Aktion #allesdichtmachen etlicher Schauspieler sorgte für reichlich Wirbel: Jetzt will sich Jan Josef Liefers Einblick in die Realität verschaffen. Doch soll dies keine Abkehr von der geteilten Aktion darstellen. Seinen Standpunkt verteidigte er in einem Streitgespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn.

Nach heftiger Kritik an der Aktion #allesdichtmachen will Schauspieler Jan Josef Liefers bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen mitmachen. Das sagte der 56-Jährige in einem Streitgespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Liefers hatte sich mit einem Video an der Aktion beteiligt, bei der Dutzende Schauspielerinnen und Schauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentierten.

Als Reaktion auf #allesdichtmachen hat die Medizinerin Carola Holzner die Kampagne „alle mal ne Schicht machen“ gestartet. Es soll eine Aufforderung darstellen, sich die Arbeit der Mediziner und Pflegekräfte in ihrer Klinik – auf der Intensivstation – anzuschauen. „Ich habe mich schon angemeldet“, sagte Liefers in dem Gespräch.

Spahn sagte der „Zeit“ über #allesdichtmachen: „Ich finde die Kritik in den Clips teilweise geschmacklos und häufig zu undifferenziert.“ Etwas anderes lasse „der Kunstansatz wohl aber auch nicht zu“. Der CDU-Politiker hatte kurz nach Erscheinen der Kampagne beteiligte Künstler zu einem Dialog eingeladen.

Es ist ja nicht so, dass ich alles, was wir machen, für perfekt halte“, so Spahn weiter. „Was mich allerdings wirklich stört, ist die vielfach behauptete These, wir hätten in unserem Land gleichgeschaltete Medien, die nur die Regierung beklatschen. Das hat mich auch in Ihrem Video geärgert, Herr Liefers.“

Liefers erwiderte: „Natürlich sind die Videos in ihrer Verkürzung undifferenziert. Und damit natürlich auch zum Teil ungerecht. Das ist aber in diesen kurzen Clips und auf der Ebene von Satire gar nicht anders möglich.“

In der DDR, wo der Dresdner aufwuchs, wäre er für ein solches Video „wahrscheinlich in den Knast gekommen. Aber auch das, was wir hier erleben, ist nicht schön“, so der Schauspieler. Der ARD-Rundfunkrat forderte beispielsweise ein Berufsverbot für Schauspieler der Satire-Aktion.

„Heute erklärt nicht mehr der gute alte Klassenkampf die Welt – sondern heute gibt es einen Bubble-Kampf, zwischen Angehörigen verschiedener Meinungsblasen.“ (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion