„Italienische Hymne beleidigt Vaterland“: Südtiroler Schützen boykottieren Jubiläumsfeier

Von 5. Juni 2017 Aktualisiert: 5. Juni 2017 20:28
Die Südtiroler Schützen wollen die Jubiläumsfeier boykottieren, die am 11. Juni in Bozen, der Hauptstadt Südtirols, stattfinden wird. Grund: Die italienische Hymne.

Am 11. Juni findet in Bozen, der Hauptstadt von Südtirol, ein Jubiläumstreffen zwischen dem österreichischen Präsidenten Alexander Van der Bellen und Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella. Die Ehrensalven des Südtiroler Schützenvereins werden dabei fehlen.

Weil der Landeshauptmann von Südtirol, Arno Kompatscher (SVP), umbedingt möchte, dass die italienische Hymne abgespielt werde, sagten die Südtiroler Schützen ihre Teilnahme an der Feier ab, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“.

Südtiroler Schützenchef: Italienische Hymne beleidigt Vaterland

Der Südtiroler Schützenkommandant, Elmar Thaler kritisierte, dass neben der Tiroler Landeshymne die italienische Hymne gespielt werden soll. Das Kompromiss sein anders gewesen, so der Kommandant. Neben der Tiroler Hymne sollte die Europahymne intoniert werden. “Wer sich wünscht, dass Nationalhymnen anstatt der Europahymne gespielt werden, hat in diesem Fall wohl eher eine rückwärtsgewandte Einstellung an den Tag gelegt”, griff Thaler Kompatscher an.

Der landesübliche Empfang der beiden Präsidenten sei im Vorhinein eingehend diskutiert und beschlossen worden. “Schon allein der Umstand, dass auch der Bundespräsident des Vaterlandes anwesend sein wird, war für die ursprünglich getroffene Entscheidung mit ausschlaggebend. Wenn wir nun aber, anders als in den Verhandlungen in Aussicht gestellt, zu einer Hymne strammstehen müssen, welche das österreichische Vaterland beleidigt, dann ziehen wir uns dankend zurück”, so Thaler.

Der Grund für den Boykott ist die fünften Strophe der italienischen Hymne. In ihr heißt es: „Der österreichische Adler / hat schon die Federn verloren“. Deshalb wird es beim Präsidententreffen keine Ehrensalven der Schützen geben.

Die Nordtiroler Schützen wollen ihre Brüder aus dem Süden unterstützen und boykottieren die Feier ebenfalls. „Wir sind natürlich solidarisch mit unseren Kameraden“, erklärt Fritz Tiefenthaler, Kommandant der Nordtiroler Schützen.

Jubiläumsfeier – Symbol guter nachbarschaftlichen Zusammenarbeit

Am 11. Juni soll in Bozen das 25-jährige Jubiläum der österreichisch-italienischen Streitbeilegung gefeiert werden. Es solle ein Symbol für die gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wien und Rom werden, so Südtirols Landeshauptmann Kompatscher.

„Dies ist für unser Land nicht nur eine ganz besondere Ehre, sondern auch ein starkes Zeichen der Zusammenarbeit und des Einvernehmens zwischen Österreich und Italien hinsichtlich der Absicherung und Weiterentwicklung von Südtirols Autonomie“, meinte Kompatscher laut der „Tiroler Tageszeitung“.

1992: Autonomie Südtirols besiegelt

Offizieller Grund des Treffens: Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Habsburger Südtirol an Italien übergeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Südtirol Teil Italiens. 1956 fing der teilweise blutige Widerstand der Südtiroler gegen die Zentralregierung in Rom an, schreibt die Seite „Südtirol-Tirol“.

Im Jahr 1992 übergab der damalige österreichische Außenminister Alois Mock eine Streitbeilegungserklärung an Italien. Südtirol wurde autonom und durfte viele Verwaltungs-, Budget- und Gesetzesfragen selbst regeln. Doch in letzter Zeit leben „Los von Rom“- Bewegungen wieder auf, berichtet die „Krone“.

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