Studie: Zuwanderung senkt Leistungsniveau in Deutschland – Flüchtlinge müssen zu viel an Bildung aufholen

Von 6. März 2017 Aktualisiert: 6. März 2017 13:32
Laut einer Studie werde der Anteil niedrig Qualifizierter an der Bevölkerung in Deutschland in den nächsten Jahren steigen. Das liege vor allem an dem Zuzug von Flüchtlingen, die zum Teil wenig bis gar keine Schul- oder Berufsabschlüsse vorweisen könnten, so das IW Köln.

Der Zuzug von Flüchtlingen wird in den kommenden Jahren zu einem sinkenden Leistungsniveau des deutschen Bildungssystems führen, schreibt die „Welt“. Dabei dürfte der Anteil der Niedrigqualifizierten an der Bevölkerung zunehmen. Die Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) sprechen dabei von einer bevorstehenden Verschlechterung der „Qualifikationsstruktur in Deutschland“ mit der auch dann zu rechnen sei, wenn „ein bedeutender Teil der Flüchtlinge in Deutschland noch Kompetenzen erwerben und Qualifizierungsmaßnahmen durchlaufen wird.“

Laut der Studie werde der Anteil niedrig Qualifizierter an der Bevölkerung in den nächsten Jahren steigen. Diese Bildungsarmut gelte es zu vermeiden und den Bildungsaufstieg vor allem von gering qualifizierten Migranten durch bessere Integrationsangebote gelte es zu forcieren, so die Forscher.

Nur rund 55 Prozent der erwachsenen Flüchtlinge könnten laut des Instituts einen Mittelschulabschluss oder einen weiterführenden Schulabschluss vorweisen.  Neun Prozent hätten nie eine Schule besucht, und 24 Prozent haben die Schule ohne Abschluss verlassen.

Ausgangslage nicht bei allen Migranten gleich

Aber nicht bei allen Migranten sei die Ausgangslage gleich. Bei den aus Syrien geflüchteten Menschen verfügten immerhin 40 Prozent über einen weiterführenden Abschluss, der mit dem deutschen Abitur zu vergleichen sei. Bei den Afghanen dagegen sollen mehr als ein Viertel nie auf einer Schule gewesen sein und ein Abi-ähnlicher Abschluss läge nur bei 17 Prozent vor, so Welt. „Erfolgte nie im Leben ein Schulbesuch, ist von Analphabetismus auszugehen“, merkt IW-Forscher Geis an.

Laut einer Auswertung von 2016 verfügen nur 13 Prozent der Schutzbedürftigen über einen Hochschulabschluss, mehr als zwei Drittel (69 Prozent) haben keine Qualifikation, die einer deutschen Berufsausbildung entspricht.

Bildungsaufstieg sei schon jetzt in Deutschland keine Selbstverständlichkeit mehr. Nur zirka ein Viertel der 25- bis 34-jährigen Bundesbürger hätten einen höheren Abschluss als ihre Väter, genauso  viele niedrigere Abschlüsse gebe es aber auch. Bei den 35- bis 44-Jährigen, deren Bildungsweg in der Regel abgeschlossen ist, hätten 29,1 Prozent ein höheres Bildungsniveau und nur 21,6 Prozent ein niedrigeres.

Ein Hochschulstudium würden in Deutschland immer mehr junge Menschen aufnehmen und der Trend soll laut der Wissenschaftler weiter steigend sein.  Junge Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sollen dagegen weniger geworden sein.

Warum ist die Akademikerquote in anderen europäischen Ländern höher?

In anderen europäischen Ländern hat sich die Akademikerquote teilweise viel stärker erhöht, so Welt weiter. Das dies so ist, sei auf das unterschiedliche Bildungssystem zurückzuführen, so die Forscher. Das berufliche Ausbildungssystem der Bundesrepublik könne flexibler auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts reagieren. Mangels Berufsschulen sei in anderen Ländern das Studium oft die einzige Chance voranzukommen.

An einem lassen die Wissenschaftler jedoch keinen Zweifel: Eine gute Qualifikation ist weiterhin ein entscheidender Faktor für ein höheres Einkommen. Und umgekehrt geht ein geringer Bildungsstand häufig mit einem niedrigen Einkommen einher.

Mit dem starken Zuzug der Flüchtlinge wird notwendigerweise der Anteil derjenigen, die zu den Geringverdienern zählen, in Deutschland weiter zunehmen, so Welt weiter. Das dürfte sich auch in den viel beachteten Armutsstatistiken niederschlagen. Und noch einen Effekt habe die Migration. Auch die Bedeutung des Elternhauses für die schulischen Leistungen dürfte statistisch wieder zunehmen. Nach Angaben der IW-Forscher habe es in der Hinsicht zuletzt eine Verbesserung gegeben.

Die Schülerleistungen hingen in letzter Zeit nicht mehr so stark vom „sozioökonomischen Hintergrund der Schüler“ ab, zum Beispiel vom Einkommen der Eltern, wie das lange der Fall war. Dennoch sei der Einfluss immer noch erheblich. Mit den Flüchtlingen ist nun statistisch ein Leistungsabfall zu erwarten. Eben weil das Ausgangsniveau der Schutzsuchenden-Haushalte deutlich hinter dem deutschen Qualifikationsniveau zurückbleibt, so Welt.

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