EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU).Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa

EU-„Green Deal“: Chemie-Einsatz in Landwirtschaft reduzieren aber Gentechnik deregulieren

Epoch Times8. Dezember 2019 Aktualisiert: 8. Dezember 2019 17:56
Grünen-Abgeordneter Harald Ebner: Von der Leyens "Green Deal" müsse das ganze System in den Blick nehmen, "und das auch für künftige Generationen", betonte Ebner. Eine Deregulierung im Bereich der Gentechnik stehe dazu im Widerspruch.

Die neue EU-Kommission von Ursula von der Leyen will einem Zeitungsbericht zufolge den Chemieeinsatz in der europäischen Landwirtschaft drastisch verringern und den gesamten Agrarsektor stärker auf Umwelt- und Klimaschutzziele ausrichten. Das gehe aus Eckpunkten für eine neue EU-Agrarstrategie hervor, die im Frühjahr 2020 als Teil des „Green Deal“ beschlossen werden soll, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Sonntag. Die Grünen reagierten skeptisch.

Geplant sind demnach ehrgeizige Zielmarken: So soll laut Entwurf das Ziel festgelegt werden, den Einsatz von Pestiziden (Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln) bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Auch für den Einsatz von Düngemitteln sollen dem Bericht zufolge neue, noch nicht bezifferte Reduktionsziele festgelegt werden. Die ökologische Landwirtschaft soll weiter ausgebaut werden.

Die Kommission will demnach zudem die Anwendung neuer Gentechniken bei Pflanzen fördern, um die Nahrungsmittelproduktion an den Klimawandel anzupassen. Auch mit der geplanten Reform der EU-Agrarförderpolitik sollen hohe Umwelt- und Klimaschutzziele gesichert werden. Die Pläne will Kommissionspräsidentin von der Leyen in Grundzügen am Mittwoch als Teil ihres „Europäischen Green Deal“ vorstellen.

Die Grünen riefen von der Leyen zu weitergehenden Maßnahmen auf. Sollte die EU-Kommissionspräsidentin ihre Ankündigungen zur Agrarpolitik ernst meinen, müsse „der Entwurf der letzten EU-Kommission für die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) vollständig überarbeitet werden“, erklärte der Grünen-Abgeordnete Harald Ebner. Die verkündeten Ziele seien „mit dem vorliegenden Weiter-So-Entwurf“ der neuen GAP „nicht im Mindesten erreichbar“.

Von der Leyens „Green Deal“ müsse das ganze System in den Blick nehmen, „und das auch für künftige Generationen“, betonte Ebner. Eine Deregulierung im Bereich der Gentechnik stehe dazu im Widerspruch.(afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion