Zahl der arbeitenden Rentner verdoppelte sich seit zehn Jahren

Epoch Times23. Juli 2017 Aktualisiert: 23. Juli 2017 20:00
11 Prozent der Bundesbürger zwischen 65 und 74 Jahren arbeiten – und ihre Zahl verdoppelte sich seit 10 Jahren. Das berichtet die BZ unter Berufung auf das Statistische Bundesamt.

Jeder neunte Bundesbürger zwischen 65 und 74 Jahren ging im Jahr 2016 noch arbeiten. Das waren elf Prozent ( in Zahlen 942 000 ) der Menschen in dieser Altersgruppe, die laut dem Statistischem Bundesamt 8,3 Millionen Menschen umfasst. Vor zehn Jahren lag der Anteil der arbeitenden Menschen dieser Altersgruppe bei gerade mal bei 5 Prozent, berichtet die BZ.

Im Jahr 2016 waren 15 Prozent der Männer noch erwerbstätig, bei den Frauen waren es 9 Prozent.

Für 58 Prozent geht es um Zuverdienst zur Rente. 37 % der Erwerbstätigen zwischen 65 und 74 Jahren arbeiten jedoch, um die Hauptquelle ihres Lebensunterhalts zu sichern.

Die BZ zitierte Adolf Bauer, den 77-jährigen Präsidenten des Sozialverbands Deutschland. Sein Verband wisse nicht nur aus der Sozialberatung, dass immer mehr Seniorinnen und Senioren auf Beschäftigung im Alter angewiesen seien. „Diese Menschen stehen für die wachsende Altersarmut“, so Bauer.

Ende 2015 betrug die Durchschnittsrente im Osten 964 Euro, im Westen sogar nur 778 Euro.

Professor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sieht hingegen einen anderen Grund: die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre. Dadurch fielen immer mehr regulär Arbeitende in die Statistik.

Ende 2016 betrug das Rentenalter 65 Jahre und fünf Monate. Auch der sich erhöhende Bildungsstand in Deutschland spielt laut seiner Ansicht eine Rolle. Die Zahl der Erwerbstätigen im Alter steige, da Akademiker nicht körperlich arbeiteten, und so länger arbeiten könnten. Auch die Fachkräfteknappheit trage dazu bei, dass kleine Betriebe versuchten, ihre Senioren weiterhin zu halten, meint Weber laut BZ.

Durchschnittliches Renteneintrittsalter: 64,1 Jahre

Doch wann gegen Bundesbürger derzeit durchschnittlich in Rente? 2016 stieg das durchschnittliche Renteneintrittsalter im Vergleich zum Vorjahr von 64 auf 64,1 Jahre, berichtete die „Rheinische Post“ am Samstag unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung.

Frauen arbeiten inzwischen länger als Männer: Der Rentenbeginn von Männern stagnierte bei 63,9 Jahren, während er sich bei Frauen von 64,1 im Jahr 2015 auf 64,2 Jahre im vergangenen Jahr erhöhte.

Siehe auch:

Veränderte Altersgrenzen: Weniger Senioren wollen Rente ab 63

(rf)

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