Öko-Test: Krebserregende Pestizide in Erdbeeren aus Spanien – Wasserknappheit verwandelt das Land zur Wüste

Epoch Times28. April 2018 Aktualisiert: 28. April 2018 14:51
Die Leidenschaft des Menschen für Erdbeeren hat ihren Preis. Pestizidverseuchte Früchte - eine Landschaft die durch übermäßige künstliche Bewässerung beansprucht ist, trocknet aus und verwandelt sich in eine Wüste. Umdenken ist gefragt!

Neue Untersuchungen der Zeitschrift Öko-Tester ergaben, dass ungefähr drei von 30 Erdbeeren aus zehn Supermärkten und Discountern in Deutschland komplett pestizidfrei sind. In allen anderen Erdbeeren stecken bis zu sechs verschiedene Spritzgifte.

Unter anderem untersuchte Ökotest Erdbeeren von Aldi (Nord und Süd), Kaufland und Rewe. Dafür untersuchte ein Labor unterschiedliche Proben von Erdbeeren auf mehr als 500 verschiedene Pestizide. Zudem wurden von Ökotest die Erdbeeren nach Herkunft eingestuft – auch ob sie aus sehr trockenen Gebieten stammten.

Zu hohe Pestizidbelastung bei spanischen Erdbeeren

„Besonders bedenkliche Pestizide“ sind bei der Hälfte der getesteten Erdbeeren entdeckt worden. Diese seien stark krebserregend und schädlich für die Fortpflanzung, so Ökotest.

Man habe unter den Pestiziden auch Bupirimat gefunden. Dessen Einsatz ist in Deutschland verboten. Das legt die Frage nahe, warum solche Früchte dann in Deutschland verkauft werden. Der Grund: Die Erdbeeren sind in Spanien angebaut worden und dort ist das Pestizid nicht verboten. Damit ist es – nach EU-Recht – auch in Deutschland erlaubt, Nahrungsmittel mit den Rückständen von Bupirimat zu verkaufen.

Die stärkste Belastung wies eine Probe Erdbeeren von Rewe auf. Das Labor fand erhöhte Rückstände von fünf verschiedenen Pestiziden, insgesamt mehr als vier Milligramm pro Kilogramm.

Es gibt, laut Utopia, aber auch eine positive Entwicklung – die generelle Pestizidbelastung im aktuellen Erdbeeren-Test sei erheblich kleiner als noch beim letzten Erdbeer-Öko-Test.

In einem weiteren Test, so berichtet RTL, schneiden die Erdbeeren bei Aldi, Kaufland und Rewe am schlechtesten ab. In der Hälfte der Ware stecken krebserregende oder fortpflanzungsgefährdende Pestizide.

Erdbeeren im Test – Note ausreichend (Bestnote)

  • Aldi Nord: 1,16 Euro pro 250 Gramm aus Spanien
  • Aldi Süd: 1, 36 Euro pro 250 Gramm aus Spanien
  • Kaufland: 1,58 Euro pro 250 Gramm aus Spanien

Erdbeeren im Test – Note ungenügend (Verlierer)

  • Rewe: 1,46 Euro pro 250 Gramm aus Spanien

Großteil der spanischen Erdbeeren kommt aus der Region Huelva

Die untersuchten Erdbeeren bei Öko-Test stammten fast alle aus der Provinz Huelva. Diese Region liegt ganz in der Nähe des Nationalparks Coto de Doñana in Andalusien, einem der wichtigsten Feuchtgebiete des Landes.

Der Niederschlag in dieser Region ist nicht sehr stark, weswegen die gesamte Landwirtschaft auf künstliche Bewässerung angewiesen ist. Wasser ist in Südspanien aber ein extrem knapp gewordenes Gut.

Bis zu zehn Meter im Jahr sinkt der Grundwasserspiegel. Viele Flüsse trocknen aus und verwandeln die gesamte Region in eine Wüste. Das ist der Grund, weshalb die Bauern der Region sich selbst Brunnen in bis zu einigen Hundert Metern Tiefe bohren. Doch dies ist illegal. „Das spanische Umweltministerium schätzt, dass es in Spanien rund 500.000 solcher illegalen Brunnen gibt“, so Ökotest.

Illegale Brunnen – Südspanien trocknet aus

„Der Mensch steuert sehenden Auges auf die Katastrophe zu und handelt erst, wenn sie da ist“, ärgert sich Philipp Wagnitz, Süßwasserexperte beim World Wide Fund for Nature.

Das Problem liege in Spanien nicht in der Bewässerung an sich, denn „die Spanier verwenden fast überall Tröpfchenbewässerung, das ist in solch einer Dimension eine der effizientesten Bewässerungsanlagen der Welt.“ Vielmehr sei das Problem die Masse an Nahrungsmitteln, die in Südspanien produziert werde. Denn die Region sei längst über ihre natürlichen Grenzen hinausgegangen, und ein so trockenes Land könne nicht dauerhaft eine solche Menge an Obst und Gemüse produzieren, so der Süßwasserexperte zu  Ökotest.

Unabhängig davon, ob die Felder bewässert würden oder nicht, gäbe es Zuschüsse aus der EU für den Anbau.

Die Kontrolle, ob die Bewässerung legal ist oder nicht, sei aber die Aufgabe Spaniens, heißt es auf eine Anfrage von Ökotest. Soll heißen, „solange Spanien beide Augen zudrückt, kann der Süden des Landes weiter austrocknen.“ Leider passiert genau das. Denn laut der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind 40 Prozent der gesamten Fläche Spaniens von der Wüstenbildung betroffen.

Heimische Produkte sind besser – Das Warten lohnt sich!

Angesichts dieser Tatsachen sollte man in Deutschland umdenken und eher die Erdbeersaison abwarten und die Früchte von den hiesigen Feldern ernten.

Sie sind gesünder und besser im Geschmack. Denn Obst, das in Ruhe reifen kann, entwickelt auf natürlichem Wege den typischen Erdbeergeschmack. Gleichzeitig ist der Anteil der Vitamine und Nährstoffe bei natürlichem Anbau deutlich höher. (vm)

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