"Freiheit" ist neben anderen Worten im Rahmen einer Lichtinstallation zu lesen. Der Künstler Ingo Dietzel sammelt Wünsche, die er in sein Werk integriert, das Silvester den Boden des Domvorplatzes in Köln zieren wird.Foto: Rainer Jensen/dpa

Terrorgefahr und Angst vor Übergriffen: Deutsche feiern Silvester mit mehr Polizei

Epoch Times31. Dezember 2017 Aktualisiert: 31. Dezember 2017 10:44
Die Erinnerungen an die Ereignisse der Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren sind noch sehr präsent. Die Polizei will durchgreifen. Zum Jahreswechsel wird vielerorts in Deutschland und weltweit aber auch einfach nur gefeiert.

Mit Partys und Feuerwerk heißen Milliarden Menschen am Sonntag und Montag das neue Jahr 2018 willkommen. In Deutschland ist wieder in Berlin am Brandenburger Tor die größte Silvesterparty geplant.

Wegen der nach wie vor erhöhten Terrorgefahr und nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren wurden die Sicherheitsvorkehrungen vielerorts verstärkt. Die deutsche Feuerwerksbranche rechnet mit einem gleichbleibend hohen Silvesterumsatz von 137 Millionen Euro in diesem Jahr.

Als Erstes begrüßen die Menschen auf Samoa und anderen pazifischen Inseln das neue Jahr – und zwar um 11.00 Uhr vormittags deutscher Zeit. Eine Stunde später startet Neuseeland ins Jahr 2018. Es folgen zum Beispiel Australien, also Sydney mit dem berühmten Opernhaus (14.00 Uhr MEZ), Südkorea (16.00 Uhr) und Dubai (21.00 Uhr). Später als Deutschland sind dann zum Beispiel Großbritannien (1.00 Uhr am 1. Januar MEZ), Rio de Janeiro in Brasilien (3.00 Uhr) oder Städte in den USA wie New York (6.00 Uhr) und Los Angeles dran (9.00 Uhr).

Nach den Vorfällen vor zwei Jahren wird in Köln die Sicherheitszone um den Dom für die Neujahrsfeiern 2018 erweitert. In dem abgesperrten Bereich ist Feuerwerk verboten. Vor allem auf dem Bahnhofsvorplatz will die Polizei außerdem verhindern, dass sich größere Gruppen bilden. Mehr Videokameras und bessere Beleuchtung sollen die Sicherheit erhöhen. Auch in vielen anderen deutschen Städten wie Hamburg oder Frankfurt und im Ruhrgebiet soll ein Polizeiaufgebot Übergriffe wie in der Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren verhindern. Beim Jahreswechsel 2015/16 waren in Köln am Hauptbahnhof viele Frauen sexuell bedrängt und beraubt worden. Die Vorkommnisse machten weltweit Schlagzeilen.

Nach einer Experten-Analyse der Kölner Polizei müssen nordrhein-westfälische Großstädte auch diesmal wieder mit der Anreise großer Gruppen junger Männer rechnen. Die Polizei hat deshalb massive Präsenz angekündigt. Von den insgesamt 40 000 Polizisten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sollen diesmal 5700 im Einsatz sein, davon allein 1400 in Köln.

Bereits vor einem Jahr hatte die Polizei deutlich mehr Beamte an Silvester eingesetzt. Es werde „alles getan“, damit sich die Vorkommnisse der Kölner Silvesternacht von 2015/16 nicht wiederholten, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Polizei steht dabei vor einem Balanceakt. Vor einem Jahr hatte sie in Köln zwar neue Übergriffe verhindert, dafür handelte sie sich Rassismus-Vorwürfe ein. Kritisiert wurde, dass die Polizei am Hauptbahnhof Hunderte nordafrikanisch oder arabisch aussehende Männer überprüft hatte. Im Anlauf zur diesjährigen Silvesternacht hat die Polizei betont, dass sie nicht nach Aussehen oder Nationalität kontrolliere, sondern nach auffälligem Verhalten.

In Berlin gibt es auf der Festmeile erstmals einen Rückzugsbereich – „Safety Area“ genannt – für sexuell belästigte Frauen, wo krisengeschulte Helfer des Roten Kreuzes bereitstehen. Unter dem Motto „Welcome 2018“ soll bei wohl mild-feuchtem Wetter das neue Jahr begrüßt werden. An der ab mittags geöffneten eingezäunten und bewachten Partymeile auf der Straße des 17. Juni beginnt um 19.00 Uhr das Bühnenprogramm mit Stars wie Oli P. und Conchita. Um Mitternacht erstrahlt das Höhenfeuerwerk. Das ZDF überträgt live ab 20.15 Uhr. Um Mitternacht schaltet auch das Erste wieder zum Feuerwerk am Brandenburger Tor.

Auf den nordfriesischen Inseln mit ihren traditionellen Reetdächern oder in vielen historischen Altstädten müssen Einheimische und Touristen dagegen meist auf Raketen und Böller verzichten.

Millionen Deutsche feiern auf Privatpartys oder vor dem Fernseher, wo für viele der englische Komiker Freddie Frinton als Butler James und sein Kampf mit dem Tigerfell zum Programm gehört, also der etwa zwanzigminütige Schwarzweiß-Sketch „Dinner for One oder Der 90. Geburtstag“ von 1963. Mittlerweile gibt es unzählige Neuverfilmungen und Abwandlungen von Miss Sophies Dinner. Sie laufen den ganzen Tag über in den ARD-Programmen. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion