Flüchtling und Sicherheitsmann in einer "Zeltstadt"Foto: über dts Nachrichtenagentur

Vorwürfe an Länder und Kommunen nach Übergriffen von Wachleuten in Flüchtlingsunterkünften

Epoch Times22. März 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 0:37

Nach zahlreichen Übergriffen von Sicherheitsangestellten in Flüchtlingsheimen ist zwischen den Beteiligten Streit über die Schuldfrage entbrannt: Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes der Sicherheitsunternehmen (BDSW), Harald Olschok, warf Kommunen und Ländern vor, eine Mitschuld zu tragen. „Der Preisdruck wird von den öffentlichen Auftraggebern gemacht“, sagte Olschok der „Welt“. Diese vergäben ihre Aufträge zur Bewachung von Flüchtlingsheimen oft ausschließlich nach dem Kriterium niedrigster Preis, was dazu führe, dass einige Sicherheitsfirmen an der Qualität der Bewachungsleistung sparten.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund wies die Vorwürfe zurück. „Für die Kommunen erweist es sich aufgrund der weiter steigenden Flüchtlingszahlen als zunehmend schwierig, überhaupt noch qualifizierte und zuverlässige Sicherheitsdienstleister am Markt zu finden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Er warf den Industrie- und Handelskammern Versäumnisse bei der Ausbildung des Wachpersonals vor. Die Kammern seien nun gefordert, „ausreichende Prüfungskapazitäten zur Verfügung zu stellen“. Hintergrund ist, dass die Industrie- und Handelskammern in einigen Städten derzeit wegen der starken Nachfrage nach zusätzlichen Wachleuten für Flüchtlingsunterkünfte offenbar mit den Prüfungen kaum noch hinterher kommen. Der Dachverband der Kammern in Berlin sieht die Schuld dagegen bei Ordnungsämtern und Kommunen. In einem Positionspapier zum Gesetzesvorhaben der Bundesregierung für schärfere Qualifizierungsvorschriften schreibt der DIHK: Nicht höhere Ausbildungsstandards für Wachleute seien der Schlüssel zu mehr Qualität. Gefragt seien vielmehr die Ordnungsämter der Kommunen, die dafür zuständig seien, regelmäßig zu überprüfen, ob die in Heimen eingesetzten Security-Kräfte tatsächlich Ausbildungsnachweise und Führungszeugnisse haben. Wegen des Flüchtlingsansturms kamen jedoch einige Kommunen mit den Kontrollen zuletzt nicht mehr nach. In mehreren Städten war es in den vergangenen Wochen zu teils drastischen Übergriffen von Wachleuten auf Flüchtlinge oder Kollegen gekommen, so etwa in Berlin, Köln, Villingen-Schwenningen und Dresden. Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem neuen Gesetz, das am kommenden Mittwoch im Kabinett beraten werden soll. Demnach soll künftig eine sogenannte Sachkundeprüfung für Sicherheitsfachkräfte verbindlich sein. Bisher reicht es, an einer IHK-zertifizierten Unterrichtung ohne Abschlussprüfung teilzunehmen.

(dts Nachrichtenagentur)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion