SymbolbildFoto: Frank Rumpenhorst/Archiv/dpa

Zentralratsvorsitzender der Juden lehnt Kopftuchverbot und Islamgesetz ab

Epoch Times22. April 2017 Aktualisiert: 22. April 2017 10:25
"Ich halte ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst für problematisch. Im übrigen glaube ich nicht, dass es mit dem Grundgesetz vereinbar ist," so der Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Der Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich gegen Kopftuchverbot und Islamgesetz ausgesprochen. Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ sagte Schuster: „Ich halte ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst für problematisch. Im übrigen glaube ich nicht, dass es mit dem Grundgesetz vereinbar ist.“

Die Kippa, die jüdische Kopfbedeckung für den Mann, sage viel mehr über das Verhältnis ihres Trägers zur jüdischen Religion aus als über sein Verhältnis zum Staat. Schusters Ablehnung eines Kopftuchverbots gilt auf für Staatsvertreter. Beamte sollten „die Zeichen ihrer Religion solange tragen dürfen, solange sie ihre Entscheidungen neutral fällen und sich neutral verhalten.“

Auch von einem Islamgesetz, dessen Verabschiedung einige CDU-Politiker fordern, hält Schuster nichts. „Wir sollten davon absehen, für einzelne Religionsgemeinschaften spezielle Gesetze zu schaffen.“ Allerdings müsse angestrebt werden, dass in allen Gotteshäusern in Deutschland auf Deutsch gepredigt werde.

Gegen die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft hat der Zentralratsvorsitzende ebenfalls Bedenken. „Viele Politiker meinen offenbar, allein das Ablegen des zweiten Passes verändere die Denkweise. Das halte ich allerdings für fragwürdig.“

Schuster sieht in der Diskussion über Kopfbedeckungen oder auch das rituelle Schlachten von Tieren ein Zeichen der zunehmenden Intoleranz gegenüber dem religiösen Leben in Deutschland. „Viele machen sich nicht klar, dass damit die Religionsfreiheit angegriffen wird und dass – wird diese Haltung stärker – muslimisches Leben in Deutschland genauso bedroht wird wie jüdisches Leben“, so Schuster gegenüber der „Welt am Sonntag“. (dts)



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