Schulbeginn in Corona-Zeiten: Lehrermangel in allen Bundesländern

Die Schule hat in zwei Bundesländern schon begonnen. Der Start des Regelbetriebs gestaltet sich allerdings recht schwer. Lehrermangel wegen Corona-Attesten und Risikogruppen erschweren den Start ins neue Schuljahr. Der Leiter des Verbandes für Bildung und Erziehung spricht sogar von einer „Illusion“ der Politik. Einen „flächendeckenden, vollumfänglichen Regelschulbetrieb wie vor Corona“ sieht er nicht.
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Schüler der Christophorusschule in Rostock gehen zum Unterricht am 3. August.Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP über Getty Images
Von 7. August 2020

Der Regelbetrieb nach der Corona-Pause gestaltet sich in den Schulen als schwierig. Dem Magazin „Business Insider“ zufolge fallen bis zu 15 Prozent der Lehrer in einigen Bundesländern mit Corona-Attesten aus. Diese Lehrkräfte haben sich ganz vom Unterricht abgemeldet. Das geht aus einer Umfrage des „Business Insider“ in den Bundesländern hervor.

Je nach Bundesland sind die Zahlen der Krankmeldungen unterschiedlich: In Nordrhein-Westfalen beispielsweise könnte es passieren, dass über 25.000 Lehrer zum Schulbeginn ausfallen. Denn schon in der letzten Woche vor den Sommerferien waren in NRW 15,3 Prozent der über 172.000 Lehrkräfte nicht dienstfähig. Die durchschnittliche Krankenquote für Lehrkräfte lag vor der Pandemie bei circa sieben Prozent.

Beckmann: „Es wird keinen Regelschulbetrieb wie vor Corona geben“

Udo Beckmann, Leiter des Verbandes Bildung und Erziehung, betonte unterdessen im Interview mit der „Welt“: Ein Regelschulbetrieb mit vollem Umfang wie vor Corona wäre eine „Illusion“ der Politik: „Es wird keinen flächendeckenden, vollumfänglichen Regelschulbetrieb wie vor Corona geben. Diese Illusion geht auf das Konto der Politik, die etwas als realisierbar darstellt, was selbst bei gleichbleibend niedrigem Infektionsgeschehen nicht umgesetzt werden könnte.“

Lehrermangel habe es schon vor der Krise gegeben und die Ressourcen würden in den meisten Bundesländern auch jetzt nicht ausreichen, so Beckmann. Aber dennoch halte die Politik daran fest, dass alles wieder „normal“ sei.Damit projizieren sie gezielt die Verantwortung für das Nichtgelingen des Regelbetriebs auf die, die es nicht zu verantworten haben, nämlich Schulleitungen und Lehrkräfte“, sagte Beckmann.

Laut der Umfrage von „Business Insider“ fehlten in Hessen 10 Prozent der Lehrkräfte vor den Sommerferien, da sie zu den Risikogruppen gehören – das sind über 5.800 fehlende Lehrer. In Hamburg startete die Schule am Donnerstag (6.8.) – da geht der Senat von unter 10 Prozent Krankmeldungen aus. 

Für Berlin werden voraussichtlich 2.000 Lehrkräfte mit Corona-Attesten für den Präsenzunterricht ausfallen. „Es liegt noch keine endgültige Zahl vor, wir gehen von einer einstelligen Prozentzahl aus, geschätzt sieben Prozent“, sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung gegenüber „B.Z.“.

Die Zahlen sehen in den anderen Bundesländern nicht besser aus. In Bayern, wo die Schule erst am 8. September anfängt, wurde letzte Woche gemeldet, dass etwa 8.400 Lehrkräfte sich als dienstunfähig abgemeldet haben. In Baden-Württemberg fehlten Ende des abgelaufenen Schuljahrs etwa 7.000 Lehrer (das sind sechs Prozent), in Sachsen-Anhalt waren es 1.300 (acht Prozent).

Im Saarland geht das Kultusministerium davon aus, dass circa 1,4 Prozent der rund 9.000 Lehrkräfte zu Beginn des kommenden Schuljahres aufgrund von Corona-Attesten nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen, schreibt das Magazin.

Hygienekonzept zu spät an die Schulen geschickt

Was den Schulbetrieb ebenfalls schwer anfahren lässt, ist die Situation mit den Maßnahmen um die Schule herum. In Hamburg wurde beispielsweise das neue Regelwerk vom Senat erst am Montagabend, also knapp zwei Tage vor Schulbeginn, an die Schulleiter weitergegeben. 

Darin wurde unter anderem festgehalten, dass Schwangere nicht unterrichten dürfen. „Für Schwangere müssen besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Sie sind bis zur abschließenden Klärung und Einrichtung entsprechender Schutzmaßnahmen vorübergehend einseitig von den Schulleitungen von ihren Tätigkeiten in der Schule freizustellen.“

An den meisten Schulen ist es ohnehin schon ein schwieriges Unterfangen, einen halbwegs vernünftigen Stundenplan für alle Schüler und Lehrer zu erstellen. Die neuen Regelungen, welche sich auf Lehrer beziehen, die entweder zur Risikogruppe gehören oder schwanger sind, werfen diese Pläne kurz vor Schulbeginn über den Haufen. So kommen Kinder vom ersten Schultag nach Hause und zeigen ihre unvollständigen Stundenpläne.

Auch seien die Konzepte im Zuge der Corona-Maßnahmen schwierig umzusetzen. Manche Schulen setzen auf das Prinzip „Einbahnstraße“ – es gibt getrennte Wege und Eingänge zu bestimmten Einrichtungen. Einige Schulen verwenden dazu Warnschilder auf dem Boden, wie man es mittlerweile überall aus den Geschäften kennt. 

Viele Schüler nehmen in der Pause auf dem Hof die Maske ab

Allerdings geht diese Rechnung nicht überall auf. Eine Schülerin der zehnten Klasse aus Hamburg schildert die Situation an ihrem Gymnasium. „Wir haben getrennte Eingänge bekommen. Jeder Jahrgang hat einen separaten Eingang und Bereich für die Pause“, erzählt sie der Epoch Times. Die Schule hätte versucht, die Schüler – soweit es geht – voneinander zu trennen. Maskenpflicht würde aber trotzdem auf dem ganzen Schulgelände gelten, nur im Unterricht nicht.

„Viele haben die Masken in der Pause draußen im Hof abgenommen, weil es einfach zu heiß ist“, so die Schülerin weiter. Einige Schüler würden auch nicht einsehen, warum sie unter freiem Himmel eine Maske tragen sollten. „Die Schule hat mehrere Eingänge und bisher haben sich die Schüler auf diese verteilen können, auch in der Pause haben sich die Schüler in Gruppen aufgeteilt, nun sind sie zusammengetrieben“, so die Schülerin. Und das alles nur, damit das Konzept mit den Jahrgängen klappe. 

Auch die Fahrräder hätten die Schüler vor der Krise an unterschiedlichen Eingängen abstellen können. „Doch jetzt müssen wir unsere Fahrräder an einem bestimmten Eingang anschließen und das führt dazu, dass wir uns nach der Schule auf einen kleinen Bereich stürzen, um die Fahrräder zu holen und nach Hause zu fahren“, erzählt die Zehntklässlerin. „Wir müssen uns durchkämpfen, dicht an dicht, um an die Fahrräder zu kommen“, das sei jetzt viel schlimmer als vorher, sagt sie.



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