Staatliches Schulprojekt: Schüler in Brandenburg sollen im Unterricht Hochprozentiges trinken

Epoch Times21. Februar 2019 Aktualisiert: 23. Februar 2019 13:58
Die Landesregierung in Brandenburg will Schülern im Unterricht Alkohol verabreichen. Eltern sind empört. Nun distanziert sich auch die erste Krankenkasse vom Schulversuch.

Nach Angaben der „Bild“ lädt die Oberschule von Templin in Brandenburg die Schüler der 9. Klassen zum betreuten Alkohol-Trinken ein. Im Rahmen eines Projekts „Lieber schlau statt blau“ zur Suchtprävention sollen die unter 16-Jährigen unter Schulaufsicht bis zu 0,8 Liter Wein oder 1,3 Liter Bier trinken. Auch Kinder, die noch keine Erfahrungen mit Alkohol gemacht haben, sollen am Trinkprojekt teilnehmen.

In der letzten Woche meldeten sich die ersten empörten Eltern aus der Uckermark beim heimischen „Nordkurier“. „Geht’s noch?“, Claudia G., die Mutter eines Neuntklässlers äußert sich entsetzt gegenüber der Zeitung.

Erst sollen wir unsere Kinder über Schäden durch Alkohol und Drogen aufklären. Und jetzt wird ihnen schon in der Schule Alkohol von Lehrern angeboten.“

Auch Hochprozentiges wird verabreicht

Wie die Mutter gegenüber der Zeitung erklärte, traute sie ihren Augen nicht, als ihr 15-jähriger Sohn Anfang der Woche mit einem Schreiben nach Hause kam. Die Uckermärkerin sollte schriftlich zustimmen, dass ihr Kind im Unterricht Alkohol konsumieren darf.

Eine Frage in der Trink-Erklärung lautete demnach, ob ihr Junge unter Aufsicht Hochprozentiges trinken dürfe. Zudem werde den Eltern empfohlen, ihren Kindern zwei Trinkeinheiten (TE) zu gestatten. Eine TE entspreche einer 0,33 Liter-Flasche Bier oder einem Glas Wein/Sekt á 0,125 Liter, so die Mutter.

Schulleiterin verteidigt Projekt

Wie die „BZ“ berichtete, verteidigt Schulleiterin Barbara Liedtke (60) das Trink-Projekt: „Es geht ja nicht ums Besaufen, sondern ums Beobachten der Folgen“.

Gleichzeitig räumte Liedtke ein, „Einen Liter Bier würde ich meinem Kind auch nicht erlauben. Da liege ich ja selber flach.“

Erste kritische Stimmen

Rüdiger Scharf (56), Sprecher der DAK kritisiert das Projekt scharf: „Kinder sind keine Versuchskaninchen“. Das gehe auch ganz ohne Alkohol. „Bei unserem Projekt ‚Bunt statt Blau‘ kriegen sie eine Rauschbrille aufgesetzt, die einen hohen Promillepegel simuliert.“

Auch Sozialpolitikerin Roswitha Schier (56, CDU) äußerte sich entsetzt: „Kinder aus alkoholfreien Haushalten werden durch den Gruppenzwang zum Trinken verführt. Man lädt ja auch nicht alle Schüler zum Rauchen ein, um vor den Gefahren des Tabaks zu warnen. Das ist ja krank!“

Nach Informationen des „Nordkuriers“ wird das Projekt in allen 9. Klassen des Bundeslands in Zusammenarbeit mit dem Beauftragten für Suchtprävention des Landes Brandenburg durchgeführt. Wie viele Schulen mitmachen, wie viel Steuergeld das kostet, verrieten Brandenburgs Bildungs- und Gesundheitsministerien auf BILD-Anfrage jedoch nicht. (nh)



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