IS finanziert sich durch Schleppertätigkeit – 300 Millionen verdient

Von 14. September 2016 Aktualisiert: 15. September 2016 8:35
Der IS soll von Schleppertätigkeiten Richtung Europa profitieren. "Die Finanzströme der Schlepper weisen in Richtung Islamischer Staat, aber auch zur PKK", so der oberste Schlepper-Ermittler im Wiener Innenministerium. Brisant: Europäische Geheimdienste dürften umfangreich informiert sein.

Von den rund 800 Millionen Dollar, die der Islamische Staat jährlich weltweit benötige, würden 300 Millionen Dollar über Schleppertätigkeiten Richtung EU eingenommen, berichtet das „Time Magazin“ laut „Kurier“.

Das Geld benötige die Terror-Miliz für Bewaffnung, Bezahlung der Kämpfer und andere „Leistungen“. Geldquellen aus den ersten Jahren würden versiegen. So sei die Öl-Industrie durch Bomben-Angriffe weitestgehend lahmgelegt und die Verbindungen zur Türkei teilweise gekappt.

Schlepper auf Balkan-Route zahlen an IS

So sei die Balkan-Route derzeit zum Beispiel in arabischer Hand, wie ein Insider gegenüber dem „Kurier“ berichtet. Budapest sei Umsteigeplatz. Ab dort würden tschetschenische Kriminelle übernehmen und leiten die Flüchtlinge nach Westeuropa weiter. Das Geld würde auch in diesem Fall an den IS zurückfließen, wie der Insider weiß.

Gleichzeitig werden in Europa Flüchtlinge angeworben um kleinere Transporte zu übernehmen. Diese warteten auf ihre Asylbescheide und dürften daher nicht arbeiten. Sie sprechen auch die Sprache der Ankommenden.

Sind die Behörden bereits informiert?

Wer hinter der Organisation der Schlepper stünde, wüssten die europäischen Behörden durchaus. Es gebe Gerichtsakten, in denen die Namen und Adressen von Beteiligten aufgeführt sind. Für diese Behauptung  spräche auch der Informationsfluss zwischen dem bulgarischen Geheimdienst und Ungarn sowie Österreich. Einen Tag nach dem Vorfall mit dem Kühl-Lkw in Parndorf im vergangenen Jahr habe der Geheimdienst bereits Namen der Verdächtigen an die beiden Regierungen weitergeleitet.

Ägypten: Neues Sprungbrett nach Europa

Unterdessen scheint Ägypten als Sprungbrett nach Europa im Kommen zu sein. Von Ägypten ist der Weg nach Griechenland kürzer und die Balkanroute könnte somit über eine „Hintertür“ doch wieder aufgehen. Zudem herrscht im Gegensatz zu Libyen Frieden und die Türkei ist wegen des Flüchtlingsdeals blockiert. So würden die Schlepper in Ägypten in aller Ruhe ihren Geschäften nachgehen können.

Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) bestätigte zuletzt, dass es wieder mehr Anlandungen in Griechenland gibt. Experten schätzen allerdings, dass eine große Bewegung wie im Vorjahr ausbleibt. Über die Ägypten-Route dürften heuer zusätzlich rund 100.000 bis 200.000 Menschen nach Europa gelangen.

Derzeit führt die Route ägyptischer Schlepper vor allem nach Italien. Viel deutet aber darauf hin, dass künftig Griechenland angesteuert wird – vor allem Kreta wird immer wieder genannt.

Unter diesen Umständen könnte die griechische Regierung auf ein ähnliches Geschäft wie den EU-Türkei hoffen, denn die Staatskassen seien leer und die Tourismus-Branche läuft schlecht.

Siehe auch:

Ungewöhnlich viele Migranten erreichen Griechenland

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