„Schlimmste Befürchtungen“ vor rot-rot-grünem „Schreckgespenst“ geweckt

Das TV-Triell der Kanzlerkandidaten bei RTL verunsichert viele Menschen in Deutschland, vor allem auch Unternehmer aus dem Mittelstand. Das Beunruhigendste war jedoch das, was nicht gesagt wurde: Olaf Scholz (SPD) vermied es, einem rot-rot-grünen Bündnis eine deutliche Absage zu erteilen – oder er durfte es nicht, wie ein Firmengründer vermutet.
Von 2. September 2021

Die Sorgen in Deutschland vor der kommenden Bundestagswahl am 26. September scheinen groß zu sein. Welche weiteren Veränderungen auf das Land wohl zukommen werden, fragen sich viele.

Besonders groß scheint die Sorge vor einem rot-rot-grünen Bündnis und seine Folgen in Unternehmerkreisen zu bestehen. Vor allem Familienunternehmen scheinen nach dem TV-Triell bei RTL zwischen den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU/CSU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) in Sorge zu sein.

Die „Welt“ kontaktierte Vertreter von deutschen Familienunternehmen und von Wirtschaftsverbänden.

Rot-Rot-Grün – „fatal“

„Rot-Rot-Grün wäre für den Standort Deutschland fatal“, meinte beispielsweise der Unternehmerpräsident in Nordrhein-Westfalen, Arndt G. Kirchhoff. Der geschäftsführende Gesellschafter der Kirchhoff Gruppe, die unter anderem im Fahrzeugbau und als Automobilzulieferer arbeitet, befürchtet eine massive Schwächung von „Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit“ und ein Abwandern von möglichen Investoren, was auch zulasten der Arbeitsplätze gehen würde. Die Gefahr bei Rot-Rot-Grün sieht Kirchhoff vor allem darin, dass alle drei Parteien ein zutiefst linkes Wahlprogramm hätten: „In dieser Konstellation würde jegliches wirtschaftspolitisches Korrektiv fehlen“, so der Unternehmer.

Ein „europäisches Schreckgespenst“

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, sieht in Rot-Rot-Grün ein „Schreckgespenst“, von dem Deutschland ein „Totalausfall“ droht: „Wo die Welt von einer Krise in die andere schlittert, brauchen wir in Deutschland sicher keinen Mix aus rückständigen linken Utopien und supergrünem Klima-Aktionismus. So wären wir auch ein europäisches Schreckgespenst.“ Möglicherweise wollte der 79-Jährige mit seiner Aussage eine Anspielung auf den geschichtlichen Hintergrund von Rot-Rot-Grün machen. Das Kommunistische Manifest von Karl Marx beginnt mit derartigen Begrifflichkeiten: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“.

Sozialistischer Albtraum

Auch Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer“, sieht hier eine Gefahr auf Deutschland zukommen: „Eine Frage, die sich mir nach dem Triell stellt: Warum hat Olaf Scholz den Linken keine klare Absage erteilt? Scheinbar hindert ihn seine eigene Partei daran, aber warum? Der sozialistische Traum einer linken Regierungsdominanz hat sich von Kuba bis Venezuela stets als wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Albtraum entpuppt“, erinnert der Verbandschef, bei dem durch die Zurückhaltung von Olaf Scholz in dieser Frage „schlimmste Befürchtungen“ geweckt werden, wie der Unternehmer über die Verbandsseite mitteilt.

Mogel-Olaf?

Roland Mack, Chef und Gründer des Europa-Parks, erinnert unter anderem daran, dass nur wenn die Wirtschaft funktioniere, es Arbeitsplätze gebe und auch die „finanzielle Basis für unser gesamtes Sozialsystem“. Mack vermutet, dass Olaf Scholz gar kein rot-rot-grünes Bündnis ausschließen dürfe, weil ihm „solch eine klärende Aussage von der Parteispitze untersagt“ werde. Der Europa-Park-Chef vermutet gar eine „Mogelpackung mit Olaf Scholz als Aushängeschild.“ In Wahrheit kämen aber die SPD-Parteibosse, „Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans an die Macht“.



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