Mega-Projekt in der Nordsee: Ørsted baut Windräder mit 200 Meter Rotordurchmesser

Die Nordsee wird zum Großkraftwerk Europas. Der Windparkbetreiber Ørsted beginnt mit dem Bau von zwei neuen Windparks, die riesige Flächen beanspruchen.
Mega-Projekt in der Nordsee: Ørsted baut riesige Windräder
Eine Windkraftanlage und weitere Fundamente, auf denen neue Anlagen entstehen.Foto: iStock
Von 10. August 2023

In der Nordsee begann in diesen Tagen der Bau von zwei großen Offshore-Windparks. Laut dem Betreiber Ørsted handelt es sich um die größten Windkraftanlagen in der deutschen Nordsee.

Zunächst lief der Bau des ersten neuen Windparks – Gode Wind 3 – an, berichtet „t-online“. Gode Wind 3 entsteht in rund 32 Kilometer Entfernung zur Insel Norderney. Am vergangenen Freitag setzte eine Baufirma bereits ein erstes Fundament, wie der Energieversorger am Montag, 7. August, in Hamburg mitteilte.

Nach dem Bau der Fundamente sollen im kommenden Jahr in dem Windpark insgesamt 23 Windräder mit einer Nennleistung von jeweils elf Megawatt (MW) installiert werden.

200 Meter im Durchmesser

Gode Wind 3 wird laut einer Beschreibung von Ørsted insgesamt 242 MW Exportkapazität umfassen. Damit könne der Windpark – zumindest rechnerisch, wenn der Wind in der richtigen Stärke weht – über 250.000 Haushalte mit Strom versorgen. Zum Einsatz kommen 23 Siemens-Gamesa-Turbinen, die Offshore-Windturbine SG 11.0-200 DD. Der Rotordurchmesser wird dabei ganze 200 Meter betragen.

Weltrekord ist das aber noch nicht. Denn das derzeit größte Windrad der Welt steht laut „Kleine Zeitung“ in China. Dort ging vor knapp einem Monat die MySE 16-260 von Mingyang Smart Energy in Betrieb. Die Windkraftanlage hat einen Rotordurchmesser von 260 Metern und eine windexponierte Fläche von 53.902 Quadratmetern.

Doch zurück zur Nordsee. Ørsted rechnet damit, dass der Windpark Gode Wind 3 im kommenden Jahr vollständig in Betrieb gehen wird.

Zweiter neuer Windpark noch größer

Im Anschluss an diese Arbeiten will der Windparkbetreiber den zweiten neuen Windpark errichten. Dieser trägt den Namen Borkum Riffgrund 3 und soll letztendlich aus 83 Windkraftanlagen bestehen. Es wird dann der bisher größte Offshore-Windpark Deutschlands sein. Die Exportkapazität soll rund 900 MW betragen – fast viermal so viel wie bei Gode Wind 3. Auch hier liefert Siemens Gamesa die Turbinen mit ebenfalls je elf MW.

Die Monopile-Fundamente (einzelner Stahlpfahl) werden von Steelwind Nordenham in Niedersachsen produziert. Bei Borkum Riffgrund 3 verzichtet Ørsted erstmals auf eine Offshore-Umspannstation (OSS), wie sie sonst immer zum Einsatz kam. Das neue Anschlusskonzept sieht stattdessen eine direkte Verbindung der Windenergieanlagen durch dicke 66-kV-Anschlusskabel zu der Offshore-Konverterplattform DolWin5 vom Stromnetzbetreiber TenneT vor.

Der neue Offshore-Windpark wird eine Fläche von rund 75 Quadratkilometer beanspruchen. Er liegt etwa 72 km vor der niedersächsischen Küste und rund 53 Kilometer vor der Insel Borkum.

Die Nordsee wird zum Großkraftwerk

Ørsted ist einer der weltweit führenden Betreiber von Windparks auf See, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Bislang betreibt der dänische Energieversorger vier Windparks in der Deutschen Bucht: Borkum Riffgrund 1 und 2 sowie Gode Wind 1 und 2.

Zusammen mit den beiden neuen Windparks will der Betreiber künftig jährlich so viel Windenergie produzieren, dass diese rechnerisch rund 2,5 Millionen Haushalte versorgen können. Zuletzt hatte Ørsted 2018 den Windpark Borkum Riffgrund 2 vor der deutschen Küste gebaut.

Ende 2022 gab es in deutschen Gewässern (Nord- und Ostsee) laut ZDF insgesamt 1.539 Offshore-Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 8,1 Gigawatt in Betrieb. Die Ampelkoalition hatte bereits im April dieses Jahres Pläne vorgestellt, die Leistung der Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee bis 2030 mehr als zu verdreifachen. Bis 2045 soll es sogar mehr als das Achtfache sein. Das schließt auch die Nordseegebiete anderer Länder mit ein. Laut der „Erklärung von Ostende“ wollen die beteiligten Staaten bis 2050 die gemeinsame Offshore-Leistung „auf mindestens 300 Gigawatt (GW)“ ausbauen.



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