Nachdem ein zweijähriges Mädchen in Hamburg vermutlich von ihrem Vater getötet worden ist, befindet sich der Mann weiterhin auf der Flucht.Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Mutmaßlicher Kindermörder: Abgelehnter Asylbewerber weiter flüchtig

Epoch Times26. Oktober 2017 Aktualisiert: 26. Oktober 2017 9:57
Nach dem Mord an einem zweijährigen Mädchen in Hamburg fahndet die Polizei weiter nach dem Vater. Er ist ein abgelehnter Asylbewerber und hätte Deutschland eigentlich schon Jahre vor der Geburt des Kinds verlassen müssen.

Der tatverdächtige Vater eines am Montagabend in Hamburg getöteten zweijährigen Mädchens ist weiterhin auf der Flucht. Die Polizei konnte den 33-Jährigen bisher nicht ausfindig machen, wie die Beamten an diesem Donnerstagmorgen mitteilten.

Am Montagabend hatten Polizisten das Kind tot in der Wohnung der Familie im Stadtteil Neugraben-Fischbek gefunden. Die 32 Jahre alte Mutter war zur Polizeiwache gegangen, um ihren Mann wegen Bedrohung anzuzeigen. Als die Beamten die Wohnung betraten, entdeckten sie das tote Kind. Noch in der Nacht leitete die Polizei die Fahndung nach dem Vater ein.

Der 33-Jährige ist ein abgelehnter Asylbewerber aus Pakistan. Entsprechende Medienberichte bestätigte ein Sprecher der Ausländerbehörde. Er hatte Ende 2011 in Hessen Asyl beantragt. Anfang 2012 wurde der Antrag abgelehnt. Im Juli 2012 war der Mann ausreisepflichtig, wurde aber weiter geduldet. Er lernte später seine Frau kennen, die er nach islamischem Recht heiratete. Warum der Mann in der Zwischenzeit nicht abgeschoben wurde, konnte der Behördensprecher nicht sagen.

Nach der Geburt des Mädchens durfte der Pakistaner im Januar 2016 nach Hamburg ziehen. Hier stellte er einen Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis, der den Angaben zufolge jedoch abgelehnt wurde. Dagegen legte der Vater Widerspruch ein. Sein Anwalt erreichte mit einem Eilantrag einen sogenannten Hängebeschluss des Verwaltungsgerichts, das heißt, der Mann durfte aufgrund der familiären Bindung vorerst nicht abgeschoben werden. Das sei nun obsolet, sagte der Sprecher des Hamburger Einwohnerzentralamts.

Das Jugendamt im Bezirk Harburg betreute die Familie. Eine erste Aktendurchsicht habe ergeben, dass zwei Mal das Wort Kindeswohlgefährdung gefallen sei, sagte eine Sprecherin des Bezirksamts. Der Verdacht habe sich aber in beiden Fällen nicht bestätigt. Die Polizei war nach Angaben eines Sprechers mehrfach wegen häuslicher Gewalt gerufen worden. Eine Nachbarin hatte den 33-Jährigen am Dienstag als „hochaggressiv“ bezeichnet. (dpa)



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