Krankenschwester im Sat.1-TV-Duell ist Linken-Politikerin – Erziehungsfernsehen mit gecasteten „Normalbürgern“ (FB-User)

Epoch Times1. September 2017 Aktualisiert: 1. September 2017 19:59
Eine "gecastete" linke Krankenschwester macht derzeit Schlagzeilen in den Medien. Im TV-Duell der kleinen Parteien am Mittwoch auf Sat.1 sprach sie sich vehement für die Linken aus. TV-Moderator Strunz hatte angeblich nichts von ihrem politischen Engagement gewusst.

Im „kleinen“ TV-Duell am Mittwoch bei Sat.1  hatte sich eine Wählerin als Krankenschwester vorgestellt und durfte eine Frage an die Politikerrunde stellen.

Ihre Frage galt als eine der „Zehn wichtigsten Fragen der Deutschen“ und lautete: „Wie gewährleisten Sie die Finanzierung des Gesundheitssystems?“ Am besten gefiel ihr dabei die Antwort der Linken-Politikerin Katja Kipping.

Nun stellte sich heraus: Die Krankenschwester ist selbst Mitglied der Linken-Partei und mehr noch: Funktionärin. Auch bei ver.di ist Dana Lützkendorf bekannt, als Landesfachbereichsvorstandsvorsitzende.

Nun, nicht dass es problematisch wäre, Krankenschwester, Personalrätin und Linken-Politikerin gleichzeitig zu sein, aber diesen wichtigen Teil bei einer TV-Sendung im Wahlzusammenhang zu verheimlichen, gibt dann doch zu denken:

https://www.youtube.com/watch?v=fBVSqf8V9dc

Als Begründung für ihre Entscheidung gab Dana Lützkendorf an, dass sie aus persönlicher Erfahrung sagen könne, dass die Linken mehr hinter ihren Forderungen stehen würde als jede andere Partei. In einem Einspielfilm war Lützkendorf zuvor als Krankenschwester aus Berlin vorgestellt worden. „Früher ihr Traumjob, jetzt ein Alptraum“, hieß es darin unter anderem.

FDP-Chef Christian Lindner war offenbar der Erste, der dies nach der Sendung erfuhr. Auf Twitter wies er auf die Parteimitgliedschaft der Intensiv-Pflegerin hin.

Nach Medienberichten ist sie bei den Berliner Linken in Friedrichshain-Kreuzberg aktiv und sei sogar gewählte Delegierte des Bezirksverbands für den Bundesparteitag der Linken. Auf YouTube finde sich außerdem ein Video von ihr bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Thema Pflege mit dem Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger. In Parteizeitungen sei sie ebenfalls zu finden.

Moderator Claus Strunz entschuldigte sich indes bei seinen Gästen und Zuschauern via einer Mitteilung auf Facebook. Dabei bestätigte er die Linken-Mitgliedschaft seines Talk-Gastes.

Strunz schreibt:

In meinem Wahl-Talk ist uns am Mittwochabend ein Fehler unterlaufen.

Die Krankenschwester Dana Lützkendorf, die als Talkgast über die Probleme in ihrem Berufsalltag berichtet hat, ist Mitglied der Partei „Die Linke“. Das konnten wir nicht kenntlich machen, weil uns die Information aufgrund einer lückenhaften Recherche nicht bekannt war.

Oft genug habe ich von Politikern und Konzernchefs in meinen Kommentaren verlangt, für Fehler geradezustehen, die in ihrem Bereich passiert sind. Das gilt selbstverständlich auch für mich.

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Deshalb entschuldige ich mich bei unseren Zuschauern und meinen Gästen Christian Lindner, Katrin Göring-Eckardt und Alice Weidel für die bedauerliche Recherche-Panne.

Diese drei Minuten in unserer zweistündigen Sendung zeigen mir erneut, dass selbst ein erfahrenes Team in eine solche Situation kommen kann. Dennoch: So etwas darf nicht passieren.

Die Entschuldigung von Strunz wird hier nur teilweise akzeptiert, die Kommentatoren des Beitrags zeigen sich mitunter misstrauisch.

Ein FB-Nutzer schreibt: „Ach Herr Strunz, ich kaufe Ihnen davon nichts ab. Wenn man den Namen „Dana Lützkendorf“ bei google eingibt, steht direkt auf der ersten Seite einiges über Ihre Tätigkeit bei der Linken. Gleiches gilt im übrigen für die Bildersuche, auf denen teilweise Fotos zu finden sind, in der Sie sogar mit Frau Kipping abgebildet ist. Um diese Informationen herauszufinden, bedarf es einer 30 Sekunden Recherche.“

Der umstrittene Auftritt hat in den sozialen Medien große Wellen geschlagen. Von Empörung ist bei den FB-Nutzern eher nichts zu spüren, im Gegenteil sie zeigen sich wenig überrascht.

Auf diesen Post kommentiert ein Nutzer:Erziehungsfernsehen mit gecasteten ‚Normalbürgern‘. Lächerlich, verwerflich, manipulativ. Es macht mich noch nicht einmal mehr wütend. Es ödet mich einfach an.“

Kämpferische Grüße, Tschüüüß 😉

(mcd)

Siehe auch:

TV-Duell-Wahlkampf 2017: Kleine Parteien im verbalen Schlagabtausch