Symbolfoto: Eine Rentnerin sucht nach weggeworfenen Lebensmitteln in Berliner Supermarkt-Mülltonne.Foto: Sean Gallup/Getty Images

„Nicht für Flüchtlinge“: Münchner Pfarrer bittet um Spenden für bedürftige Einheimische

Epoch Times11. Oktober 2016 Aktualisiert: 11. Oktober 2016 19:46
Ein Münchner Pfarrer hat um Spenden speziell für bedürftige Einheimische gebeten. In einem Brief an seine Gemeinde wies er ausdrücklich darauf hin, dass Asylbewerber nicht die Empfänger sein werden. Dem „Focus“ war dies einen Bericht wert.

Der Münchner Pfarrer Michael Schlosser bittet jedes Jahr seine Gemeinde um Spenden für Bedürftige. Damit hilft die Pfarrei zum Beispiel Familien, die Probleme haben, die Klassenfahrten ihrer Kinder zu finanzieren. Auch für die Reparatur oder Neuanschaffung von Geräten werden die Gelder eingesetzt.

In seinem diesjährigen Spendenaufruf vermerkte der Pfarrer im vorletzten Absatz ausdrücklich, dass die „Flüchtlinge in der Hellabrunnerstraße“ nicht mit den Geldern unterstützt werden: Sie bekämen Hilfe aus anderen Quellen. „Wir brauchen also keinen Cent der Caritas-Spende für die Arbeit mit Flüchtlingen“, fügte er hinzu.

Sorge, dass Hilfsbereitschaft ausbleibt

Der „Focus“ fragte nach, warum sich der Pfarrer in seinem Spendenaufruf von Flüchtlingen distanziere. Er sagte daraufhin, dass er sich Sorgen mache, dass Spenden ausbleiben könnten, wenn er dies nicht täte: „In meinem privaten Umfeld höre ich oft Unmut darüber, dass arme Leute und Obdachlose weniger Gelder als Flüchtlinge erhalten oder sogar überhaupt kein Geld mehr bekommen würden“, sagt Schlosser.

Er zieht es vor, von vorneherein Klarheit zu schaffen. Zwar sei bisher noch niemand direkt auf ihn zugekommen, um sich zu beschweren, so der Pfarrer. „Ich denke aber, dass viele Leute sich nicht trauen, nachzufragen, an wen die Spenden gehen.“ Deshalb habe er den Hinweis auf die Verwendung der Gelder eingebaut. „Es ist legitim, dass die Leute wissen wollen, wo die Gelder hinfließen.“

Für Flüchtlingshilfe gebe es ein eigenes Konto, auf dem aktuell auch genug Geld vorhanden sei, sagte Schlosser zum „Focus“. (rf)



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