Bauern verbrennen Olivenzweige vor dem Parlament in Athen am 12. Februar.Foto: Milos Bicanski/Getty Images

Griechenland: Tausende Bauern protestieren in Athen – Blockaden und Straßenschlachten

Epoch Times14. Februar 2016
In Athen gab es gestern Straßenschlachten zwischen Massen von protestierenden Bauern und der Polizei. Auch die Erstürmung des Agrarministeriums wurde versucht. Die Ausschreitungen waren vorläufiger Höhepunkt von Protesten, die seit Wochen im ganzen Land anhalten.

Griechenlands Landwirte hatten zur "Stürmung der Hauptstadt" aufgerufen und kamen mit Traktoren und Pick-Up-Transportern am Freitag aus dem ganzen Land angerollt. Laut Telepolis versetzten sie ganz Athen in eine Art Ausnahmezustand. Die Polizei sprach von 15.000 Protestierenden.

Gegen Steuer- und Rentenreform

Grund für die Wut der Landwirte ist die Renten- und Steuerreform, die Griechenland als Voraussetzung für weitere Kredite der Gläubiger durchsetzen soll. Für die Bauern ist unter anderem eine Anhebung des Rentenbeitrags von 7 auf 20 Prozent geplant, auch soll ihre Einkommenssteuer von 13 auf 26 Prozent erhöht werden, berichtet die Zeitung Neues Deutschland. Regierungschef Tsipras hatte wiederholt gewarnt, dass Renten ohne diese Reform bald nicht mehr ausgezahlt werden könnten.

Am Freitag und Samstag hatten nach Schätzungen der Polizei rund 15.000 Bauern in Athen demonstriert. Es hieß zunächst, dass sie nicht eher abziehen wollen, bis die Renten- und Steuerreform gekippt sei. Eine Abordnung der Protestierenden blieb in Zelten auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament. "Einen Dialog mit der Regierung vor der kompletten Rücknahme aller geplanten Maßnahmen lehnen sie rundweg ab", so Telepolis.

Sturm auf Agrarministerium

Eine organisierte Schar kretischer Landwirte versuchte sogar, ein Regierungsgebäude zu stürmen. Der griechische Reporter von Telepolis sprach von einigen Tausend, das Neue Deutschland von 2.000 und die Zeit von 800 Kretern, die versuchten das Agrarministerium zu stürmen und zu besetzen. Sie waren mit Hirtenstöcken, Gasmasken und Schutzhelmen ausgerüstet, warfen Rauchbomben, Steine, Feuerwerkskörper, Obst und Gemüse. Sie jagten laut Telepolis Polizeieinheiten, die sich ihnen mit Tränengas entgegenstellten, durch die Straßen. Zehn Beamte wurden verletzt. Das Gebäude wurde bis zum ersten Stockwerk beschädigt.

Bauern blockieren im ganzen Land

Griechenlands Landwirte protestieren seit knapp einem Monat mit Straßenblockaden im ganzen Land gegen die Rentenreform. Mit geschätzten 20.000 bis 30.000 Traktoren und Transportern blockieren sie zahlreiche Knotenpunkten im gesamten Land, darunter auch Grenzübergänge. „Immer wieder sperren sie für Stunden, oder, wie beim Grenzübergang Promachona an der bulgarischen Grenze, für Tage die Straßen“, so Telepolis.

Auch gelang Landwirten in Ost-Attika, den Autobahnzubringer des internationalen Flughafens Eleftherios Venizelos mit Gewalt abzuriegeln und den Flughafen bis spät in den Abend vom Straßennetz abzuschneiden. (rf)



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