Kostet Bier in Kneipen bald 7,50 Euro? Lkw-Maut treibt die Transportkosten hoch

Schon bald steht den Bürgern in Deutschland der nächste Preisaufschlag im Sinne der „Klimaneutralität“ bevor. Die Lkw-Maut wird erweitert, dazu kommt noch ein CO₂-Aufschlag. Der Verbraucher merkt es etwa an den Getränkepreisen.
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Lkw-Maut.Foto: BERND WUSTNECK/AFP/Getty Images
Von 13. September 2023

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Mit einjähriger Schonfrist war es den Grünen 2022 auch beim Mautgesetz gelungen, in der Ampelkoalition ihre Ziele durchzusetzen. Ab 2024 wird die angestrebte Neuerung wirksam – und sie wird für Verbraucher auch die Getränke verteuern. Um das Transportwesen in Deutschland „klimaneutral“ zu machen, gilt die Lkw-Maut ab dem nächsten Jahr auch schon für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen. Bis dato fiel sie erst für 7,5-Tonner oder noch schwerere Fahrzeuge an.

Grüne auch bei Lkw-Maut Sieger auf ganzer Linie

Die Bundesregierung erhofft sich durch die Neuregelung nicht nur zusätzliche Mauteinnahmen von 31 Milliarden Euro bis 2027. Dazu soll ein CO₂-Aufschlag von 200 Euro pro Tonne kommen – die unterschiedliche Mehrkosten je nach Emissionsklasse verursachen wird.

SPD und FDP hatten ursprünglich nur eine Anpassung der bereits geltenden Bestimmungen zur Lkw-Maut gefordert. In einem Gutachten hatte es sogar geheißen, die Mautsätze hätten leicht sinken müssen. Allerdings wollte man künftig auch Kosten für Infrastruktur und Lärm in die Kalkulation einbeziehen.

Auf Drängen der Grünen sollen die Mehreinnahmen aus der Lkw-Maut auch nicht mehr nur Straßen-Infrastruktur finanzieren. Stattdessen soll es eine „verkehrsübergreifende“ Verteilung geben, deren Details derzeit in den Haushaltsberatungen geklärt werden sollen.

Batteriebetriebene Lkw nicht gefragt – deshalb sollen Dieselfahrzeuge teurer werden

Ein weiteres Anliegen der Ampel ist, den Güterverkehr in Deutschland „klimaneutral“ zu machen. Dies betrifft insbesondere den Lkw-Verkehr. Deshalb will man nicht nur bis 2027 rund 30 Milliarden Euro an zusätzlichen Mauteinnahmen in die Schiene investieren. Bis Ende 2025 sollen emissionsfreie Fahrzeuge gänzlich von der Mautpflicht befreit sein.

Anschließend sollen sie eine 75-prozentige Ermäßigung auf den Maut-Teilsatz für die Infrastruktur erhalten. Die Teilsätze für Luftverschmutzung und Lärmbelastung sollen sie jedoch in voller Höhe entrichten.

Zwar sind marktgängige Fahrzeuge auf Batterie- oder Wasserstoffbasis bisher nicht in Sicht – von einer Ladeinfrastruktur ganz zu schweigen. Der herkömmliche Diesel-Lkw wird aber immerhin schon einmal deutlich teurer. Die Hersteller hoffen, so das „Handelsblatt“, dadurch perspektivisch ihre batteriebetriebenen Modelle absetzen zu können.

Münchens OB klagte bereits im Frühsommer: Mineralwasser kostet bis zu zehn Euro pro Liter

Die Auswirkungen der Änderungen im Mautgesetz werden jedoch nicht nur Spediteure treffen. Wie der „Münchner Merkur“ berichtet, werden alle Hersteller transportierter Wirtschaftsgüter höhere Kosten zu erwarten haben – und Verbraucher höhere Preise.

Brauereien halten bis zum Ende des Jahres einen Bierpreis von 7,50 Euro für den halben Liter in der Gaststätte für möglich. Aber auch das Mineralwasser im Supermarkt wird teurer. Hier gibt es bereits jetzt erhebliche Unterschiede. Münchens OB Dieter Reiter hatte sich bereits im Frühsommer über Literpreise von bis zu zehn Euro beschwert.

Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds, spricht von einer „verkappten Steuererhöhung“. Markus Rütters von der Deutschen Getränke Logistik (DGL) rechnet mit einem Kostenanstieg von neun Prozent.

Wissing rechnet nicht mit weiterer Teuerung infolge höherer Lkw-Maut

Bundesverkehrsminister Volker Wissing will mit der Neuregelung nicht nur Milliarden an Mehreinnahmen für den Haushalt absichern. Er wolle einen „starken Anreiz“ schaffen, auf klimafreundliche Fahrzeuge umzusteigen. Aktuell verursachten Nutzfahrzeuge noch rund ein Drittel der gesamten CO₂-Emissionen im Verkehr. Die Maßnahmen seien erforderlich, „um unsere Klimaschutzziele zu erreichen“.

Von einem spürbaren Effekt bezüglich einer noch höheren Inflation geht er nicht aus. Die Transportkosten machen seiner Einschätzung nach nur einen geringen Anteil an den Gesamtkosten aus. In Summe gehe es um möglicherweise 0,1 Prozentpunkte.

Im Gegenzug hätte der Bund bei Lkw ab 7,5 Tonnen bis 2027 Mehreinnahmen von 26,6 Milliarden Euro zu erwarten. Bei den Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen seien es im gleichen Zeitraum etwa 3,9 Milliarden.



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