Familie am Flughafen, alle mit Gesichtsmasken geschützt.Foto: iStock

Maskenpflicht entwickelt sich zur Glaubensfrage – Passantin: „Ich krieg‘ immer eine Krise, wenn ich atmen muss“

Von 24. Juli 2020 Aktualisiert: 24. Juli 2020 18:15
Erst nein, dann ja und schließlich wurde sie zur Pflicht: die Gesichtsmaske, inzwischen auch „Alltagsmaske“ genannt. Der Nutzen und die Sinnhaftigkeit wird derweil von vielen Bürgern infrage gestellt.

„Auch wenn sich die meisten Menschen in Deutschland an die Maskenpflicht halten, wird die Mund-Nasen-Bedeckung in Teilen der Gesellschaft zunehmend zum Hassobjekt“, heißt es in einem Bericht der „Welt“.

Dazu erklärt der Politikpsychologe Thomas Kliche von der Hochschule Magdeburg-Stendal: „Die fehlende Maske ist der unmittelbarste und sichtbarste Ausdruck zu zeigen: Ich füge mich den Regeln nicht.“

Einen Grund für die Skepsis der Bevölkerung sieht der Psychologe Dirk Baumeier laut „Welt“ in der Tatsache, dass sowohl die Bundesregierung als auch das Robert Koch-Institut (RKI) am Anfang der Corona-Krise das Tragen von Masken als „wenig sinnvoll“ beschrieben haben. „Wenn der Eindruck entsteht, die Experten seien sich uneins, verunsichert das die Bevölkerung massiv“, erklärt Baumeier. Zudem hätten sich auch die Bilder von Politikern, wie beispielsweise das Fahrstuhlbild von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wo dieser dicht gedrängt mit anderen im Fahrstuhl ohne Maske steht, „bei einigen Bürgern eben eingebrannt“.

In den USA, weiß Baumeier zu berichten, ist die Gesichtsmaske in vielen Kreisen zum Politikum geworden. „Die Maske ist für viele Amerikaner ein Symbol des Maulkorbs und der Unterwerfung. Auf der Straße kann man anhand der Frage, ob jemand eine Maske trägt oder nicht, Rückschlüsse auf seine politische Gesinnung ziehen.“

Das habe auch damit zu tun, dass die US-Politiker bei der Frage nach der Maske gespalten seien. Während die Maskenpflicht in den nordöstlichen US-Bundesstaaten gilt, hat sie sich im Süden noch nicht durchgesetzt. In dieser Woche empfahl US-Präsident Donald Trump zum ersten Mal das Tragen einer Maske.

Auch in Deutschland hat es einige Zeit gedauert, bis man Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Maske in der Öffentlichkeit sah. Als sie am 3. Juli von einer neugierigen Reporterin gefragt wurde, warum man sie nie mit Gesichtsmaske sehe, erklärte Merkel: „Wenn ich die Abstandsregeln einhalte, brauche ich die Maske nicht aufsetzen.“ Wo man die Abstandsregeln nicht einhalten könne, trage sie eine Maske, etwa beim Einkaufen. Doch wann sie wo einkaufe, verrate sie nicht.

Der Beginn der Maskenpflicht

Für Verwirrung sorgte die Äußerung von RKI-Chef Lothar Wieler in der Presseerklärung am 31. März 2020. Nachdem das RKI zuvor gebetsmühlenartig davon abgeraten hatte, einen Mund-Nasen-Schutz in der Bevölkerung zu tragen, sagte er: „Das ist sinnvoll und das empfehlen wir seit Anfang an.“

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte Anfang April der „Passauer Neuen Presse“: „Wenn wir ausreichend medizinische Masken von hoher Qualität haben, um das medizinische Fachpersonal zu versorgen und gleichzeitig die Bevölkerung, wäre eine Maskenpflicht im öffentlichen Personen-Nahverkehr oder auch in Supermärkten durchaus sinnvoll.“

Am 6. April zog die Maskenpflicht ein. Jena übernahm die Vorreiterrolle. Nach und nach folgten andere Kommunen, wie Nordhausen (14.4.) und Rottweil (17.4.). Am 20. April wurde dann die Maskenpflicht in Sachsen eingeführt, am 22. April in Sachsen-Anhalt, am 24. April in Thüringen und schließlich ab 27. April in den anderen Bundesländern.

Inzwischen sind die Meinungen über das Tragen von Gesichtsmasken gespalten. Einige tragen sie, weil sie sich dadurch geschützt fühlen oder andere schützen wollen. Manche setzen sie nur als „Bußgeld-Vermeidungslappen“ auf. Andere wiederum setzen die Maske nicht auf, weil sie schädlich sei oder man schlichtweg nicht an die Notwendigkeit und den Nutzen glaube.

Pro und Contra

Auch bei einer Umfrage des „Donaukurier“ gab es Befürworter und Kritiker. Manche äußerten sich überzeugt, dass die Maske ein sinnvoller Schutz sei und dabei helfe, die Pandemie einzudämmen. Eine Frau bemängelte: „Ich krieg‘ immer eine Krise, wenn ich atmen muss.“ Aus diesem Grund trage sie die Maske so wenig wie möglich. Eine andere Frau hielt von der Maske nichts. Sie schilderte, dass sie fast in ein Auto gerannt sei, als die Straße überqueren wollte, weil ihre Brille durch die Gesichtsmaske beschlagen war.

„Ich wünsche, ich hätte den Mut, sie nicht zu tragen“, sagte eine Dritte.

„Ein Lockdown reicht“, erklärte ein Mann. Wenn Menschen in der „akuten Phase“ wie beispielsweise am Ballermann zusammenkommen und die Hygienemaßnahmen nicht einhalten, dann bestehe die Gefahr, dass sich wieder Corona-Herde bilden. Das werfe dann wieder viele zurück. Aus diesem Grund befürworte er die Maske.

Kamera-Team animiert Urlauber zu Partystimmung

Was allerdings tatsächlich am Ballermann geschieht, dass können wohl nur die Leute vor Ort wirklich einschätzen. Aus der Ferne ist man auf die Medienberichte angewiesen. Wenn es da nicht den Zufalls-Journalisten Sven Gonzales geben würde. Eigentlich ist er gar kein Reporter, sondern vermietet Fahrräder und Elektroroller auf Mallorca. Die Corona-Krise macht auch ihm zu schaffen. Um den Urlaubern einen Einblick in die Situation vor Ort zu geben, filmte er am 11. Juli die Bierstraße bei Nacht und fing beiläufig ein Kamera-Team ein, dass die Menschen animierte, sich in feiernder, grölender Stimmung zu zeigen.

Ob es dieser Beitrag ins Fernsehen geschafft hat und wie die Partys am Ballermann tatsächlich ausgesehen haben, darüber kann spekuliert werden. Jedenfalls wurde in der Folgewoche in den deutschen Medien über Ballermann-Partys berichtet. Besorgt zeigte sich vor allem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über die Situation auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca. Die Corona-Regeln gälten auch für den Urlaub, weil die Mobilität es dem Virus leichter mache, sich zu verbreiten, betonte Spahn.

Spahn warnt vor zweitem Ischgl

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„Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird“, sagte Spahn. Der österreichische Skiort Ischgl war im März ein Hotspot für Corona-Infektionen in ganz Europa gewesen. „Wo miteinander gefeiert wird, ist das Infektionsrisiko besonders hoch“, warnte Spahn. Wenn die Urlauber dann die Rückreise anträten, bestehe im Flieger und zu Hause ein Infektionsrisiko.

Der Gesundheitsminister verstehe den Drang zum Feiern, warnte aber vor einem „Jetzt-erst-recht-Modus“. Spahn forderte, wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer forderte unterdessen von der Bundesregierung gemeinsam mit den spanischen Behörden „eine Kampagne gegen die Bildung eines möglichen Hotspots Mallorca“. Es sei kaum vorstellbar, wenn sich infizierte Urlauber anschließend auf ganz Deutschland verteilten. „Das wäre der Turbo für die zweite Welle“, warnte Theurer.

Der Linken-Gesundheitspolitiker Achim Kessler rief die Regierung auf, „jetzt Vorkehrungen für eine mögliche zweite Infektionswelle zu treffen“. Sämtliche Planungen und Überlegungen müssten öffentlich gemacht werden, forderte er.

Touristen-Familie mit Virus infiziert

Nach „BZ“-Berichten hat sich in Cottbus eine vierköpfige Familie mit SARS-CoV-2 infiziert. Nach Mitteilungen der Stadt war das Ehepaar mit seinen zwei Töchtern am vergangenen Sonntag (19.7.) von Mallorca zurückgekehrt. Der Arbeitgeber habe einen routinemäßigen Test nach der Rückkehr verlangt, dieser war positiv. Die Familie befindet sich unter Quarantäne.

Die balearische Gesundheitsbehörde IB-Salut meldet derzeit 150 behandelte Corona-Patienten, 21 werden stationär behandelt, drei befinden sich auf der Intensivstation. Bei ihrer Zählung werden auch Hinweise auf COVID-19 durch andere Tests wie Antikörper-Analysen berücksichtigt und zudem von COVID-19 genesene Patienten mit einrechnet, die durch Folgeschäden weiter behandelt werden müssen, heißt es in der „Mallorca-Zeitung“.

Um eine Einschleppung von SARS-CoV-2 aus Urlaubsgebieten zu vermeiden, wollen Bund und Länder beraten, wie verpflichtende Corona-Tests bei der Rückkehr aus Risikogebieten umgesetzt werden können – und wer die Kosten dafür trägt.

(Mit Material von dts/afp/dpa)

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